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Lauenburg Panzerknacker-Bande bricht in Hörgeräteläden ein
Lokales Lauenburg Panzerknacker-Bande bricht in Hörgeräteläden ein
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21:08 03.08.2016
Mindestens in die Filialen Geesthacht, Schwarzenbek, Bergedorf, Berne und Neu Wulmstorf stiegen die Unbekannten in den vergangenen Wochen ein. Quelle: Timo Jann
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Geesthacht

Eine Panzerknacker-Bande macht den Verantwortlichen der Firma „Kind Hörgeräte“ zu schaffen. Mindestens in die Filialen Geesthacht, Schwarzenbek, Bergedorf, Berne und Neu Wulmstorf stiegen die Unbekannten in den vergangenen Wochen ein und stahlen die Tresore mitsamt Inhalt in nicht bekannter Höhe. Die Polizei mag noch nicht von einer Serie sprechen, bei der Firma mit Sitz in Burgwedel bei Hannover heißt es nur „kein Kommentar“, es handele sich um einen „innerbetrieblichen Ablauf“.

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Hörgeräte-Kette bereits fünf Mal Ziel von professionell arbeitender Bande – Polizei tappt ohne Spuren im Dunkeln.

„Kind Hörgeräte“ mit Sitz in Burgwedel bei Hannover beschäftigt etwa 3000 Mitarbeiter, die weltweit 700 Filialen (davon etwa 650 in Deutschland) betreuen.

Die erste Filiale des Familienunternehmens wurde 1952 gegründet.

„Durch Hebeln eines Fensters in Geesthacht und einer Tür in Schwarzenbek sind die Täter in diese Filialen gelangt“, sagt Kathrin Bertelsen, Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg. Auf diesem Weg verschafften sich die Unbekannten auch Zugang zu den Geschäftsräumen in die anderen Filialen in Hamburg und Niedersachsen. „Wir haben hier zwei Tatorte, von einer Serie sprechen wir da noch nicht“, erklärt Karina Sadowsky, die Sprecherin der Hamburger Polizei. „Unsere Sachbearbeiter tauschen sich aber mit den Kollegen der anderen Dienststellen aus. Wenn es konkrete Spuren gibt, macht es Sinn, die Sache länderübergreifend zusammenzufassen“, berichtet sie. Im Klartext: die Polizei hat keine Spuren und daher keinen konkreten Ermittlungsansatz.

Ziel der Einbrecher war in allen Fällen stets der Tresorwürfel, der in allen Filialen vorhanden ist. Die Verankerungen hielten die Einbrecher nicht davon ab, die kompletten Tresore mitzunehmen. Die Vorgehensweise deutet auf Ortskenntnisse der Täter hin, was als Tatverdächtige auf Mitarbeiter von „Kind“, der Tresorfirma oder dem Werttransportunternehmen, das die Tresore regelmäßig leert, hinweisen könnte. In Burgdorf mag man sich zu der Serie nicht äußern. Intern hat man nach Informationen unserer Zeitung jedenfalls schon die Anweisung an die Mitarbeiter erlassen, das Bargeld täglich abzugeben und nach Geschäftsschluss die Tresore geöffnet zu lassen, um Einbrechern gegebenenfalls zu zeigen, dass sie den Tresor nicht erbeuten müssen, weil er leer ist.

Am Buntenskamp in Geesthacht und an der Lauenburger Straße in Schwarzenbek schlugen die Täter freitags und montags jeweils in der Nacht zu. Vollkommen unbemerkt von möglichen Zeugen – an beiden Standorten gibt es kaum Anwohner und nachts nur wenige Passanten. In Geesthacht knackten die Einbrecher eine Sicherungskette, mit der das Schutzgitter vor dem Fenster verriegelt war. Danach hebelten sie den Fensterrahmen auf und stiegen scheinbar gezielt in den Raum mit dem Tresor ein.

 Timo Jann

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