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Lauenburg Paradiesorgel im Ratzeburger Dom klingt wieder schön
Lokales Lauenburg Paradiesorgel im Ratzeburger Dom klingt wieder schön
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11:56 15.09.2018
Domorganist Christian Skobowski stellt die frisch restaurierte Paradiesorgel vor, die kleinste Orgel im Ratzeburger Dom. Quelle: Matthias Wiemer
Ratzeburg

Der Dom ist bekannt für seine große Rieger-Orgel. Nicht jeder weiß jedoch, dass das bedeutendste Gotteshaus in der Kreisstadt noch eine weitere und sogar zusätzlich eine kleine im Eingangsbereich aufweist. Diese sogenannte Paradiesorgel ist jetzt mit großem Aufwand erstmals seit ihrer Aufstellung saniert worden. Der Dom-Kirchenmusikdirektor Christian Skobowski präsentierte nun das Instrument und ist begeistert: „Es klingt ganz anders als vorher.“

Für große Werke ist die erst 1985 erbaute Orgel nicht gedacht, aber für kleinere und deshalb nicht weniger wichtige Anlässe und Aufgaben im Kirchenalltag, wie etwa Bestattungszeremonien und Wochenschlussandachten. Das Paradies ist der erste Raum, den der Besucher betritt, wenn er durch das Hauptportal in den Dom kommt.

Diese Vorhalle fasst etwa 70 Personen und wird überwiegend für Beerdigungsandachten, aber auch für Konzerte in kleinerem Rahmen genutzt. Letzteres soll noch in diesem Jahr ausgeweitet werden, kündigten Skobowski und der Hausherr, Domprobst Gert-Axel Reuß, anlässlich der Vorstellung des überarbeiteten Instruments an.

Neuer Standort

Im Zuge dieser ersten grundlegenden Erneuerung, die die Orgel seit ihrer Aufstellung vor 33 Jahren erfuhr, ist auch ihr Standort verändert worden. Sie befand sich vorher an der Außenwand vor einer Grabplatte, an die sich kaum noch jemand erinnerte.

Wie schon bei der großen Hauptorgel hatte sich über die Jahrzehnte auch an der Paradiesorgel ein Schimmelpilzproblem entwickelt. Da der Standort an einer Außenwand aller Wahrscheinlichkeit mit ursächlich für den Pilzbefall war, sollte auch ein neuer Platz für das gut fünf Meter hohe Instrument gefunden werden.

Dem Organisten wäre eine Position im 45-Grad-Winkel, also schräg in der Ecke, am liebsten gewesen, doch da machte der Denkmalschutz nicht mit. Also einigte man sich auf die angrenzende Wand zum Hauptschiff hin. Was gleich zwei Vorteile hat: Der Platz an der Wand ist weniger feuchtigkeitsbehaftet und bietet auch einen besseren Blickkontakt zwischen Pastor und Organist.

Domorganist Christian Skobowski zeigt, wie sie sich jetzt viel leichter die Register ziehen lassen. Quelle: Wiemer

Warum eine Grundüberarbeitung der Paradiesorgel notwendig war, erklärt der Domorganist so: „Erstens fehlte von Anfang an ein wichtiges Register zur Unterstützung eines voluminösen Klangs, sodass das Instrument nur bedingt für viele Musikstücke verwendbar war.“ Zum anderen, beschreibt Skobowski weiter, hätten durch Staub und Schmutzablagerungen manche der insgesamt rund 600 Pfeifen (die große Orgel hat 3600) keinen sauberen Ton mehr erzeugen können. Das Klangbild wirkte insgesamt leicht verstimmt. Laut Christian Skobowski habe die Orgel zuletzt etwa 30 Prozent Klangeinbußen gehabt. „Die war einfach nicht mehr gut spielbar.“

Mit der Sanierung der kleinsten Orgel im Paradies ist die Reihe der Erneuerungen der Domorgeln abgeschlossen. Die große Orgel (Baujahr 1978) wurde 2013 saniert, die Chororgel (Baujahr 1972) erhielt ihre Auffrischung vor zwei Jahren.

Damit das klanglich aufgefrischte Instrument jetzt häufiger einem größeren Besucherkreis zu Gehör gebracht werden kann, soll zu Beginn der Adventszeit eine neue kleine Konzertreihe gestartet werden. Zuvor ist aber jetzt am 22. September um 18 Uhr eine feierliche Wiedereinweihung mit einem Orgelkonzert auf der Paradiesorgel geplant.

Zwei Tage lang gestimmt

Der Intonateur hat zwei volle Tage mit der tonalen Abstimmung der Paradiesorgel zugebracht. Insgesamt war das 1985 gebaute Instrument an die drei Monate lang in der Werkstatt zur Überarbeitung. Die Sanierung hat insgesamt rund 80000 Euro gekostet. Die Orgel verfügt jetzt über elf Stimmen (Register), verteilt auf zwei Manuale und Pedale. Die Basspfeifen erhielten eine neue Position. Die Kosten für die Sanierung decken sich hauptsächlich aus Mitteln der Domkirchengemeinde, des Vereins zur Förderung der Ratzeburger Dommusiken und Spenden.

Matthias Wiemer

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