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Lauenburg Parteien stellen Möllner Verkehrskonzept vor
Lokales Lauenburg Parteien stellen Möllner Verkehrskonzept vor
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16:18 27.11.2018
Zu viel Verkehr in der Möllner Hauptstraße gibt es schon lange, wie dieses Bild aus dem Jahre 2012 zeigt. Quelle: Dreessen
Mölln

Die Sozialdemokraten haben jetzt auf einer Mitgliederversammlung ein eigenes Verkehrskonzept vorgestellt. Sie hatten allen voran eine Sperrung der Hauptstraße an verkaufsoffenen Sonntagen gefordert, die nun beschlossen wurde. Die CDU hingegen hatte dies abgelehnt und zeigt sich abwartend, ein Diskussionsabend mit Bürgern ist terminiert. Die Grünen fordern weiterhin ein umfassendes Mobilitätskonzept, das von externen Experten erstellt wird. Die erneute Steigerung der Auto-Zufahrten am Wassertor gießt auch Wasser auf die Mühlen der Verkehrsgegner.

Als „Wahnsinn“, bezeichnete am Dienstag die Bürgerinitiative „Till stinkt’s“ die neuen Verkehrszahlen. Den Aussagen der Bürgerinitiative zu Folge waren in Mölln (Stand 2016) etwa über 9000 Pkw zugelassen. „Das bedeutet, dass jeden Tag fast 180 Prozent des gesamten Fahrzeugbestands durch die Altstadt rollen“, heißt es in der Stellungnahme. Jeder Möllner Pkw-Besitzer müsse sein Auto also ungefähr zweimal täglich durch die Stadt bewegen, um diese Zahl zu erreichen. „Das macht schon sehr deutlich, dass das Problem zu einem erheblichen Anteil durch Fahrzeuge verursacht wird, die nicht aus Mölln stammen“, schreibt die Initiative.

Die Verkehrsmessung

Das Verkehrsmonitoring wurde an vier Knotenpunkten per Videofilm durch das Ingenieurbüro „Masuch + Olbrisch“ geleistet. An den Knotenpunkten Wassertor (Summe der Knotenpunkt-Zufahrten täglich: 15 954), Bauhof (14 103), Grambeker Weg/Eichholzberg (22 488) sowie Grambeker Weg/Berliner Straße (20 354) wurde gemessen.

Signifikante Veränderungen gegenüber 2016 habe es laut Verwaltung am Knoten Grambeker Weg/Berliner Straße gegeben. Dort sei die Summe aller Knotenpunktzufahrten pro Tag um 12 Prozent höher als 2016.

„Das „Thema Verkehrsberuhigungbleibt aktuell“, schreibt die Stadt in einer Stellungnahme. Die Zunahme am Knotenpunkt K 04 (Grambeker Weg/Berliner Straße) sei nicht eindeutig erklärbar. Gegebenenfalls habe die Neueröffnung des Edeka-Marktes zu mehr Verkehr geführt.

SPD schlägt Bodenschwellen und Pförtnerampeln vor

Eine Arbeitsgruppe „Altstadt und Verkehr“ der SPD stellt aktuell die Frage, ob „man sich nicht von der weitgehend autogerechten Stadt verabschieden müsse“. Die nun veröffentlichte Pressemitteilung enthält jedoch auch Kritik an einigen Geschäftsleuten. „Entgegen der von einigen Geschäftsinhabern betriebenen Polemik und bewussten Falschmeldung, geht es nicht um die Sperrung der Altstadt, sondern um Vorschläge zur Reduzierung des Verkehrs“, teilte SPD-Sprecher Detlev Fahlbusch mit. Die Reduzierung des Verkehrs sei nicht nur aus Sicht der Bewohner der Innenstadt dringend erforderlich, sondern auch aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes. Es müssten Maßnahmen ergriffen werden, um bestehende Tempolimits durchzusetzen und See- und Mühlenstraße seien in die Überlegungen einzubinden, ob sie nicht zu Anliegerstraßen gemacht werden sollten. „Denkbar sind beispielsweise Bodenschwellen und Pförtnerampeln“, heißt es. Um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern, sollten auch barrierefreie Fußwege und bessere Fahrradwege in die Überlegungen eingebunden werden. Korrespondierend zu diesen Maßnahmen gehören in die Innenstadt auch Bänke und Begrünungen, sowie Fahrradständer.

Die Fraktionen in Mölln haben unterschiedliche Meinungen zur Lösung des Verkehrsproblems in der Eulenspiegelstadt. Eine neue Verkehrszählung befeuert die Diskussion.

CDU: Auch außerhalb der Innenstadt Verkehrsbelastung

„Es geht leicht unter, dass nicht nur die Bewohner der Altstadt Verkehr ertragen müssen“, erklärte nun Swantje Meins, Bauexpertin und CDU-Fraktionsvorsitzende. Auch in anderen Bereichen des Stadtgebiets lebten Menschen, die großen Verkehrsmengen ausgesetzt seien – zum Beispiel am Vorkamp und in der Berliner Straße. Auch der Verkehr, der sich durch Wohnstraßen den Weg suche, wenn die Magistralen verstopft seien, dürfe nicht unterschätzt werden. Die Bundesstraße 207 sei zwar Anfang der 1970er als Umgehungs- und Entlastungsstraße aus Mölln heraus verlegt, führt aber wegen der Wasserflächen in einem so weiten Bogen um Mölln, dass viele Ortsansässige doch lieber den Weg durch die Stadt nach Mölln Süd suchten. „Die jetzt von einigen Altstadtbewohnern geforderte weiter gehende Verkehrsberuhigung bis hin zur Sperrung der Altstadt wird dazu führen, dass der Verkehr, der durch die Altstadt fließt, sich den Weg durch Wohngebiete suchen wird, deren Straßenausbau nicht dafür geeignet ist“, erklärt Meins. Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Möllner Abendgespräche“ will die CDU am 11. Dezember um 19 Uhr im Quellenhof mit Bewohnern ins Gespräch kommen.

Grüne fordern kostenlosen Busverkehr

Die Grünen fordern im Rahmen der Haushaltsplanungen nun erneut den Einstieg in die kostenfreie Busnutzung in Mölln. „Es soll ein Programm erarbeitet werden, das perspektivisch den kostenfreien Öffentlichen Nahverkehr mit freiem Zugang für Minderjährige und Kurkarteninhaber ermöglicht,“ so Thomas Metz grünes Mitglied in der Stadtvertretung. Außerdem müsse ein Mobilitätskonzept für den Robert-Koch-Park her. Bei der Hindenburgstraße sollen 2019 keine 50 000 Euro für die Straßenplanung eingesetzt werden, fordern die Grünen. Mit dem Geld soll ein Mobilitätskonzept erstellt werden. „Erst einmal bauen und dann erst schauen was problematisch werden kann, ist eine Belastung für Anwohnerinnen und Anwohner und unverantwortlich“, heißt es in einer aktuellen Erklärung. Mölln braucht Stadtplanung mit zukunftsfähigen Konzepten, die sich an den Bedürfnissen der Bewohner und nicht nur am Autoverkehr orientieren“,so die grüne Stadtvertreterin Sabine Tetzlaff.

Florian Grombein

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