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Lauenburg Patenschaften für Möllner Orgelpfeifen
Lokales Lauenburg Patenschaften für Möllner Orgelpfeifen
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10:07 05.08.2016
Bürger können Patenschaften für die Scherer-Bünting-Orgel übernehmen. Der Möllner Orgelbauverein St. Nicolai um Brigitte Ledeboer (v. l.) , Christian Brosse, Hartmut Ledeboer und Matthias Helmhagen sowie Pastor Hermann Handler hoffen auf viel Unterstützung. Quelle: Grombein
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Mölln

1,7 Millionen Euro kostet die Sanierung der Scherer-Bünting-Orgel, die in Kirchenarchiven erstmals 1436 erwähnt wird. Sie ist bitter nötig. Denn weiteres Stimmen des wertvollen Instrumentes könnte zu irreparablen Schäden führen. Eine Entwicklung, die sich nicht nur die Mitglieder der Kirchengemeinde und der Möllner Orgelbauverein St. Nicolai nie verzeihen würden.

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Gemeinde St. Nicolai geht Sanierung der Scherer-Bünting-Orgel für 1,7 Millionen Euro an – und braucht Hilfe.

Mit Spenden helfen

In St. Nicolai beschreiben Handzettel, wie Patenschaften funktionieren.

• Info : www.orgelbauverein-moelln.de

Schließlich ist das Instrument Teil des Lebenswerkes ihrer renommierten Orgelbaumeister und von enormem historischen Wert im gesamten norddeutschen Raum. In der Liste der obersten Denkmalschutzbehörde des Landes habe die Sanierung laut Pastor Hermann Handler höchste Priorität. Obwohl die Gemeinde auf Fördermittel des Bundes hofft, benötigt sie dringend Unterstützung der Möllner. Patenschaften für Reparaturschritte zwischen 20 und 2500 Euro können Bürger erwerben, und werden dafür mit einer Urkunde belohnt.

„Paten dürfen sich eine bestimmte Pfeife aussuchen. Wer hilft, kann sich sicher sein, dass er ein Jahrhundertwerk unterstützt“, erklärt Handler. Schließlich hat die Scherer-Bünting-Orgel trotz diverser Reparaturen schon mindestens 580 Jahre gehalten. Auch wenn der Zahn der Zeit an Metall, Holz und Filz über die Jahrhunderte genagt hat. Die Orgel enthält Pfeifen der norddeutschen Orgelbaukunst vom frühen 15. Jahrhundert bis in die Neuzeit. Die bedeutendsten Orgelbaumeister des 16. und 17. Jahrhunderts haben daran mitgewirkt. Etwa Jakob Scherer (1558), Hans Köster (1568) oder Friedrich Stellwagen (1639). Christoph Julius Bünting schuf 1754 den so genannten Prospekt – also das äußere Erscheinungsbild, was wohl alle Möllner heute kennen. Eine maßgeblich von Brigitte Ledeboer entwickelte und mit Hilfe des Lebenshilfewerkes realisierte Schautafel zeigt alle sanierungsbedürftigen Orgelpfeifen – Unterstützer müssen nur noch eine aussuchen.

Eine Firma aus den Niederlanden soll die Instandsetzung voraussichtlich ab 2017 realisieren.

Florian Grombein

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