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Personalnot in Kindertagesstätten

Ratzeburg Personalnot in Kindertagesstätten

Insbesondere kirchliche Träger schlagen Alarm – Problem: Facharbeitermarkt wie leergefegt.

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Kindergärten, Horte und Krippen (hier die U- und Ü3-Kinder im Kindergarten Nusse) verzeichnen seit einigen Jahren immer mehr Zulauf. Die Personalentwicklung bei den Betreuerinnen kann dem kaum standhalten. Immer öfter kommt es zu Engpässen. FOTO: ANTJE BERODT/HFR

Ratzeburg. . Große personelle Schwierigkeiten in den Kindertagesstätten Schleswig-Holsteins attestiert eine jüngste Studie des Deutschen Instituts für Sozialwirtschaft im Auftrag des Kita-Aktionsbündnisses „Unsere Kinder – unsere Zukunft“. Dabei wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der rund 1000 kirchlichen Einrichtungen im Land befragt. Ergebnis: Die Kitas sind personell äußerst knapp besetzt, insbesondere bei Krankheit und Urlaub kommt es immer öfter zu Ausfällen.

Vor Ort im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg ist die Situation entsprechend. „Feste, die sonst gefeiert wurden, mussten gestrichen werden, ebenso Ausflüge oder Sonderprojekte“, berichtet Susanne Wenck-Bauer, Leiterin des Fachdienstes Evangelische Kindertagesstätten in der Propstei Lauenburg (Ratzeburg). Sie persönlich wisse auch von Kitas, die aufgrund von Krankheit und des daraus resultierenden Personalmangels Gruppen schließen mussten. „Dies wird als allerletzte Notlösung gesehen, da Eltern Schwierigkeiten bei der Unterbringung ihrer Kinder haben.“

Auf dem einmal pro Monat vom Fachdienst Kindertagesstätten veranstalteten Konvent der Leitungen sei das Thema „hoher Krankenstand“ seit zwei Jahren sehr präsent, berichtet Wenck-Bauer. Der U3-Ausbau, verlängerte Gruppenöffnungszeiten und geringere Jahresschließzeiten hätten zu einem höheren Personalbedarf geführt, der nicht adäquat angepasst worden sei. „Erhöhter Stress und die enorme Arbeitsbelastung führen nicht selten zu einer Krankmeldung.“ Die Diskrepanz zwischen dem eigenen Anspruch an die zu leistende Beziehungs- und Bildungsarbeit und den bestehenden Möglichkeiten führe am Ende zu Frust und Unzufriedenheit – und dem gefürchteten Burnout.

Beim zuständigen Fachdienst in der Kreisverwaltung ist das Problem bekannt. Allerdings gehe man davon aus, dass die Kitas nicht von vornherein zu wenig Personal beschäftigten und damit hinter den Standards zurück blieben, so Kreissprecher Uwe Steinmeyer. „Wer zu wenig Personal beschäftigt, wird aufgefordert, dies zu ändern und zusätzliches Personal nachzumelden“, in den vergangenen Jahren sei dies in bis zu zehn Fällen erfolgt.

Doch so einfach ist es nicht mit der Neubesetzung von Stellen. „Wir haben Probleme, Ersatz zu finden“, gesteht Möllns Bürgermeister Jan Wiegels ein: „Der Arbeitsmarkt für entsprechende Fachkräfte ist sehr angespannt“. In Mölln gibt es insgesamt zehn Einrichtungen, davon zwei städtische.

Im Amt Berkenthin haben die Verantwortlichen um den stellvertretenden Verwaltungschef Geert Schuppenhauer vor drei Jahren einen Kindergarten-Zweckverband gegründet, um solchen möglichen Problemen und Hindernissen zu begegnen. „Wir haben einen gemeinsamen Vertretungspool für unsere vier Einrichtungen geschaffen. Die Stelleninhaber/innen (Voll- und Teilzeit) sind als Springerkräfte tätig und werden dort eingesetzt, wo gerade Personal fehlt“, erklärt Schuppenhauer. „Mit dieser Lösung kommen wir gut zurecht und stoßen allenfalls in den grippegefährdeten Herbst- und Wintermonaten gelegentlich an unsere Grenzen.“ In den vergangenen zwei Jahren hätten auch die kirchlichen Kitas in Abstimmung mit den Standortgemeinden und dem ZV Springerstellen eingerichtet, um für Vertretungsfälle gerüstet zu sein.

Werner Rütz, Chef des Amtes Lauenburgische Seen, sieht die Situation in seinem Bezirk nicht so dramatisch. Absolut notwendig sei aber eine vorausschauende Planung, um auf dem „leergefegten Facharbeitermarkt“ qualifizierte und motivierte Bewerber zu bekommen. Statt der so genannten „Herdprämie“ der Landesregierung von 100 Euro monatlich ab 2017 für Eltern, die ihre U3-Kinder zu Hause betreuen, „hätte man dieses Geld besser in die Kitabetriebskostenförderung stecken sollen“. unk

LN

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