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Lauenburg Pfarrer Felix Evers: „Die Fallhöhe bei Fehlverhalten ist groß“
Lokales Lauenburg Pfarrer Felix Evers: „Die Fallhöhe bei Fehlverhalten ist groß“
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21:17 23.10.2013
Der katholische Pfarrer Felix Evers aus Ratzeburg. Quelle: LN

Lübecker Nachrichten: Herr Evers, welche Investitionen plant die katholische Kirche, planen Sie aktuell in Ratzeburg und Mölln?

Pfarrer Felix Evers: Also, ich habe einen Adventskranz für 250 000 Euro bestellt sowie fünf goldene Badewannen mit Edelsteinen besetzt, um darin Loriots Sketch über Dr. Klöbner und Herrn Müller-Lüdenscheid nachzuspielen. Ich finde das für die Barlach-Stadt Ratzeburg angemessen.

LN: Wie bescheiden. Müssten Sie dann nicht auch mit einer Abberufung von Ihrem Amt durch den Papst rechnen wie gestern der Bischof von Limburg?

Evers: Ja, nein, jetzt mal im Ernst: Die geistlichen Räte oder Versprechungen in der katholischen Kirche lauten Gehorsam, Armut und Ehelosigkeit. Daran haben wir uns zu orientieren. Vor allem, wenn wir über Moralverständnis predigen. Die Fallhöhe bei entsprechendem Fehlverhalten ist groß. Ich leide enorm darunter, wenn Mitbrüder nachweislich Kinder sexuell missbraucht oder Geld verschwendet haben. Denn das ist immer ein Schlag ins Gesicht derer, die sich an die geistlichen Räte halten.

LN: Sind Sie von Ihren Gemeindemitgliedern oft darauf angesprochen worden?

Evers: Ja, natürlich war das eine Diskussion. Diese Fehlverhalten führen immer auch zu einem großen Vertrauensverlust. Aber glücklicherweise wissen unsere Leute schon genau zu unterscheiden zwischen solchen Verfehlungen und unseren Bemühungen vor Ort, Not zu lindern wie beispielsweise unser Gemeindemitglied Hannelore Stüben mit ihrer Ratzeburger Tafel.

LN: Von einigen Seiten wurde das Wort von der Medienkampagne geführt. Sehen Sie das auch so?

Evers: Nein. Die Medien haben die Aufgabe aufzuklären. Und das ist hier ja auch nachweislich gelungen.

LN: Wie bewerten Sie nun den Abzug des Limburger Bischofs?

Evers: Ich finde schon, dass derjenige, der Schuld auf sich geladen hat, dies auch persönlich verantworten muss.

Interview: Joachim Strunk

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