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Lauenburg Pfichttraining am stillgelegten Atommeiler
Lokales Lauenburg Pfichttraining am stillgelegten Atommeiler
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20:47 25.10.2016
Eines der Szenarien: Vor der Tür lag eine mit Brandpaste präparierte Puppe. Die Feuerwehrleute mussten diesen fiktiven Menschen löschen und retten. Die Männer trainierten während einer Einsatzübung verschiedene Szenarien auf dem Gelände des Kernkraftwerkes Krümmel. Quelle: Fotos: Timo Jann

Ein Unglück jagte am Montagabend auf dem Gelände des Kernkraftwerkes Krümmel das nächste: Wilfried Brandes, stellvertretender Chef der Werkfeuerwehr, hatte ein umfangreiches Übungsszenario vorbereitet. Es galt zwei angenommene Brände zu löschen, einen Menschen vom Dach des Castorlagers zu retten und einen Eingeklemmten unter einem Container zu befreien. Die Übung der Werkfeuerwehr zusammen mit den Geesthachter Ortswehren ist einmal im Jahr gesetzlich vorgeschrieben.

Energie durch Kernspaltung wird am Kraftwerk Krümmel schon seit Jahren nicht mehr gewonnen – trainieren muss die Werksfeuerwehr mit den Nachbarwehren dennoch weiter.

„Hier kann man sich sicher fühlen.“Jürgen Meiners, unabhängiger Beobachter des TÜV

So war dann auch Jürgen Meiners als unabhängiger Beobachter des TÜV vor Ort, um das Zusammenspiel der Einheiten zu prüfen. „Hier kann man sich sicher fühlen“, so sein Fazit.

Geesthachts Feuerwehrchef Sven Albrecht hatte die Einsatzleitung seinem Stellvertreter Heiko Brett und den Zugführern Ingo Schwarz und Thomas Marbes überlassen und nutzte die Möglichkeit, der Mannschaft selbst einmal beim Vorgehen zuzusehen. Die Führungskräfte koordinierten die verschiedenen Gruppenführer mit den dazugehörigen Fahrzeugen an den unterschiedlichen Einsatzstellen. Um 18.45 Uhr begann zunächst der Einsatz für die Werkfeuerwehr. „Wir haben rund um die Uhr eine aus neun Einsatzkräften bestehende Löschgruppe vor Ort“, berichtete Olaf Pape, Sicherheitschef des Kraftwerks.

Die Grünhofer Feuerwehr unterstützte die Werkfeuerwehr dann beim Löschen eines angenommenen Feuers in einem Bürogebäude, dort war es mit Theaternebel so verqualmt, dass unter beinahe realistischen Bedingungen Vermisste gesucht werden mussten. Für Geesthachts Wehr ging es zunächst zu einem angenommenen Brand in einem Lager. „Vor der Tür lag bei deren Eintreffen eine Puppe, die wir mit Brandpaste versehen und angezündet hatten“, so Brandes. Hier war schnelles Einschreiten erforderlich. Anschließend musste das Lager ebenfalls nach der Feuerstelle und möglichen Vermissten abgesucht werden.

Parallel dazu wurde die Drehleiter an der Castorhalle in Stellung gebracht, um eine Person vom Dach zu retten. Dabei wurde festgestellt, dass die 1,80 Meter hohe Attika des Flachdaches nicht in den Feuerwehrplänen vermerkt ist. Nur mit einer zusätzlichen tragbaren Leiter konnte die Person gerettet werden. Zeitgleich wurde auch eine unter einer Containermulde eingeklemmte Person gemeldet, die mit hydraulischen Rettungsgeräten gerettet wurde. Albrecht: „Diese vielseitigen Aufgaben haben uns schon gefordert. Aber es war gut so, denn so waren alle 70 Einsatzkräfte eingebunden.“

Pape erinnerte bei der abschließenden Besprechung daran, dass in Krümmel trotz des Stillstands etwa 250 Menschen arbeiten und deren Sicherheit gewährleistet sein muss. „Die Übung zeigt, dass der Brandschutz sichergestellt und die Hilfe adäquat ist“, so Pape.

Timo Jann

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