Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Pilotprojekt: Ein Staatsanwalt für alle Schwarzenbeker Fälle
Lokales Lauenburg Pilotprojekt: Ein Staatsanwalt für alle Schwarzenbeker Fälle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:27 24.03.2016
Christian Braunwarth soll ab sofort das Generalreferat Einbruchdiebstahl der Staatsanwaltschaft Lübeck und die Regionalgruppe Amtsgericht Schwarzenbek leiten. Quelle: Florian Grombein
Schwarzenbek/Lübeck

Die Staatsanwaltschaft in Lübeck hat Christian Braunwarth zum neuen Leiter der Regionalgruppe Amtsgericht Schwarzenbek ernannt. Der 52-Jährige koordiniert damit die Arbeit von einem Team aus vier Dezernenten: zwei Amtsanwälten und jeweils einem Staatsanwalt für Jugendstrafsachen und Straftaten die von Erwachsenen begangen wurden. Ziel dieser Gruppe, die im Bereich der Staatsanwaltschaft Lübeck als Pilotprojekt geführt wird, ist es ein hohes Maß an Integrität unter den unterschiedlichen Akteuren der Staatsanwaltschaft zu schaffen und außerdem Synergieeffekte zu generieren. Braunwarth bildet außerdem einen einheitlichen Ansprechpartner für Polizei, Gericht und Staatsanwaltschaft. Der Kontakt zwischen den Dezernenten, die den Bereich Schwarzenbek betreuen, soll mit der Regionalgruppe verbessert werden.

„Das kann unter Umständen auch ein Organisationsmodell für bestimmte Amtgerichtsbereiche werden“, erklärt Oberstaatsanwalt Dr. Ralf Peter Anders. Zum Beispiel, wenn es in einer Region eine Häufung von bestimmten Straftaten gäbe, die eine noch bessere Vernetzung erforderten. Das Modell sei allerdings für große Bereiche wie den des Amtsgerichtes Lübeck nicht geeignet. Derzeit sind in der Lübecker Staatsanwaltschaft 57 Staatsanwälte beschäftigt.

Braunwarth studierte zwischen 1991 und 1997 Jura in Hamburg. Sein Referendariat absolvierte er am Landgericht in Lübeck. Ab 1999 war er dort auch als Staatsanwalt tätig. Zunächst beschäftigte er sich mit Umweltstrafsachen, ab 2004 dann mit organisierter Kriminalität und Betäubungsmittelkriminalität. Bald soll er außerdem das Generalreferat Einbruchdiebstahl im Bereich der Staatsanwaltschaft Lübeck übernehmen. Ein besonders wichtiger Bereich angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche landesweit rapide gestiegen ist.

Die vielen Rollen bringen auch reichlich Verantwortung mit sich: „Die Arbeit wird nicht weniger. Das sind aber auch interessante Herausforderungen“, erklärt der Jurist. Seine Familie müsse viel Verständnis für seinen Beruf aufbringen. Dennoch weiß Braunwarth auch zu entspannen. In Nordwestmecklenburg, ganz in der Nähe zur lauenburgischen Kreisgrenze, wohnt er auf einem Resthof mit Hunden, Pferden und Hühnern.

Braunwarth schaffte es laut Thomas-Michael Hoffmann, Leiter der Staatsanwaltschaft Lübeck, sogar zum sogenannten 3. Staatsexamen. Er legte eine etwa zehnmonatiges Erprobungszeit beim Generalstaatsanwalt in Schleswig ab. Für diese Maßnahme werden hauptsächlich Staatsanwälte vorgeschlagen, die in eine leitende Position aufsteigen sollen. Bei Braunwarth ist das nun gelungen, er rangiert noch über dem Gehaltsniveau eines Polizeidirektors.

Dabei war es nicht von Anfang an die Juristerei, die den 52-Jährigen beruflich reizte. Nach dem Abitur studierte er an der Fachhochschule Hamburg zunächst Nautic, fuhr zur See und erlangte schließlich das Kapitänspatent. Wer ein Schiff führen kann, der ist möglicherweise nicht die schlechteste Wahl für die Leitung der Regionalgruppe.

Von Florian Grombein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!