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Lauenburg Planungsgebiet festgezurrt: Jahrhundertprojekt kann kommen
Lokales Lauenburg Planungsgebiet festgezurrt: Jahrhundertprojekt kann kommen
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22:08 24.05.2016

Natürlich muss am 20. Juni 2016 noch die Stadtvertretung endgültig und offiziell beschließen und Kiel danach endgültig grünes Licht geben. Doch wenn der Bauausschuss sich schon einstimmig für die Planungen ausspricht, kann man getrost davon ausgehen, dass diese Ratzeburger Politiker ein Jahrhundertprojekt für ihre Stadt auf den Weg gebracht haben.

 

Dipl.-Ing. Helmut Rösener von S.T.E.R.N.

Rund ums Aqua Siwa

Nicht einfach wird es bei der Sanierung oder beim Neubau des Hallenbades. Das Aqua-Siwa-Grundstück ist zwar im städtischen Besitz, angrenzende und benötigte Flächen gehören aber Privatleuten. Mit diesen sei man in Gesprächen, sagte Stadtplaner Michael Wolf, Enteignungen seien nicht geplant.

Sie legten nämlich am Montagabend vor einer interessierten Zuhörerschaft die Grundlage durch die förmliche Festlegung des Maßnahmengebietes „Südlicher Inselrand“.

Dieses Sanierungsgebiet umfasst von Westen nach Osten die Seebadeanstalt und Schlosswiese, die ehemalige Ernst-Barlach-Schule, Kurpark, Theaterplatz und Burgtheater, das Hallenbad Aqua Siwa und den Kleinen Küchensee mit Kleinbahndamm und -brücke. Diplom-Ingenieur Helmut Rösener vom Berliner Stadtplanungsbüro S.T.E.R.N. erläuterte den Ausschussmitgliedern nochmals die einzelnen Bereiche mit den jeweiligen Vorhaben.

Ausführlich und umfangreich hatten sich die Planer der Stadt und von S.T.E.R.N. ein knappes Jahr mit dem Vorhaben beschäftigt, Stadtspaziergänge und Informationsveranstaltungen mit und für die Bürger organisiert, nachdem Ratzeburg im vergangenen Jahr in das Städtebauförderprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ aufgenommen worden war.

„Jetzt gilt es, alle förmlichen Voraussetzungen zu erfüllen, damit es dann endlich los gehen kann“, sagte Bauausschussvorsitzender Werner Rütz (Freie Ratzeburger Wähler). Rütz weiß, wovon er spricht, ist er doch selbst als Leiter des Amtes Lauenburgische Seen sehr vertraut mit den bürokratischen Hürden, die es zur Finanzierung so vieler Projekte zu nehmen gilt.

Rösener berichtete von der Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange, die „ohne Konflikte“ vonstatten ging. Auch die Bürgerinformationstreffen seien sehr gut besucht worden. Beim letzten Treffen im April in der Ratzeburger Jugendherberge hatten die Gäste ihre Prioritäten für die jeweiligen Maßnahmen benannt.

Dabei lag das Aqua Siwa mit riesigem Vorsprung an der Spitze der Wunschliste. Ob dieses aufwändig restauriert oder aber abgerissen und – möglicherweise auch an anderer Stelle in unmittelbarer Nähe – wieder neu gebaut wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Rütz: „Die konkreten Planungen beginnen erst ab dem nächsten Herbst. Dieses gigantische Projekt von geschätzten 21 Millionen Euro wird uns sicher mindestens zehn Jahre lang beschäftigen.“

 Joachim Strunk

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