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„Plötzlich gab es einen lauten Knall“

Lauenburg „Plötzlich gab es einen lauten Knall“

Die Antriebswelle des Backbord-Schaufelrades ist bei voller Fahrt im Hamburger Hafen gebrochen. Für 270 Fahrgäste bedeutete das am Sonntag das unplanmäßige Ende einer Tagestour von Lauenburg nach Hamburg. Zurück ging es notgedrungen per Bus.

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Der historische Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ musste mit Hilfe des Tankschiffes „Nautic“ aus dem Hamburger Hafen zurück nach Lauenburg geschleppt werden.

Quelle: Fotos: Timo Jann

Lauenburg. Der historische Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ hat ein Rad ab – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Antriebswelle des Backbord-Schaufelrades ist bei voller Fahrt im Hamburger Hafen gebrochen. Für 270 Fahrgäste bedeutete das am Sonntag das unplanmäßige Ende einer Tagestour von Lauenburg nach Hamburg. Zurück ging es notgedrungen per Bus.

LN-Bild

Dem historischen Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ brach bei voller Fahrt ein Schaufelrad ab.

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Weitere Fahrten

Fahrplanmäßig soll der Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ am Sonnabend, 19. August, mit dem Shantychor „Die Kielschweine“ nach Bleckede fahren. Ob die Fahrt stattfinden kann, ist noch unklar. Weitere Informationen zum Fortschritt der Reparatur und zu den noch geplanten Fahrten gibt es im Internet unter der Adresse:

www.raddampfer-kaiser-wilhelm.de

„Es wurde niemand verletzt, das ist das Wichtigste. Den Schaden bekommen wir hoffentlich bis zur nächsten Fahrt in zwei Wochen, spätestens aber bis zu den Fahrten in vier Wochen, repariert", sagt Kapitän Markus Reich.

Morgens hatte der 117 Jahre alte Raddampfer in Lauenburg abgelegt. In Geesthacht und Hoopte wurden zahlreiche Passagiere an Bord genommen. „Wir waren ausgebucht“, sagt Reich. Über die Süderelbe steuerte er den Raddampfer in den Hamburger Hafen. An der Elbphilharmonie vorbei ging es in die Norderelbe. Reich erzählt: „Plötzlich hörte ich einen lauten Knall und gab sofort das Signal zu stoppen.“ Dank Wind und Strömung gelang es der Crew, den gut 58 Meter langen Raddampfer am Holthusenkai unweit der Elbbrücken festzumachen.

Bei der Kontrolle stellte die Besatzung dann fest, dass das Schaufelrad auf der linken Seite des Schiffes lose im Radkasten hing. Mit Hilfe einer dicken Stahlkette und eines Flaschenzuges wurde das Rad sofort gesichert. Die Schaufelbretter waren bei der Drehung an den Radkasten geschlagen und zerbrochen. „Die Welle ist gebrochen“, sagt Reich. Das im Durchmesser drei Meter große Rad ist aus seiner Position gerutscht.

Die Crew musste improvisieren, um die Passagiere zurück an ihre Startorte zu bringen. Aus Hoopte fuhren zwei Busse nach Hamburg. Ein Taxi-Fahrer brachte den mitgefahrenen Busfahrer der in Geesthacht zugestiegenen Gruppe zurück zum Menzer-Werft-Platz, damit er den Bus abholen konnte. „Einige Fahrgäste haben ihre Rückfahrt selbst organisiert“, sagt Reich. Er blieb mit einem Teil der Mannschaft an Bord und wartete auf die Rettung.

Die nahte schließlich am Abend mit dem 80 Meter langen Tankschiff „Nautic“, das die Reich Schifffahrtsbetriebe auf der Elbe im Einsatz haben. Der Lauenburger Kapitän Sascha Mehrkens und seine Crew manövrierten den leeren Tanker vom Heck kommend zwischen Kaimauer und „Kaiser Wilhelm“, dessen Crew löste schließlich das letzte Tau am Bug und sicherte den Raddampfer seitlich am Tanker. So ging es dann die Nacht durch im Doppelpack elbaufwärts zurück nach Lauenburg. Die „Nautic“ fuhr dann gleich wieder ab, gestern musste sie bereits wieder in Brunsbüttel laden.

Auf der Hitzler-Werft sollen die Experten den Schaden am Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ jetzt begutachten und reparieren. Wie lange das dauern wird und was es kostet, das ist laut Reich noch unklar. Im Rahmen der ohnehin geplanten umfangreichen Sanierungsarbeiten an Bord war die Welle bisher kein Thema. „Der Bruch kam ganz unerwartet", sagt Reich. Er geht davon aus, dass die Welle bereits mindestens einmal erneuert wurde und nicht mehr dem Originalzustand vom Bau des Schiffes im Jahr 1900 entspricht. „Das ist ein bewegliches Teil, da wirken ordentliche Kräfte. Gut, dass uns das nicht bei der Berlin-Reise im Juli passiert ist, so sind wir wenigstens schnell auf unsere Stamm-Werft gekommen“, sagt der Kapitän.

 Timo Jann

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