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Lauenburg Polizei hat die legalen Waffen des Dassendorfers noch nicht gefunden
Lokales Lauenburg Polizei hat die legalen Waffen des Dassendorfers noch nicht gefunden
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12:38 08.04.2016
Der VW Caddy des Waffennarrs steht beschädigt im Garten. Überall waren Waffen und Munition versteckt. Die Polizei durchsuchte selbst die Holzstapel. Quelle: Timo Jann
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Dassendorf

Wo hat Carsten V., der Waffennarr aus Dassendorf, seine registrierten Waffen versteckt? Diese Frage versuchen jetzt die Behörden zu klären. Denn trotz eines Großeinsatzes sind diese offiziellen Waffen des Sportschützen bisher von der Polizei nicht gefunden worden.

„Acht Lang- und drei Kurzwaffen sind nach wie vor verschwunden“, sagte gestern Polizeisprecherin Sonja Kurz, nachdem man das am Mittwoch während der groß angelegten Razzia von Polizisten sichergestellte Material (wir berichteten) bewertet hatte. Die Waffen sind auf der Waffenbesitzkarte des 49-Jährigen, der Sportschütze ist und einen Waffenschein hat, registriert. „Die Ermittlungen gehen noch weiter“, sagte Sonja Kurz.

Langsam wird auch der Teil der Vorgeschichte erkennbar, die die Behörden letztendlich bewogen hatten, jetzt gegen Carsten V. vorzugehen. Im März war er mit mehr als zwei Promille Atemalkohol in eine Polizeikontrolle geraten. Er musste daraufhin seine Fahrerlaubnis abgeben. Einige Tage später baute er einen Autounfall und flüchtete — erneut stark angetrunken, wie sich zeigte, als Polizisten ihn aufsuchten. Der kaputte VW Caddy steht noch in seinem Garten am Stemmenkamp. Am Wochenende, nachdem V. wirre Drohungen ausgesprochen hatte, rückte erneut die Polizei bei ihm an. Daraufhin bekam auch die Dassendorfer Amtsverwaltung Kenntnis von dem psychisch labil wirkenden Waffennarr.

Am Dienstag gab es dann den Durchsuchungsbeschluss, den das Schwarzenbeker Amtsgericht nach einer Prüfung der Infos erlassen hatte.

„Es war für uns ganz klar eine Gefährdungslage erkennbar. Der Mann war für seine persönlichen Probleme bekannt und wegen des Alkoholproblems aufgefallen. Deshalb wollten wir schnell etwas tun. Und wie sich bei der Durchsuchung gezeigt hat, war das ja auch gut so“, erklärt Brigitte Mirow, die Leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Hohe Elbgeest.

Dass es angebracht war, zunächst das Spezialeinsatzkommando (SEK) ins Haus zu schicken, belegt ein geladener Revolver, der griffbereit im Inneren lag. Doch V. war bereits seit Dienstag auf eigenen Wunsch in der Psychiatrie, als die Polizei sein Haus am Mittwoch gegen 6 Uhr gestürmt hatte.

„Im Moment scheint die Gefahr gebannt zu sein, der Mann ist ja in Behandlung“, sagt Sonja Kurz. 2000 Schuss Munition verschiedener Kaliber stellten die Beamten während des fast zehn Stunden dauernden Einsatzes in dem Haus und auf dem Grundstück am Stemmenkamp sicher. Auch zahlreiche Waffen, die er nicht hätte haben dürfen, verschiedene verbotene Waffenteile sowie verbotene Gegenstände wie einen „Totschläger“ und einen Schlagring entdeckte die Polizei.

Zurzeit werden die Funde noch nach strafrechtlicher Relevanz bewertet.

Von tja

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