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Lauenburg Polizei setzt auf neue Taktik
Lokales Lauenburg Polizei setzt auf neue Taktik
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18:17 30.07.2016

Es war einmal. . . eine Polizeistation Schwarzenbek-Land. Die war im Haus Compestraße 10 in Schwarzenbek untergebracht. Als Polizeistation war sie eine so genannte nachgeordnete Dienststelle der Polizei-Zentralstation Schwarzenbek, wie auch die Dienststellen in Aumühle und Dassendorf. Jetzt hat es einige Neuerungen gegeben. Die Aufgaben der Polizeistation Schwarzenbek-Land werden nun zweigeteilt wahrgenommen, die Einsätze werden vorrangig durch den Einsatz- und Präsenzdienst vom Polizeirevier Schwarzenbek gefahren.

Die Bürgerbetreuung, die Ermittlungen und die Kontakte zu den Gemeinden des Amtes Schwarzenbek Land sind Aufgabe der Beamten des Bezirks-Dienstes beim Polizeirevier. In diesem Aufgabenbereich finden sich die Beamten der ehemaligen Polizeistation wieder. Sie sind nach wie vor die Ansprechpartner für Gemeinden und Kontaktbeamte für die Bevölkerung.

Die Stichworte der Neuerungen lauten Bürgerpräsenz und Einsatzpräsenz. Bürgerpräsenz meint verlässliche Erreichbarkeit der Polizei auf der Dienststelle in Schwarzenbek zu feststehenden Zeiten. Die Stärken der bisherigen Polizeistation lagen im Bereich der Bürgerbetreuung und Ermittlungsführung, und eben diese Stärken hat nun der Bezirks- und Ermittlungsdienst übernommen.

Zum Thema Einsatzpräsenz erklärt Erster Polizeihauptkommissar (EPHK) Ernst Jenner: „Einsätze im Streifendienst sollen aus Gründen der Eigensicherung grundsätzlich im Streifenteam von zwei Beamten wahrgenommen werden. Dabei wird eine Reaktionszeit von zehn Minuten für alle dringenden Einsätze angestrebt, also für akute Einsätze mit Gefahren für Leib, Leben und Gesundheit, oder wenn es um erhebliche Sachwerte geht, beispielsweise bei Verkehrsunfällen mit verletzten Personen, andauernden Straftaten wie Einbrüche, Körperverletzungen oder akute Bedrohungen und mehr.“

„Von 2005 an hatten wir den gesamten Landbereich in Schwarzenbek betreut, also 21 Gemeinden“, erzählt Polizeihauptkommisar (PHK) Daniel Stephan. Zu diesem Zweck wurden damals die Polizeistationen Gülzow, Kuddewörde und Schretstaken zusammengefasst. Mit der Neugestaltung sind PHK Stephan und seine Kollegen Polizeioberkommissar (POK) Thorsten Gaebler und Polizeikommissar (PK) Thomas Kulp nun eine Organisationseinheit des Polizeireviers, dem Bezirks- und Ermittlungsdienst. „Wir sind schon arbeitsfähig, aber die Umstrukturierung ist noch nicht fertig.“

Eines aber steht fest: „Die Arbeitsabläufe sind jetzt bürokratisch vereinfacht“, sagt Stephans Chef Ernst Jenner. PHK Stephan erklärt die Aufgabenverteilung: Von den etwa 30 Beamten, die ihren Standort an der Compestraße haben, sind die Streifenpolizisten diejenigen, die den so genannten Einsatz- und Präsenzdienst leisten. „Sie sind im Schichtdienst rund um die Uhr an 365 Tagen unten in der Dienststelle tätig. Der Ermittlungsdienst wiederum verarbeitet alle Anzeigen und Berichte.“ Das sei zum großen Teil reine Schreibtischtätigkeit, aber zu Gelegenheiten wie Umzugsbegleitung, Bürgergesprächen oder Prävention an Schulen sowie für Wochenend- und Nachtdienste verlassen auch Stephan und seine Kollegen vom Ermittlungsdienst die Büros.

Und wo ist nun der Synergieeffekt? „Büroakten und Toilettenpapier haben eines gemeinsam: Kein Geschäft ist beendet, bevor der notwendige Papierkram nicht erledigt ist!“ Das hat der Publizist Willy Meurer gesagt, und damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Egal, was wo passiert: Sobald die Polizei eingeschaltet ist, gerät eine Maschinerie in Gang. PHK Stephan erklärt, wie unnötig kompliziert die Beamten vorher zum Teil arbeiten mussten. Sein Beispiel: Ein Jugendlicher aus dem Landbereich begeht einen Diebstahl in der Stadt – das hat einen regelrechten Aktentourismus ausgelöst. Hinzu kommt, dass die Beamten nur zu zweit Einsätze fahren dürfen, was bei nur drei Beamten für einen Zuständigkeitsbereich im Alltag nur in den seltensten Fällen machbar ist.

Der Bezirksermittlungsdienst ist in aller Regel von 7 bis 19 Uhr präsent und ansprechbar. Polizeihauptkomssiar Stephan ist zufrieden: „entsprechend Vieles läuft jetzt reibungsloser – und das ist doch gut.“ Und der leidige Aktentourismus? Das war einmal. . .

Dorothea Baumm

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