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Lauenburg Umzug der Polizeistation Berkenthin
Lokales Lauenburg Umzug der Polizeistation Berkenthin
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18:54 08.10.2018
Umzug der Polizei innerhalb Berkenthins: Wo früher der Schriftzug der Kreissparkasse prangte, ist jetzt das Schild der Polizei montiert Quelle: Jens Burmester
Berkenthin

Der Umzug stand schon lange fest. Ende September rollte dann ein Möbelwagen einer Kieler Spedition vor dem Amtsgebäude an und die Mitarbeiter trugen in ihr Auto, was die Beamten schon in den Tagen zuvor zusammengepackt hatten. Schränke, Schreibtische, viele Umzugskartons und einige Grünpflanzen.

Ziel des Umzugstransportes war schließlich das ehemalige Gebäude der Kreissparkasse in der Ratzeburger Straße in Berkenthin. Dass riesige blaue Schild mit den weißen Lettern „POLIZEI“ weist nun seit einigen Tagen darauf hin, dass hier nun die Ordnungshüter ihr neues Domizil haben. Für die Bürgerinnen und Bürger wird ein Besuch der Polizeiwache in Berkenthin nun wesentlich einfacher. Die neue Wache ist im Gegensatz zur alten Wache im Amtsgebäude barrierefrei zu erreichen.

Eigentlich sollte bereits am 1. Oktober die feierliche Einweihung stattfinden, doch die wurde von der Polizei immer wieder verschoben. Nun ist die offizielle Einweihung für den 19. Oktober geplant. Die Lübecker Nachrichten hatten allerdings schon im Vorwege die Möglichkeit, die neuen Räumlichkeiten einmal anzusehen.

Wer durch die automatisch öffnende Glastür in den eigentlichen Wachraum kommt, findet sich vor einem neue blauen Tresen mit einer hellen Holzplatte wieder. Dort können die Beamten ihre „Kundschaft“ zunächst in Empfang nehmen. Sollte ein Kunde einmal zur Toilette müssen, ist die auch von der Wache aus zu erreichen. Natürlich ist auch das WC wie die gesamte Wache behindertengerecht ausgebaut worden.

Jeweils zwei Beamte teilen sich ein Arbeitszimmer mit jeweils einem eigenen PC-Arbeitsplatz. Für den Stationsleiter ist ein eigenes Büro ziemlich in der Mitte der Wache vorgesehen. In einer kleinen Küche können sich die Polizisten einen Kaffee oder Tee kochen oder etwas zu essen zubereiten. Und natürlich steht ihnen auch ein Sozialraum zur Verfügung.

Im Keller, der normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, erinnert noch vieles an die Kreissparkasse, die hier viele Jahre untergebracht war. Der große Tresorraum mit der dicken Stahltür ist immer noch vorhanden, auch die Schließfächer und ein dicker Tresor im Inneren des mit Teppichboden ausgeschlagenen Raumes sind noch immer da. Inwieweit die Polizei diesen Raum nutzen wird, bleibt der Öffentlichkeit verborgen.

Im Keller finden sich auch die Personaltoiletten sowie Duschen und Umkleideräume sowohl für Männer als auch für Frauen. Allerdings verrichten derzeit nur Männer ihren Dienst in Berkenthin. Neben Stationsleiter Eugen Höltig sind das wie bisher Ralf Zabel, Holger Schläfke und Mario Lederer. Ingo Rühl geht Ende dieses Monats endgültig in den Ruhestand. Für ihn wird dann ein Beamter aus Ratzeburg zunächst nach Berkenthin wechseln, so dass dann die Station wieder mit fünf Beamten voll besetzt ist.

Seit 2016 greift die Reform der Landespolizei. Damals wurden mehrere ein-Mann-Stationen und auch zwei-Mann Stationen geschlossen. Zu den geschlossenen Stationen zählte auch die Polizeistation Groß Grönau. Die beiden Beamten gingen nach Berkenthin. Eugen Höltig ist inzwischen Dienststellenleiter, Rühl geht in den verdienten Ruhestand. Zum Revier Ratzeburg, dessen Chef Manfred Börner auch in Kürze in den Ruhestand geht, gehört auch die Polizeistation Nusse. Die aber blieb nach Intervention der Landespolitik bestehen und wurde als einzige kleine Station nicht geschlossen.

Doch die Nusser Beamten mussten aus ihrer Wache im ehemaligen Nusser Amtsgebäude weichen, weil die Stadtwerke Media den Platz brauchte und der Mietvertrag abgelaufen war. Jetzt sind die beiden Beamten in Nusse in einem Büroraum an der Grundschule Nusse untergebracht. Das allerdings kann nur eine Notlösung sein, weil dort alles nur behelfsmäßig eingerichtet worden ist. Zwar gibt es eine Lösung und auch passende Räume in der ehemaligen Kreissparkasse, doch die Verhandlungen mit dem Eigentümer stocken offenbar.

Bei der Polizeidirektion Ratzeburg verweist man auf das Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH). Die Einrichtung ist für die Immobilien des Landes zuständig. Nach LN-Informationen soll aber auch die Polizeidirektion (PD) Ratzeburg nicht gerade auf das Gaspedal drücken, denn im Zuge der Reform war es seitens der PD geplant, die Station Nusse zu schließen, nicht sie zu erhalten. Immer wieder wird seitens der PD darauf hingewiesen, dass man für die Erhaltung der Station Nusse auch Personal stellen müsse und die Station eh nicht täglich besetzt sein könne. Eine Zwei-Mann Station sei eben aus diversen Gründen nicht mehr zeitgemäß.

Ihren Einsatzdienst versehen die beiden Nusser Beamten entweder gemeinsam oder mit ihren Kollegen von Sandesneben oder Berkenthin aus. Ob Gemeinde, Amtsverwaltung und Polizeidirektion gemeinsam mit der GMSH und der Landespolitik sowie dem Landespolizeiamt hier in absehbarer Zeit eine vernünftige Lösung, auch im Sinne der beiden in Nusse tätigen Beamten finden, erscheint derzeit völlig offen.

Jens Burmester

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