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Lauenburg Polizisten packen: Wache schließt für immer
Lokales Lauenburg Polizisten packen: Wache schließt für immer
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21:32 26.09.2016
Während Ingo Rühl das Schild an der Wache Groß Grönau abschraubt, trägt Dienststellenleiter Eugen Höltig einen Umzugskarton hinaus. Quelle: Fotos: Jeb

Für Polizeikommissar Ingo Rühl geht damit eine Ära zu Ende. Rühl war seit 18 Jahren in Groß Grönau als echter „Dorfsheriff“ tätig. Der derzeitige Leiter der Polizeistation Groß Grönau, Polizeihauptkommissar Eugen Höltig, ist erst seit zwei Jahren hier. Ab dem 1. Oktober werden die beiden Polizisten künftig nach Berkenthin zum Dienst fahren müssen. Höltig übernimmt die Leitung der Berkenthiner Wache im dortigen Gebäude der Amtsverwaltung. Die wird dann mit fünf statt bisher drei Beamten besetzt sein.

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„Südwind, der Iltis 11/11 schaltet endgültig ab. Tschüss!“ – So will sich Hauptkommissar Eugen Höltig am Freitag bei der Leitstelle abmelden.

Die Schließung der Groß Grönauer Wache ist im Zuge der Organisationsreform bei der Landespolizei beschlossen worden. Kleinere Zwei-Mann-Stationen (wie zum Beispiel Groß Grönau, Sterley, Nusse und auch Einzelposten (wie in Breitenfelde) werden geschlossen. Mit der Reform will die Polizeiführung im Land erreichen, dass die Beamten nicht mehr allein zu Einsätzen fahren müssen und so eine bessere Eigensicherung gewährleistet ist.

Zudem soll eine höhere Verlässlichkeit der Erreichbarkeit bei der Polizei geschaffen werden. „Natürlich soll man nach wie vor den Notruf 110 wählen, wenn man die Polizei braucht“, sagte der Ratzeburger Polizeichef Manfred Börner, der auch für Groß Grönau zuständig ist. Aber wer die Polizei aufsuchen wolle, werde künftig die Beamten auch häufiger an der Wache antreffen, als es bislang in einer kleinen Station der Fall war. Daher sei die Größe der momentan mit drei Beamten besetzte Wache in Berkenthin nun um zwei weitere Polizisten auf dann fünf Beamte aufgestockt worden. „Die Betreuung für Groß Grönau und die umliegenden Gemeinden wird künftig von Berkenthin aus sichergestellt“, so Polizeisprecher Holger Meier in einer Pressemitteilung.

„Ich musste die Landeslinie akzeptieren, obwohl ich mir auch eine andere Lösung hätte vorstellen können“, so Börner im Gespräch mit den LN. Die Bürgerinnen und Bürger in Groß Grönau fanden die Entscheidung über die Schließung ihrer Polizeistation lange Zeit nicht gut, hatten sogar Unterschriften gesammelt. „Wäre das eine kommunalpolitische Entscheidung gewesen, wäre das sicherlich gekippt worden“, sagte gestern Bürgermeister Eckhard Graf.

„Wenn die Polizisten hier nicht mehr vor Ort sind, wird das Sicherheitsgefühl der Menschen abnehmen“, ist sich Eugen Höltig sicher. Die Polizisten aber versprechen, dass Groß Grönau genauso sicher ist, wie bisher. Und die Bürger können auch dort unter der Nummer 04544/710 ihre Sorgen und Nöte vortragen. Die Station Berkenthin soll werktags von 7 Uhr bis 21 Uhr ständig besetzt sein.

Der letzte Dorfpolizist von Groß Grönau

Seinen ersten Einsatz hatte Kommissar Ingo Rühl bei der Station Groß Grönau am Harmsdorfer Kreuz. Es war ein Wildunfall, als er auf dem Weg zum Nachtdienst nach Sandesneben war. Zu der Zeit, als Rühl in Grönau anfing, war es noch eine mit drei Beamten besetzte Station. Rüdiger Krüger war Dienststellenleiter und Rüdiger Damerow war der andere Kollege. Beide sind längst im Ruhestand.

Bereits am 13. September hatte Rühl seinen letzten Dienst in Groß Grönau. Am 4. Oktober nimmt der letzte „Dorfsheriff“ von Groß Grönau seinen Dienst in Berkenthin auf. Zumindest bis Ende Oktober 2018. Dann geht auch er in den wohlverdienten Ruhestand. jeb

 Jens Burmester

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