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Lauenburg Polnischer Frachter auf der Elbe havariert
Lokales Lauenburg Polnischer Frachter auf der Elbe havariert
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19:06 12.10.2017
Elbabwärts von Lauenburg ist am Donnerstagmittag ein Frachter havariert. Quelle: Marohn
Lauenburg

Besonders heikel war vor allem der steife Westwind, der in Böen bis Stärke acht blies und dazu führte, dass das gut 80 Meter lange Schiff zum Teil quer zur Fahrtrichtung anderer Schiffe stand. Auf der Wasseroberfläche der Elbe hatten sich Schaumkronen gebildet.

Der polnische Frachter „Vota“ liegt inzwischen am Kai der Hitzler-Werft. Die Besatzung, zwei Polen, kann vielleicht schon morgen weiter nach Hamburg fahren.

Die Wasserschutzpolizei rückte zum Einsatz aus, da das ankernde Schiff aufgrund der Strömung in der Elbe hin- und her geschlingert sei. Man habe vermeiden wollen, dass der Frachter mit entgegenkommenden Schiffen kollidiere. Deshalb sei die Elbe kurzzeitig für den Durchgangsverkehr gesperrt worden, bis das Schiff in die Werft geschleppt worden war.

Ein Bürger aus Lauenburg hat eine Wohnung in der Altstadt, direkt an der Elbe. Aus seinem Wohnzimmerfenster konnte er beobachten, dass ein Frachter Probleme hatte. Das Schiff hatte den Anker geworfen. Er machte ein Foto, auf dem das Schiff allerdings kaum zu sehen ist. Die Entfernung zum Objekt war wohl zu groß. Auf Facebook wurde es dann als „Havarie“ gepostet.
Im Verwaltungsgebäude der Werft war am Donnerstagnachmittag alles ruhig, viele Büros waren nicht besetzt. Werft-Sprecher Werner Büker gab auf Anfrage der LN Entwarnung. „Wir haben den Frachter in die Werft geholt, weil er einen Motorschaden hatte, vermutlich hat sich eine Schraube verkantet. Nichts Dramatisches. Unsere Leute werden den Schaden morgen untersuchen. Von einem Notfall kann nicht die Rede sein“, sagte Büker.

„Es ist niemand zu Schaden gekommen. Die polnische Besatzung wird an Bord übernachten und kann morgen voraussichtlich ihren Weg fortsetzen“, sagte Büker. Der gecharterte Frachter hatte keine Güter geladen, war auf dem Weg nach Hamburg.

Vorfälle wie diesen gibt es häufiger auf der Elbe im Bereich des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg. Schiffsführer würden sich immer wieder in seichteren Bereichen des Flusses am Rand der Fahrrinne festfahren, wissen Insider, die namentlich nicht genannt werden möchten. Auch eine maximale Abladung der Schiffe führe wohl immer wieder dazu, dass es zu Manövrierproblemen komme. Diese aber in der Regel aus eigener Kraft behoben werden. Oder man helfe sich meist untereinander.

Grundsätzlich gebe es nach LN-Informationen wenig Neigung, in solchen Fällen, die meist keinen wirklichen Notfall darstellten, die Wasserschutzpolizei zu alarmieren. Im Schnitt würde eine solche kurzzeitige Manövrierunfähigkeit einmal monatlich auf der Elbe Lauenburg auftreten.

Trockengutschiff

Die „Vota“ ist ein Trockengutschiff, das ein Ladungsvermögen von 1129 Tonnen aufweist. Gebaut wurde es bereits im Jahr 1936 auf der Schiffswerft Gutehoffnungshütte Sterkrade AG, Walsum.

Der frühere Eigner aus Antwerpen hat das knapp 80 Meter lange und 8,20 breite Schiff mit einem Tiefgang von 2,50 Meter, das früher „Al Majo“ und „Jopa“ hieß, verkauft.

Von Matthias Wiemer und Silke Geercken

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