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Lauenburg Profi-Geschäftsführer für Ratzeburger VHS?
Lokales Lauenburg Profi-Geschäftsführer für Ratzeburger VHS?
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18:20 01.05.2016

Ende der Fahnenstange: Holger Martens, ehrenamtlicher Leiter der Ratzeburger Volkshochschule, appellierte vehement an die Mitglieder des Ratzeburger Ausschusses für Schule, Jugend und Sport: Der verstärkte Arbeitsaufwand durch die zusätzlichen Sprachkurse im Rahmen der Flüchtlingshilfe habe mittlerweile eine wöchentliche Mehrbelastung bei der VHS von 15 Stunden erreicht — „das ist hauptamtliches Niveau“, so Martens. Diese Mehrarbeit würde zurzeit aber durch ihn und seine Geschäftsführerin Silvia Tessmer unentgeltlich geleistet.

Das ist hauptamtliches Niveau.“Holger Martens, ehrenamtlicher Leiter der Volkshochschule Ratzeburg

Das könne so nicht weiter gehen. Gewissermaßen aus Fürsorgepflicht müsste die ehrenamtliche Geschäftsführung in eine hauptamtliche und somit korrekt bezahlte umgewandelt werden. Als Möglichkeiten der Finanzierung dieser hauptamtlichen Stelle nannte Martens Personalkostenzuschüsse durch das Land, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter. Auch könnten bereits hauptamtlich ausgeführte Arbeiten der Stadt auf die VHS verlagert werden wie etwa bei der EDV-gestützten Organisation der Offenen Ganztagsschule. Ein solches Modell würde erfolgreich von der VHS Schwarzenbek betrieben.

Auch sei mittelfristig ein Verbund der umliegenden Volkshochschulen denkbar, die überwiegend ehrenamtlich geführt würden und vor großen Nachfolgeproblemen stünden. Ein Zusammenschluss dieser VHS rechtfertige eine hauptamtliche Geschäftsführung, die dann auch von den angeschlossenen Gemeinden getragen würde. Nach einer kurzen Beratung stimmten die Ausschussmitglieder einheitlich dafür, die alternativen Finanzierungsmöglichkeiten durch die Verwaltung zu prüfen und diesen Vorschlag dann erneut zu beraten.

Ähnlich erfolgreich war auch das Werben von Thomas Engelbrecht, dem Leiter der Lauenburgischen Gelehrtenschule, um eine „volle“ Stelle für die Schulsozialarbeit. Seit dem Einsatz von Peter Linnenkohl als Schulsozialarbeiter an der LG habe sich die Situation deutlich gebessert. Linnenkohls Anwesenheit und Tätigkeit seien eine große Sicherheit für das Lehrerkollegium und auch für ihn, so Engelbrecht.

Das zeigten die Beispiele aus den Entwicklungsfeldern Demokratieerziehung, Prävention (Alkohol und Drogen) oder Konfliktlösung. Allerdings steht Linnenkohl der LG nur mit einer halben Stelle zur Verfügung. Die andere Hälfte leistet er an der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen (GLS). Da dort aber ab Mitte Mai eine zusätzliche halbe Stelle durch den Schulverband eingerichtet wird, plädierte Engelbrecht dafür, der LG die ganze Stelle und damit den „ganzen“ Peter Linnenkohl zurück zu holen. Es sei einfach nicht möglich, fast 1800 Schüler zu betreuen, vor allem wenn man dazu auch ständig den Standort wechseln müsse.

Dieser Argumentation folgte der Ausschuss und stimmte wiederum einheitlich für den Antrag des LG-Leiters Engelbrecht.

Von Joachim Strunk

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