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Lauenburg Prozess gegen mutmaßlichen Brandstifter kann beginnen
Lokales Lauenburg Prozess gegen mutmaßlichen Brandstifter kann beginnen
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18:13 08.06.2017
Mehrfach wurden in der Siedlung in der Rülau brennende Grillanzünder in Häuser geworfen. Für einen Fall muss sich demnächst ein 26-jähriger Schwarzenbeker vor Gericht verantworten. Quelle: Fotos: Jann / Neelsen

Drei Mal hatten unbekannte Täter im Herbst 2015 Grillanzünder durch auf Kipp stehende Fenster in Häuser im Wohngebiet in der Rülau geworfen. Für eine der Taten, nämlich die vom 15. September 2015, wird sich demnächst ein 26-Jähriger aus der Siedlung vor dem Schwarzenbeker Schöffengericht verantworten müssen.

Psychiater sieht Schuldfähigkeit des 26-jährigen Angeklagten.

„Wir werfen dem Angeklagten versuchte schwere Brandstiftung vor“, hat jetzt Ulla Hingst, die Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft, auf Anfrage mitgeteilt. Wahrscheinlich wird es im kommenden Monat zur Verhandlung kommen.

Der 26-Jährige lebt im Erlenweg, nur einen Steinwurf von den Brandstiftungen am Eichenweg und Buchenweg entfernt. „Der Angeklagte wurde von einem Geschädigten gesehen“, sagte Ulla Hingst.

Die Kriminalpolizei ermittelte auf Hochtouren und führte bei dem 26-jährigen Schwarzenbeker schließlich eine Hausdurchsuchung durch. In seinem Zimmer wurden dabei Grillanzünder sichergestellt. Unklar ist, ob er auch für die beiden anderen Taten im Herbst 2015 verantwortlich ist.

Auffällig: Vor drei Wochen wurde am Eichenweg erneut brennender Grillanzünder in ein Haus geworfen. Die Bewohner bemerkten am Nachmittag plötzlich Brandgeruch, schauten nach und löschten die Flammen, bevor sie sich ausbreiten konnten. Dort hat die Polizei bisher noch keine Spur vom Täter, aber Grillanzünder am Tatort sichergestellt.

„Das Verfahren gegen den 26-Jährigen hat sich hingezogen, weil er zunächst von einem forensischen Psychiater begutachtet werden musste“, sagte Ulla Hingst. Hintergrund: Die Schuldfähigkeit des Mannes musste geklärt werden. Die wurde im Rahmen der Untersuchung als gegeben angesehen.

Während der Verhandlung vor dem Schöffengericht wird der Psychiater ebenfalls dabei sein und den möglichen Ausführungen des Angeklagten folgen, um zum Ende der Beweisaufnahme eine Einschätzung zur Psyche des jungen Mannes abgeben zu können.

Ebenfalls auffällig: Im September und November 2015 hatte ein Anrufer, der die Brände damals über den Notruf meldete, nach Erkenntnissen der Polizei in zwei Fällen falsche Adressen genannt. Ein Mann – es handelte sich um den jetzt angeklagten 26-Jährigen – war dann aber jeweils an Ort und Stelle und wies die Einsatzkräfte der Feuerwehr als „rettender Hinweisgeber“ korrekt ein.

Timo Jann

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