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Lauenburg Prozess wegen Hehlerei mit gestohlenen Autoteilen
Lokales Lauenburg Prozess wegen Hehlerei mit gestohlenen Autoteilen
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11:36 09.09.2016
Im Gewerbegebiet Lanken in Elmenhorst werden dutzende Hallen vermietet. Zwei solcher Hallen hatte auch der nun angeklagte 32-Jährige zwischenzeitlich über einen Vermieter aus Lübeck angemietet. Quelle: LN

Einem 32-jährigen Geesthachter wird seit gestern am Amtsgericht Schwarzenbek vorgeworfen, längere Zeit mit gestohlenen Autos und Fahrzeugteilen gehandelt zu haben oder diese selbst gestohlen zu haben. Der Prozess mit der Anklage gewerbsmäßige Hehlerei/Bandenhehlerei (§ 260 StgB) soll Klarheit bringen. Der staatenlose Angeklagte mit osteuropäischen Wurzeln hatte im Gewerbegebiet Lanken auf den Namen seiner Frau zwei Hallen angemietet. Diese befinden sich unweit der Zulassungsstelle und gehören einem Lübecker Vermieter. In den Hallen fand die Polizei bei Durchsuchungen Fahrzeugteile, die aus Autoeinbrüchen zwischen 2012 und 2014 in Niendorf/St., Geesthacht, Lüneburg, Stormarn, Ostholstein oder etwa Hamburg stammen.

Eine Menge Teile sind bei Ebay verkauft worden. Ich kann mir schwer vorstellen, dass es sich um Gelegenheitsverkäufe gehandelt hat.“Christian Braunwarth, Staatsanwalt

„Er hat sofort bezahlt und ich durfte die Halle für meine Reifen nutzen“, sagte der Mann auf der Anklagebank. Der jahrelang von Hartz IV lebende Mann stellte sich als ahnungsloser Gebrauchtwagenhändler und Hobby-Kfz-Mechaniker dar, der einem osteuropäischen Hintermann gegen Bezahlung Gefälligkeiten erwies und dabei unwissend ins kriminelle Milieu geraten sei. Er will im Auftrag eines anderen Osteuropäers, der nicht im Besitz eines für ein Mietverhältnis nötigen Passes war, gehandelt haben. Hin und wieder habe ihn ein ungutes Gefühl dabei beschlichen, weil einzelne Käufer der Autos und Teile reklamiert hätten. Das Angebot des russischsprachigen Bekannten, mit dem er in seiner Heimatsprache sprechen konnte, gegen Bezahlung eine Garage zu mieten, sei ihm jedoch finanziell zu Pass gekommen.

100 Euro hatte er monatlich bekommen und habe die Halle selbst als Abstellraum nutzen dürfen. Angeklagt sind etwa ein Dutzend Taten. In den Verkaufsplattformen „Mobile.de“ und „Ebay“

waren der Kripo bei Navigationsgeräten, Verkleidungen, Achsen, Airbags und ganzen Motoren eines Anbieters, überwiegend der Marke BMW, Unregelmäßigkeiten aufgefallen. Der Angeklagte berichtete, dass die Accounts in den Foren auf den Namen seiner Ehefrau liefen. Die Ermittlungen der Kripo, teils über die Abteilung organisierte Kriminalität laufend, führten schließlich zum 32-Jährigen, zur Observation der gemieteten Hallen und schließlich zur Durchsuchung.

Staatsanwalt Christian Braunwarth, lange Zeit zuständig für organisierte Kriminalität, ließ sich davon nicht beeindrucken. „Es sind eine ganze Menge Teile bei Ebay verkauft worden. Ich kann mir schwer vorstellen, dass es sich nur um Gelegenheitsverkäufe gehandelt hat“, so der Staatsanwalt. Der Angeklagte gab in leicht gebrochenem Deutsch zu, für erfolgreiche Verkäufe immer wieder mit einer Provision bedacht worden zu sein. „Also hatten sie eine Geschäftsbeziehung“, stellte Richter Suntke Aden im Hinblick auf die Verbindung zum Hintermann fest. Die Behörden kennen den Namen des durch den Angeklagten Beschuldigten. Sie wissen nicht, ob er sich noch in Deutschland aufhält.

Am ersten Prozesstag berichtete ein Kripo-Beamter von der Durchsuchung. Ein Hallennachbar aus Lanken sagte aus, dass er von dem verschwundenen Osteuropäer, der ein und aus ging, gewarnt worden sei.

Falls er ihn belaste, gebe es „aufs Maul“. Für den angeklagten Familienvater steht viel auf dem Spiel. Gewerbsmäßige Hehlerei wird mit Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren bestraft. Der Prozess wird fortgesetzt.

 ln

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