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Lauenburg Putzen und Stopfen für die Sicherheit
Lokales Lauenburg Putzen und Stopfen für die Sicherheit
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22:14 01.06.2016
Staubend arbeiten sich die Gleisstopfmaschine und die Schotterplaniermaschine voran. Quelle: Fotos: Holger Marohn

Immer wieder fressen sich die Stopfpickel aus gehärtetem Stahl in das Schotterbett und arbeiten sich vibrierend wieder aufwärts. Zurück bleibt der verdichtete Schotter unter den neuen Betonschwellen. Knapp zwei Wochen lang lässt die Bahn Schwellen der Gleise austauschen. Zwei Wochen, in denen für Pendler und Schüler zugtechnisch nichts geht.

Bahn lässt Teile der Strecke Büchen-Lübeck erneuern – Bahnübergänge bis zu zwei Wochen gesperrt – Arbeiten im Plan.

„Alle 25 bis 40 Jahre müssen die Schwellen der Gleise erneuert werden“, sagt eine Bahnsprecherin. Wann dies genau der Fall sei, hänge vom Material und von der Belastung der Strecke ab. Je mehr Güterzüge verkehren und je schneller die Züge fahren, desto eher ermüden die üblicherweise 2,60 Meter langen Bahnschwellen. So seien bereits in den vergangenen Jahren vereinzelt, aber auch in größerem Stil Schwellen auf der Strecke ausgetauscht worden, heißt es. So liegen im Bereich der Überholgleises bei Güster bereits Bahnschwellen Baujahr 2014.

Vor einigen Jahren mussten auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Büchen-Berlin sogar hunderttausende Betonschwellen, die den Druck aus den Gleis auf das Gleisbett übertragen, getauscht werden – der Beton war bei der Herstellung mangelhaft ausgehärtet.

Doch zurück zur Strecke Büchen-Lübeck: Hier gilt es nicht nur, moderne Stahlbetonbalken zu tauschen, sondern vereinzelt auch noch Holzschwellen. Früher gerne von Hobbygärtnern im heimischen Garten verbaut oder zum Zaun gestapelt, ist diese Verwendung der mit Teeröl widerstandfähig gegen Pilze und Fäule gemachten Balken eigentlich seit Jahrzehnten gesetzlich verboten. Den dunkelbraunen bis schwarzen Balken bleibt oft nur der Weg zur Sondermülldeponie.

Bevor die Schwellen getauscht werden können, ist jedoch erst einmal Handarbeit abgesagt. Die Bolzen der Stahlschiene müssen gelöst werden. Zwei von Ihnen sichern eine Schiene, vier sind es an jeder Schwelle. Bei rund 9000 Schwellen sind das etwa 36000 Bolzen, Muttern und Klammern – jede Menge Metallschrott, der eingesammelt und über die gesperrten Bahnübergänge abtransportiert werden muss.

Die neuen Schwellen selbst werden hingegen täglich von Lübeck aus zu dem arbeitenden Gleisbauzug gebracht. Auf freier Strecke werden sie dann vom Gleisbauzug eingebaut. Erst dann kann der Schotter gereinigt und mehrfach gestopft werden – und das dauert noch. Während die Arbeiten bei Pogeez und am Ratzeburger Bahnhof am Wochenende abgeschlossen werden sollen, wird bei Roseburg noch bis zum Mittwoch, 15. Juni, geputzt, geschraubt und gestaubt.

Schienenersatzverkehr

Busse statt Regionalexpresszüge verkehren noch bis zum Mittwoch, 15. Juni, zwischen Lübeck und Büchen. Die Haltestellen liegen nicht immer direkt am Bahnhof. Außerdem halten die Busse nicht am Flughafen Lübeck.

Der Bahnübergang Holstendorfer Weg in Pogeez ist bis zum 4. Juni (6 Uhr), der Übergang Bahnhofsallee in Ratzeburg bis 3. Juni (6 Uhr), der Übergänge in Roseburg und der in Büchen bis zum 13. Juni (22 Uhr) gesperrt.

 Holger Marohn

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