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Racesburg Wylag kommt wieder

Ratzeburg Racesburg Wylag kommt wieder

Das 21. Treffen der Völker und Stämme am Ratzeburger See war eine Premiere: Erstmals hat der neugegründete Verein Racesburg Wylag das Lager ohne Finanzhilfe organisiert. Mit Erfolg! 2017 wird es weiter gehen.

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Yes, we can! Tim Schneider (links) und Hermann Klinkhammer haben es schon offiziell gemacht: Auch 2017 wird es wieder das Racesburg Wylag am Ratzeburger See geben.

Quelle: Dorothea Baumm

Ratzeburg. Einsam und verlassen liegt der da, ein Pommespieker, verlorener Zeuge des bunten Treibens, das bis Sonntag auf der Wiese am Ratzeburger See geherrscht hat. Hier wird eine Zeltplane zusammengefaltet, dort ein Lastwagen mit Zaunteilen beladen – die Reste des 21. Treffens der Völker und Stämme sind bis gestern Nachmittag weggeschafft. Tschüs, Racesburg Wylag. Und Aufwiedersehen im nächsten Jahr! Denn dass es in 2017 das 22. Racesburg Wylag geben wird, das steht jetzt fest.

Es war nicht wirklich eine Zitterpartie, allerdings haben Hermann Klinkhammer und Tim Schneider die Vorfinanzierung aus eigenen privaten Mitteln gestemmt. Geld, welches die beiden gern wieder einnehmen würden. Und natürlich soll beim finalen Kassensturz am liebsten so viel übrig sein, dass die beiden Rücklagen bilden können.

Im vergangenen Jahr wurde das Konzept Racesburg Wylag aus der Stadt Ratzeburg ausgegliedert. Anfang dieses Jahres wurde der eingetragene Verein Racesburg Wylag gegründet. Klinkhammer ist der erste Vorsitzende, Tim Schneider ist zweiter Vorsitzender und Geschäftsführer. Ihr privates Engagement sei „nach all den Jahren Erfahrung ein kalkulierbares Risiko gewesen“, betont Schneider. Der ehemalige Chemikant hat Golfbetriebsmanagement studiert – man darf also getrost davon ausgehen, dass er von Geschäftsführung, Kalkulation und Eventplanung etwas versteht. Der Erfolg des gerade beendeten 21.

Wylags spricht jedenfalls für sich.

„2017 steht“, sagt Schneider – ein kurzer Blick zu Klinkhammer, die beiden strahlen sich an. Dann wird Schneider wieder geschäftsmäßig: „Die Kosten stehen noch nicht endgültig fest. Wir können sie erahnen, aber noch nicht zu 100 Prozent budgetieren.“ Der Kassensturz wird dieser Tage gemacht, alles penibel aufgelistet. Es gilt vieles zu bedenken und zu bezahlen: Strom, Wasser, der Bauzaun rund ums Lager, Klos und Duschanlagen, Werbung, Gagen, Fahrtkostenerstattung, Brennholz, die Technik – die Liste ist beeindruckend.

„Das Positive ist: Unser Programm wurde sehr gut angenommen.“ Das Vorstands-Duo freut sich über „fast ausschließlich positives Feedback“. Besonders punkten konnten die Veranstalter mit den Römern, mit der Schau von Falkner Joe Rösner und seinen Greifvögeln und mit dem Marktgericht der Normannen: „Das waren für unsere Besucher ganz eindeutig die Höhepunkte.“

Eine ganze Reihe der Ratzeburger Politiker haben das Wylag besucht. Schneider freut sich, dass er auch Bürgermeister Voß begrüßen konnte. „Er hat uns zugesichert, dass uns die Stadt keine Steine in den Weg legen wird.“

Das ist gut, denn nach dem Racesburg Wylag ist vor dem Racesburg Wylag. Tim Schneider und Herbert Klinkhammer dürfen einmal ausschlafen, dann geht es an die Planung und Kalkulation für das kommende Jahr. „Wir werden gleich in den nächsten Tagen alle Anträge einreichen.“

Die Sonne scheint auf die emsigen Helfer, die Planen halten und Lastwagen beladen. Schade, dass es in den vergangenen Tagen so unbeständig war, oder? „Ach was“, sagt Klinkhammer, „wir haben nichts zu klagen.“ 22, 23 Grad und bewölkt: Das sei ideal fürs Wylag. Überhaupt sei doch alles wunderbar: Die Kosten sind gedeckt, es waren etwa 12500 Besucher da, viele Gruppen haben das Lager besucht, sind gleich busweise angereist.

Was den Vereinsvorstand besonders freut: „Viele Flüchtlinge und sozial bedrängte Familien haben unser Angebot angenommen, das Lager bei freiem Eintritt zu besuchen. Das fanden wir richtig gut.“

Schneider erzählt begeistert, dass sogar ein junger Syrer, der seit zwei Jahren in Deutschland lebt, als Akteur gewonnen werden konnte. „Natürlich mussten wir ihn mit Kleidung ausstaffieren, aber er war toll, hat eine landestypische Darstellung eines Sarazenen geboten. Mohammed hat sich hervorragend ins Lager integriert, und das Lager hat auch gut mitgespielt, sogar extra Speisen für ihn gekocht.“

Was Schneider und Klinkhammer noch begeistert: „Wir konnten wieder mehr Gäste direkt aus Ratzeburg begrüßen. Und wir hatten ganz tolle freiwillige Helfer beim Auf- und Abbau. Das zeigt doch, wie wichtig den Ratzeburgern das Racesburg Wylag ist.“

Der Beginn der Olympiade in Rio war im Lager nicht zu merken, „das hat uns im Vorfeld schon ein bisschen Bauchschmerzen bereitet.“ Da hat es am Mittwoch schon einen Zwischencheck gegeben: Wird die Kontodeckung reichen, um die Veranstaltung zu zahlen? Sie hätte gereicht, und wie sich dann herausstellte, waren alle Sorgen unbegründet. Von Rio und Wacken war auf dem Festplatz am Ratzeburger See nichts zu spüren.

Wer jetzt den furchterregenden Rittern und dem bärtigen Falkner Joe, dem Met in der Taverne und dem leckeren Käsebrot aus der Lagerbeckerey nachtrauert: Kopf hoch, vom 29. Juli bis 6. August 2017 geht es wieder rund mit dem 22. Racesburg Wylag. Bis dahin herrscht Ruhe am See. Sogar der kleine Pommespieker ist jetzt weggeräumt. Tschüs, Wylag!

Mitwirkende, Programm und Inhalt

Etwa 200 Menschen sind in das Programm beim Racesburg Wylag eingebunden: Römer, Wikinger, Normannen und viele andere Völker, aber auch als Handwerker und Gastronome wie die Betreiber der Taverne oder Alexs von der Feldbeckerey.

Geboten wird mehr als ein handelsüblicher Mittelaltermarkt. Wer mitwirken will, muss seine Qualifikation unter Beweis stellen. Es geht um Geschichte und Geschichtsdarstellung.

Keine Angst, die wollen nur spielen: Struppige Bärte, ein beeindruckendes Waffenarsenal – kaum zu glauben, dass die meisten Recken im Alltag ganz brav und ordentlich ihrem Broterwerb nachgehen.

 Dorothea Baumm

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