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Lauenburg Raddampfer-Förderverein in der Krise: Gericht kippt Vorstand
Lokales Lauenburg Raddampfer-Förderverein in der Krise: Gericht kippt Vorstand
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21:21 23.09.2013
Äußerst turbulent ging es während der Mitgliederversammlung zu. Wahlen und Beschlüsse wurden letztlich für ungültig erkannt. Vereins-Geschäftsführer Wilhelm Bischoff (Mitte) steht erneut in der Kritik, ihm wird Unkorrektheit vorgeworfen. Quelle: Timo Jann

Damit ist der alte Vorstand um den Vorsitzenden Dietmar von der Fecht weiterhin im Amt und der damals gewählte neue Vorsitzende Markus Reich mit seiner Mannschaft außen vor. Ein Vereinsmitglied hatte den Bestellungsbeschluss angefochten.

„Derjenige, der diese Klage eingereicht hat, blockiert die Menschen, die tatsächlich im Sinne des Vereins arbeiten“, ärgert sich Reich. Vorstandsmitglieder, die heute noch in offiziellen Ämtern und Würden stehen, hatten auch wegen der gravierenden Probleme an Bord des 113 Jahre alten „Kaiser Wilhelm“ ihre Ämter niedergelegt. Sie wollten die Verantwortung für den Raddampfer nicht mehr tragen. Würde jetzt etwas passieren, wären sie verantwortlich — obwohl es die neue Crew ist, die die Richtung vorgibt.

Gestern Abend trafen sich Reich und von der Fecht mit den Vorstandsmitgliedern des sich weiter im Amt befindlichen alten Vorstands und des gewählten Vorstands, der aber vom Amtsgericht nicht eingetragen wurde, um das weitere Vorgehen zu beraten. Zu der Runde gehört auch Bürgermeister Andreas Thiede, der als städtischer Vertreter im Mai erst durch eine Satzungsänderung Vorstandsmitglied wurde. Diese Satzungsänderung gilt ebenfalls nicht mehr. „Ich bin gespannt, wie das alles weitergeht“, sagte Thiede. „Für mich ist ein gewählter Vorstand ein gültiger Vorstand. Auch, wenn er vom Amtsgericht noch nicht eingetragen wurde“, erklärte er.

Knackpunkt in der Diskussion könnte erneut Wilhelm Bischoff, der Geschäftsführer des Vereins, sein. Nach den LN vorliegenden Informationen hatte das Amtsgericht Bischoff — an seine Privatadresse adressiert — bereits im Juli aufgefordert, die Vorstandsfunktionen auf der Internetseite des Vereins wegen des laufenden Anfechtungsverfahrens zu korrigieren. Doch noch immer sind dort die Namen der gewählten Mitglieder zu lesen, obwohl der Beschluss des Gerichts jetzt anders lautet. Reich zeigte sich überrascht. „Ich habe bis heute keinen Postfachschlüssel erhalten und weiß auch nicht, was an Post ankommt“, sagte er. Die Personalie Bischoff hatte schon im Frühjahr die ehemalige „Kaiser-Crew“ in den Ausstand getrieben.

Voraussichtlich im Oktober, so Reich, soll es eine außerordentliche Mitgliederversammlung des „Vereins zur Förderung des Lauenburger Elbschifffahrtsmuseums“ geben. „Formfehler, die wir im Mai gemacht haben, werden uns nicht wieder passieren“, so Reich. Er werde auch erneut um das Amt des Vorsitzenden kandieren, stellt aber klar: „Wenn Teile des Vereins meinen, die Arbeit boykottieren zu müssen, dann sollen sie die Sache selbst in die Hand nehmen.“

Verein mit Tradition
Im Jahr 1969 hatte sich der Verein in Lauenburg gegründet und 1972 den „Kaiser Wilhelm“ in die Stadt geholt.
Noch in diesem Jahr soll die grundlegende Sanierung des Dampfschiffes unter historischen Aspekten beginnen.

Timo Jann

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