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Lauenburg Randale am Büchener Skulpturenpark
Lokales Lauenburg Randale am Büchener Skulpturenpark
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11:28 30.05.2016
Seit mehr als zehn Jahren stehen die Großskulpturen des Büchener Künstlers Ludwig Vöpel auf dem ehemaligen Rangiergelände. Quelle: hm

Seit Jahren ist der Skulpturenpark des Büchener Künstlers Ludwig Vöpel auf dem ehemaligen Rangiergelände in Büchen ein Hingucker für Bahnreisende zwischen Hamburg und Berlin.

"Die Werke hatten nur noch Schrottwert.“ Ludwig Vöpel, Künstler

Doch damit könnte es bald vorbei sein. Zwischen der Gemeindeverwaltung und dem Künstler ist ein heftiger Streit entbrannt. Der Anlass: Nachdem Vandalen ein knappes Dutzend der größtenteils stählernen Installationen demoliert hatten, hatte der bundesweit bekannte Künstler diese abtransportieren lassen und zwei Ersatzskulpturen aufgestellt. Für die Verwaltung ein klarer Verstoß gegen den Pachtvertrag. Sie prüft nun die Aufhebung der Nutzungsvereinbarung des vor einigen Jahren von der Bahn gekauften Gelände als Ausstellungsort. Vöpel ist enttäuscht und will um die Kunst in der Öffentlichkeit kämpfen. Nach mehr als einem Jahrzehnt müssten die Werke dann innerhalb von 30 Tagen abgeräumt und vermutlich verschrottet werden.

„Der jüngste Vandalismus war kein Werk von irgendwelchen 14-Jährigen. Fünf Skulpturen sind so stark beschädigt worden, dass sie nur noch Schrottwert hatten und aus Sicherheitsgründen entfernt werden mussten“, sagt Vöpel. Weil das Gelände mit den dann dort verbliebenen Ausstellungsstücken verlassen ausgesehen habe, hätte er zwei neue Werke installiert. „Man muss diese Kunst ja nicht mögen. Aber sie deshalb zu verbannen, ist schade“, sagt Vöpel. Daher wolle er für den Weiterbestand des Skulpturenparks kämpfen.

Das Problem ist jedoch ein Passus in dem Mitte 2014 geschlossenen Anschluss-Pachtvertrag. Darin heißt es: „Weitere Gegenstände dürfen nicht aufgestellt werden“ sowie „Dem Pächter obliegt die Verkehrssicherungspflicht“. Auf diesen Passus verweist nun die Verwaltung und mahnt: „Die Maßnahme ist ohne Wissen und ohne Abstimmung mit der Gemeinde Büchen erfolgt“. Das etwas gespannte Verhältnis zwischen der Kunst und Teilen der Politik und Verwaltungsspitze in Büchen ist nicht neu. Schon bei den Beratungen zu dem für den Künstler unentgeltlichen Nutzungsvertrag vor zwei Jahren gab es schwierige Verhandlungen. Unter anderem wurden mögliche Kosten für eine Ausgleichsfläche aufgrund der Nutzung der 3400 Quadratmeter großen Fläche als Skulpturenpark angeführt.

 Holger Marohn

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