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Lauenburg Ratzeburg: Flüchtlinge ziehen in neues Wohnheim
Lokales Lauenburg Ratzeburg: Flüchtlinge ziehen in neues Wohnheim
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18:15 06.02.2016
Blick in die vier Quadratmeter großen Kabinen mit Bett, Stuhl, Schrank. Statt Türen gibt es Vorhänge: platzsparend.

Die Umbauarbeiten im Nebentrakt der ehemaligen Ernst-Barlach-Realschule aus den 1980er Jahren sind abgeschlossen. Im Laufe der kommenden Woche werden 24 Flüchtlinge, die bislang in der kleinen Turnhalle in der Ratzeburger Riemannstraße untergebracht waren, hierher an die Schulstraße umziehen. Zwei weitere der insgesamt 26 Sporthallen-Bewohner kommen in einer anderen Wohnung unter.

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„Dann ist die Turnhalle zwar erst einmal leer. Allerdings können wir sie noch nicht wieder für den Schul- und Sportbetrieb freigeben, weil wir nicht wissen, was an weiteren Flüchtlingen noch auf uns zu kommt“, erklärte Bürgermeister Rainer Voß.

Laut der jüngsten Prognosen sollen nämlich in diesem Jahr weitere 175 Flüchtlinge nach Ratzeburg kommen plus unbestimmt viele im Rahmen der Familienzusammenführung.

„Insgesamt hatte die Stadtvertretung 215000 Euro in den Haushalt eingestellt für die Umbaumaßnahmen des Schulanbaus“, erklärt Stadt-Sprecher Mark Sauer. Diese Summe werde aller Voraussicht nach auch ausgeschöpft. Der Umbau begann bereits im vergangenen Herbst. Dabei wurden insgesamt vier ehemalige Klassenräume in Gruppenwohnabteile mit je sechs Kabinen umgewandelt. In den jeweils vier bis 4,5 Quadratmeter großen Einheiten ist gerade mal Platz für ein Bett, einen Stuhl und einen schmalen Schrank.

Zu den vier Wohnsälen kommen zwei nach Geschlechtern getrennte Sanitärbereiche (wobei zunächst ausschließlich junge Männer hier einziehen werden), ein Wasch- und Trockenraum, eine große Wohnküche mit drei Küchenzeilen und Herdstellen — für jede der drei Nationalitäten der hier Untergebrachten. Denn die Männer stammen aus den Ländern Syrien, Iran und Irak.

Dann gibt es einen großen Aufenthaltsraum für alle sowie ein kleineres Zimmer, das als Gebetsraum oder nach Bedarf auch als Krankenzimmer genutzt werden soll. Ein ehemaliger Technikraum im Obergeschoss könnte im Notfall als Gästezimmer dienen für eventuelle Besucher von weiter her. Gleich neben dem ebenfalls großzügigen Eingangsbereich bezieht Esmat Shirazi, die neue hauptamtliche Flüchtlingsbetreuerin der Stadt Ratzeburg, ihr Büro.

Das habe auch den — organisatorischen und finanziellen — Vorteil, dass die Stadt keinen Wachdienst wie an der Turnhalle benötige, wenn das Büro tagsüber besetzt sei, erklärt Sauer. Jedenfalls solange keine neuen Flüchtlinge an der Riemannstraße untergebracht werden müssen.

Auch der grüne Innenhof steht den Bewohnern des Flüchtlings-Wohnheims künftig zur Verfügung. „Wir wollen mal sehen, ob wir da nicht mit Hilfe von Ehrenamtlern einen kleinen Garten anlegen, wo die Bewohner ein paar Tomaten ziehen können. Ein Grillplatz wäre in einer Ecke auch möglich“, schweben Sauer schon einige Nutzungsideen vor.

Trotz der geringen Wohnfläche, die mit vier Quadratmetern jedem der Flüchtlinge zur Verfügung steht, handelt es sich hier um keine Notunterkunft, sondern tatsächlich „eher um ein Wohnheim“. Doch für alle Ewigkeit ist auch diese Einrichtung nicht vorgesehen. „Der Gesetzgeber hat solche Unterkünfte in Sporthallen oder Schulen nur auf eine Dauer von fünf Jahren begrenzt. Im Notfall müsste diese Frist verlängert werden“, erklärt der Pressesprecher.

Joachim Strunk

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