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Lauenburg Neuer B-Plan für Seedorfer Straße
Lokales Lauenburg Neuer B-Plan für Seedorfer Straße
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16:56 05.12.2018
Peter Köhler (l.), Sprecher der Anwohnerschaft an Seedorfer und Königsberger Straße in Ratzeburg, während der Sitzung des Bauausschusses im Rathaus. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

Mit dem erneuten Entwurf des Bebauungsplanes 81 „östlich Seedorfer Straße, südlich Friedhof, nördlich Königsberger Straße stand im Prinzip nur ein wesentlicher Punkt auf der Tagesordnung des Ratzeburger Bau- und Planungsausschusses am Montag. Doch dafür nahm sich der Ausschuss ausgiebig Zeit. Zumal für die Einwohnerfragestunde, die eine Dreiviertelstunde dauerte.

Denn es waren gut zwei Dutzend Anwohner des besagten künftigen Baugebietes gekommen, um zum einen ihren Sorgen Ausdruck zu verleihen und zum anderen der Diskussion der Politik zu folgen. Am Ende wurden alle Themen – Reduzierung der Gebäudehöhen von 12,50 auf 11,60 m, größere Abstände der Stellplätze am Friedhof und an der Kita zu eben diesen oder auch der Abstand des Geh- und Radweges zur Baumallee an der Seedorfer Straße – noch einmal ausgiebig benannt und weitestgehend auch berücksichtigt.

„Maßvolle Bebauung!“

Peter Köhler, Sprecher der Anwohnerschaft des besagten Gebietes, auf dem nach Angaben des Möllner Architekturbüros Kienast und Kienast sowie der Planwerkstatt Nord (Herrmann Feenders aus Güster) etwa 140 Wohneinheiten entstehen sollen, stellte gleich zu Beginn klar, dass man nicht gegen die Bebauung oder gegen Sozialwohnungen grundsätzlich sei, sondern er warb um „maßvolle Bebauung“ um mögliche soziale Brennpunkte von vornherein zu vermeiden.

Zudem sprach er den Lärmschutz für den Altbestand und die mögliche Parkplatznot in dem Gebiet an. Ausschussvorsitzender Werner Rütz (FRW) und Bauamtsleiter Michael Wolf versicherten, dass man alle Einwendungen sowohl der Träger öffentlicher Belange als auch der betreffenden Anwohner „sehr ernst genommen, abgewogen und mit den Architekten und Städteplanern“ in die Neufassung des B-Plans aufgenommen habe. „Ich bin überzeugt, dass wir hier einen stimmigen Entwurf vorgelegt haben“, so Wolf.

Keine „Ghettoisierung“

Das bestätigte Feenders, der erklärte, dass man mit den Planungen „deutlich unter den Vorgaben“ geblieben sei. Er äußerte Verständnis für die Sorgen, doch von einer möglichen „Ghettoisierung“ könne man wirklich nicht ausgehen. Knapp die Hälfte der Wohneinheiten sind als sogenannte Sozialwohnungen geplant, also eher kleiner mit rund 70 Quadratmetern Wohnfläche und entsprechend auch bezahlbar.

Innerhalb des Ausschusses sorgte ein Einwurf von Heinz Suhr, Freie Wähler Ratzeburg (FRW), noch einmal für eine längere Diskussion. Der FRW sind vor allem die Häuser direkt an der Seedorfer Straße mit über elf Metern Höhe zu groß. „Das ist gar nicht mehr kleinstadtmäßig, sondern vermittelt den Eindruck von Blocks.“

„Verträgliche Lösung“

FRW-Fraktionschef Jürgen Hentschel brachte dann unter dem Applaus der Zuschauer den Antrag ein, die Maximalhöhe der Häuser auf neun Meter zu begrenzen. Damit kam er jedoch nicht durch, da Uwe Martens von der SPD darauf hinwies, dass genau diese Planung zuvor schon so vom Ausschuss auf reduzierte 11,60 Meter beschlossen worden sei. Auch Lars Rothfuß sah für seine CDU kein Grund, hier noch einmal restriktiv einzugreifen. „Wir wollen bezahlbaren Wohnraum schaffen. Aus meiner Sicht ist das hier eine ganz moderne und verträgliche Lösung“. Dem schlossen sich auch die Bürger für Ratzeburg und die Grünen an.

Letztere scheiterten allerdings mit ihrem Antrag, die Flachdächer für Solarzellenbetrieb oder eine Begrünung zu nutzen. Das, so Architekt Ruben Kienast, sei wirtschaftlich nicht durchführbar.

Am Ende stimmten die Ausschussmitglieder mit neun Stimmen für die Neuauslegung des B-Plan-Entwurfs. Lediglich die beiden FRW-Vertreter stimmten dagegen.

Joachim Strunk

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