Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Röpersberg-Anwohner fordern eine Baustraße
Lokales Lauenburg Röpersberg-Anwohner fordern eine Baustraße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:18 26.09.2018
Anwohner der Straße Röpersberg in Ratzeburg sorgen sich um Straßenschäden und Lärm bei der geplanten Bebauung nahe Röpersberg-Klinik (v. l.): Sigrid und Uwe Westphal, Siegfried Wagner und Günter Deutschmann. Quelle: Foto:Wiemer
Ratzeburg

Das jüngst im Bau- und Hauptausschuss der Ratzeburger Stadtvertretung beschlossene Baugebiet östlich der Röpersberg-Klinik stößt auf Kritik von Anwohnern. Hauptsächlich negativ betroffen von der Baumaßnahme fühlt sich die Eigentümergemeinschaft eines großen Mehrfamilienhauses am Waldrand, das direkt an die Straße Röpersberg grenzt.

Die Bewohner sind zum Teil als Ruheständler aus anderen Regionen nach Ratzeburg in die Naturnähe gezogen, um dort ihren Lebensabend in ruhiger und natürlicher Umgebung genießen zu können. Jetzt befürchten sie, dass sie das Gegenteil erleben werden: Staub, Lärm, viel Auto- und Lkw-Verkehr und vor allem vielleicht sogar Schäden an ihrem gemeinsamen Wohnhaus. Denn die Straße Röpersberg, eine Tempo-30-Straße mit ungesichertem Randstreifen, sei schon jetzt zu eng und unzureichend ausgebaut, um den künftigen Baufahrzeugverkehr aufnehmen zu können.

Trotz Tempo 30: Oft wird zu schnell gefahren

Das Zwölf-Parteienhaus der besorgten Anwohner. Unter dem Rasen liegt die Tiefgarage, die direkt an die Straße Röpersberg angrenzt. Quelle: Wiemer

Das betroffene Mehrfamilienhaus liegt nahe der Einmündung Röpersberg/Albert-Schweitzer-Straße. „Wir haben hier viele Fotos gemacht von den zahlreichen Autos, die schon jetzt hier entlang fahren, und das oft zu schnell“, klagt Anwohnerin Sigrid Westphal (71). Die Stadt habe ja mit einer umfangreichen Tempo-Messaktion bereits bestätigt, dass die Mehrzahl der Autofahrer in dieser Straße schneller als 30 km/h unterwegs waren.

Einen deutlichen Verkehrszuwachs seit der Vergrößerung und Angebotsausweitung der Röpersberg-Klinik, die mit ihren 460 Beschäftigten der größte Arbeitgeber Ratzeburgs ist, bestätigen auch Mitbewohner Siegfried Wagner (71) und Günter Deutschmann. Er ist Seniorenbeiratsvorsitzender in Ratzeburg und vermietet in dem Mehrfamilienhaus eine Wohnung. Viele Klinikbesucher und -Patienten kämen per Taxi, das seien pro Besuch dann allein schon vier Fahrten.

Viel Schlimmeres befürchten die Anwohner – das 1972 gebaute Haus am Hang hat zwölf Parteien – durch die kommende Bauphase. „Hier direkt neben der Straße liegt eine Gasleitung“, zeigt Uwe Westphal (74) auf den unbefestigten Seitenstreifen. „Und direkt daneben befindet sich in der Erde die Außenwand unserer Tiefgarage“, ergänzt Siegfried Wagner. Weder die Straße noch der Seitenstreifen seien für Schwerverkehr ausgelegt. Doch schon jetzt würden die Anwohner beobachten, wie mittelgroße Lieferwagen kaum aneinander vorbeikämen.

Deshalb forderten die Anlieger bereits anlässlich der ersten Vorstellung des Projekts von der Stadt die Errichtung einer Baustraße extra für die Realisierung des Bauvorhabens. Das wurde aber aus angeblich eigentumsrechtlichen Gründen zurückgewiesen.

In der Straße Röpersberg zur gleichnamigen Klinik wird oft zu schnell gefahren. Quelle: Wiemer

Die Anwohner wollen aber hart bleiben. Bei der nächsten Eigentümerversammlung soll der Beschluss gefasst werden, dass die Stadt und der Bauträger aufgefordert werden, die Eignung der Straße Röpersberg als Zuwegung für schwere Baufahrzeuge zu prüfen.

Eigentümer Deutschmann: „Wir wollen nicht dasselbe Schicksal erleiden wie seinerzeit der Eigentümer der Kapitänsvilla an der Baustelle Königsdamm/Seestraße.“ Damals hatte der Hausbesitzer erhebliche Bauschäden an seinem Gebäude gegenüber der Stadt als Folge von Baumaßnahmen geltend gemacht, war aber mit seiner Forderung nach Entschädigung erfolglos geblieben.

Stadt: „Straßen für Baubetrieb geeignet“

Von der Stadt haben die Anwohner bislang lediglich erfahren, dass tatsächlich in der Straße Röpersberg zu schnell gefahren werde. Aus dem Büro des Bürgermeisters Rainer Voß kam auf LN-Anfrage diese Antwort: „Die angesprochenen Straßen haben schon seit Jahren dem umfangreichen Ausbau des Klinikbereiches der damaligen Röpersberggruppe gedient und sind dafür geeignet. Der Erschließungsträger hat außerdem eine Sicherheitsleistung für eventuell anfallende Straßenschäden zu hinterlegen. Die Banketten im Bereich der Waldstrecke der Straße Röpersberg sind gerade ausgebessert worden“, so der Bürgermeister.

Tatsache ist allerdings, dass die Straße Röpersberg immer stärker belastet wird. Nicht zuletzt durch die Autos der wachsenden Belegschaft. Sie finden offenbar kaum noch Parkmöglichkeiten und stellen ihre Autos entlang der Straße am Waldrand ab. Was die Straße immer enger macht. Aktuell gibt es tatsächlich jede Menge Schäden an den Rändern der Straße Röpersberg.

Matthias Wiemer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Was einst als rollende Dorf-Disco in Schiphorst begann, hat sich inzwischen zum erfolgreichen überregionalen Angebot im Bereich der Veranstaltungstechnik entwickelt.

26.09.2018

Bei der Wahl des Verwaltungsrates der Kreissparkasse fiel AfD-Kandidatin Andrea Schroeder durch. Nun prüft die AfD die Wahl anzufechten. Einige der Gewählten würden nicht die Anforderungen Erfüllen.

26.09.2018
Lauenburg Schnelles Netz auf dem Land - Die Welt vernetzt in Gudow

Dank schneller Internetanbindung konnte sich in dem Dörfchen Kehrsen bei Gudow ein Rechenzentrum erfolgreich ansiedeln. Es besteht jetzt zehn Jahre und betreut 5000 Kunden-Computer im In- und Ausland.

26.09.2018