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Lauenburg Ratzeburg plant Ortsumgehung jetzt selbst
Lokales Lauenburg Ratzeburg plant Ortsumgehung jetzt selbst
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21:14 13.10.2017
Was Ratzeburg möchte, haben sie in Hammoor schon geschafft. Dort wird nach 30 Jahren die Umgehung gebaut. Quelle: Albrod

„Die Stadt Ratzeburg will sich nicht weiter vertrösten lassen, weil Planungskapazitäten fehlen würden“, heißt es in einer von der Ratzeburger Stadtvertretung einstimmig verabschiedeten Resolution. Noch vor der Landtagswahl hatte die CDU im Falle einer Regierungsübernahme einen sofortigen Planungsbeginn versprochen. Doch von Jamaika kam schließlich die Ernüchterung: Andere Projekte – auch aufgrund der von der SPD verschwiegenen Probleme bei der A 20 – binden die vorhandenen Planungskapazitäten beim Land.

Die Ratzeburger bieten nun „ausdrücklich an, die Planungen in Zusammenarbeit mit dem Land Schleswig-Holstein im Hinblick auf die im Bundeshaushalt zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel selbst durchzuführen“. Allerdings: „Da die Kosten vom Bund nur pauschal vergütet werden und das nicht ausreicht, bekämen wir wohl erhebliche Kosten nicht erstattet“, sagt Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß. Der Bund zahle nur eine Pauschale von drei Prozent der Baukosten. „Das hat früher vielleicht mal gereicht, heute liegen die baubegleitenden Kosten aber bei etwa 18 Prozent“, sagt Jens Sommerburg, Leiter des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr Lübeck.

Ratzeburg und Mölln wären mit den benachbarten Dörfern nicht die ersten, die die Planung einer Bundesstraße in kommunale Hände nehmen. Erst vor wenigen Monaten hat die Stadt Lauenburg eine entsprechende Vereinbarung mit dem Land für die dortigen Ortsumgehungen unterzeichnet. Ein Allheilmittel ist das jedoch nicht. Die Stadt Schwarzenbek plante bereits vor 20 Jahren die Verlegung der B 404 auf eigene Kosten. Gebaut ist die Straße bis heute nicht.

Buchholz betonte gestern erneut, man habe den Planungen keineswegs eine Absage erteilt. Von allen Ortsumgehungen auf der Wunschliste im Kreis Herzogtum seien die in Schwarzenbek und Geesthacht planerisch aber am weitesten fortgeschritten und sollten deshalb auch zuerst angepackt werden. Darüber werde man im Kabinett noch beraten. Für eine eigene Planung könnte Ratzeburg aber durchaus mehr als drei Prozent der Baukosten erstattet bekommen – wenn sie sämtliche Planungsleistungen einschließlich der Bauüberwachung übernehmen würde. Der lauenburgische CDU-Kreisvorsitzende Klaus Schlie, der schon im August mit Buchholz darüber in Streit geraten war, lehnt den Vorstoß Ratzeburgs ab. Das Land müsse einfach mehr Planer einstellen oder private Büros beauftragen.

In Hammoor (Kreis Stormarn) ist man nach 30 Jahren Anlaufzeit inzwischen weiter: Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) entscheidet am Jahresende über den Trassenverlauf einer Umgehung. Die Umgehung ist die einzige Landes, die in Schleswig-Holstein neu gebaut wird.

Von W. Hammer und H. Marohn

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