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Lauenburg Ratzeburger Sternsinger schwärmen aus
Lokales Lauenburg Ratzeburger Sternsinger schwärmen aus
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20:12 13.01.2017
Spaß haben, etwas lernen und dazu auch noch Gutes tun: Nike Böhmfeld (15), Lenya (8) und Lana Rashid (10) und Luisa Grimm (14, von links) gehören zu den hoch motivierten Ratzeburger Sternsingern. Quelle: Foto: Dorothea Baumm

Stell Dir vor, vor Deiner Haustür stehen verkleidete Gestalten. Und dann bemalen die Deine Tür auch noch! Freust Du Dich? Ja! Heute sind nämlich wieder in und um Ratzeburg die Sternsinger unterwegs. In kleinen Gruppen ziehen sie los, verkleidet als die heiligen drei Könige Kaspar, Balthasar und Melchior und dazu der Sternträger. Die Kinder und Jugendlichen singen, hinterlassen ihr Zeichen an der Haustür – und sie haben Sammelbüchsen dabei. „Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit“ ist ihr Motto in diesem Jahr.

Oh, was war das für eine Aufregung in den letzten Wochen! Die kleinen Sternsinger haben mit Feuereifer ihre Texte gelernt. Singen macht ja immer Spaß, aber das Verkleiden war natürlich das Coolste.

Märchenhafte Umhänge in den prächtigsten Farben, klar, man will ja einen überzeugenden König abgeben. Und dazu Geschmeide: die tollsten Kronen mit glitzernden und funkelnden Steinen. So viel Blingbling, da schlägt jedes Kleinmädchenherz Purzelbäume.

Auch Nike Böhmfeld und Luisa Grimm sind gestylt für ihren großen Auftritt. Allerdings gehen die zwei das Ganze gelassen an. Kein Wunder: Sie sind seit acht Jahren dabei. Aber: freiwillig, wie sie betonen, nicht von den Eltern dienstverpflichtet. „Das macht total viel Spaß“, sagt die 15-jährige Nike. „Und abgesehen davon, dass man eine Menge dabei lernt, ist es auch noch für einen guten Zweck“, ergänzt ihre ein Jahr jüngere Freundin strahlend lächelnd.

Verkleiden: nicht zu übersehen. Singen: nicht zu überhören. Aber lernen? „Jedes Jahr steht ein anderes Beispiel-Land im Mittelpunkt der Aktion“, erklärt Luisa. In diesem Jahr ist es Kenia. „Und da wir natürlich gut vorbereitet werden, haben wir allerhand über das Land, die Menschen dort und ihre Gepflogenheiten gelernt. Von einem Teil des gesammelten Geldes sollen Brunnen in Kenia gebaut werden, berichten die Mädchen, und zeigen die Spendendosen, mit denen sie losziehen. „Die kleinen Löcher im Deckel sind für Geldscheine. Früher haben die Leute immer versucht, Scheine in den Münzschlitz zu stecken, und dann war alles verstopft.“

Übrigens wird auch in jedem Jahr ein neues Lied eingeübt. In diesem Jahr enthält der Song – wen wundert’s noch – einige Worte auf Kisuaheli, der am weitesten verbreiteten Verkehrssprache Ostafrikas, und zwar den Segenswunsch „Gott segne dieses Haus“. Unnötig zu betonen, dass Nike und Luisa das Lied im Schlaf vortragen können. Nike, mit Turban auf dem blonden Haar, ist heute dunkel geschminkt als Kaspar unterwegs. Balthasar trägt eine Krone mit Tüchern – genauso ist Luisa ausstaffiert.

36 Kinder haben sich an St. Ansver für ihren heutigen Einsatz als Sternsinger vorbereitet. Bei Christina Sieverding, Lisa Hoffmann, Susanne Grimm und Birgit Els als Organisationsteam liefen alle Fäden zusammen – inklusive Lieder proben, für aufgeregte kleine Mädchen den passenden Umhang heraussuchen und Krönchen suchen. Und wer meint, das Sternsingen sei ein typisches Mädchen-Ding, irrt. Aus der Historie waren es eher Jungen, die von Haustür zu Haustür gingen. Heute hält es sich die Waage – und in diesem Jahr sind besonders viele kleine Kinder dabei.

Auch wenn das Sternsingen eine Aktion der katholischen Kirche ist: Es ist jeder willkommen mitzumachen, egal welcher (oder ob überhaupt irgendeiner) Konfession. Die Damen vom Organisationsteam freuen sich, dass einige Flüchtlingskinder mitlaufen. „Das ist ein wichtiger Beitrag zur Integrationsarbeit“, betont Lisa Hoffmann. Für den heutigen Sonnabend haben die Ratzeburger Sternsinger sich übrigens entschieden, weil die Ferien vorbei und alle Familien wieder daheim sind.

Abgekürzter Segenswunsch

20 + C + M + B +17: Wenn die Sternsinger mit ihrer Kreide ihr Zeichen an die Tür geschrieben haben, dürfen sich die Bewohner des Hauses freuen. „C + M + B“ steht nämlich für für den lateinischen Segensspruch „Christus mansionem benedicat“, was übersetzt bedeutet „Christus segne dieses Haus“ – und dazu die Jahreszahl, also 2017.

Dorothea Baumm

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