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Ratzeburger sauer über Müllabfuhr

Ratzeburg Ratzeburger sauer über Müllabfuhr

AWSH lässt Tonnen stehen, weil Entsorgungsfahrzeuge nicht mehr rückwärts in Stichstraßen fahren dürfen.

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Aufgebrachte Anwohner der Händelstraße (links: Andreas Schipplick) im Barkenkamp in Ratzeburg sind erbost darüber, dass die Müllwagen der AWSH nicht mehr (rückwärts) in die Stichstraßen fahren dürfen, um die Tonnen direkt vom Grundstücksrand aus zu leeren.

Quelle: Joachim Strunk

Ratzeburg. Andreas Schipplick und seine Nachbarn in den Stichstraßen an der Händelstraße im Ratzeburger Wohngebiet Barkenkamp sind auf der Zinne! Grund ist eine jähe Umstellung bei der Müllabfuhr.

 

LN-Bild

„Ich wünsche mir eine pragma- tische Lösung.“Dennis Kissel, AWSH

Quelle:

Bislang war der Müllwagen des Geesthachter Unternehmens Grabau Entsorgung GmbH (GEG) im Auftrag der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) stets rückwärts in die Stichstraße bis zur jeweiligen Mülltonne gefahren, die am Grundstückszugang aufgestellt war. Seit Anfang Mai ist das nicht mehr der Fall.

„Ohne uns vorher zu informieren, wurden am 4. Mai unsere Restmülltonnen nicht geleert. Als wir nachfragten, hieß es, das sei aufgrund der Unfallverhütungsvorschrift ,Müllbeseitigung’ der Berufsgenossenschaft ,Verkehr’ nicht erlaubt“, erzählt Anwohner Andreas Schipplick aufgebracht. Komischerweise sei dies aber in den drei, vier Jahren, seitdem die Familie ihren Neubau dort bewohnt, nie ein Thema gewesen.

Zwei Tage später, am 6. Mai (!), flatterte den betreffenden Anwohnern dann doch ein Schreiben der AWSH ins Haus. Hier informierte die Gesellschaft darüber, dass „wegen der fehlenden Wendemöglichkeit in der Stichstraße“ es aus versicherungstechnischen Gründen zukünftig nicht mehr möglich sei, „die Abfälle der dort wohnenden Anlieger vor deren Grundstücken abzuholen“.

Ausschlaggebend für dieses Umdenken des Subunternehmens GEG sei ein Vorfall gewesen, bei dem ein zurücksetzendes Fahrzeug ein Verkehrsschild halb umgefahren hatte, erzählt Dennis Kissel, Geschäftsführer der AWSH. Beim wieder Vorfahren sei das Schild dann auf den einweisenden Mitarbeiter am Fahrzeugheck gefallen, der sich dabei schwer verletzt habe.

Der AWSH-Chef erklärt weiter, er sei selbst in der Händelstraße gewesen und habe sich mit den Verhältnissen dort vertraut gemacht. Sein Fazit: „Die Lage ist völlig klar. Die engen Stichstraßen sind einfach nicht geeignet für die großen Müllfahrzeuge. Es ist schlicht illegal, wenn die Fahrer rückwärts dort einfahren.“ Zu häufig habe es Sach- oder sogar Personenschäden beim Rückwärtsfahren in solch engen Straßen in Neubaugebieten gegeben. „Die Anwohner dort haben jahrelang Glück gehabt, dass nichts passiert ist und dass die Fahrer das quasi auf die eigene Kappe genommen haben.“

Die zu späte Information der Anwohner über die Umstellung der Abfuhr sei allerdings „Mist“ gewesen: „Das ist unser Verschulden. Dafür haben wir uns auch ausdrücklich bei den Betroffenen entschuldigt“, sagt Kissel.

Schipplick und seine Nachbarn – knapp 20 Anwohner in vier Spielstraßen – mögen das nicht einsehen. Die AWSH habe es „vertragswidrig, ohne vorherige Ankündigung, unterlassen, am 4.5.2016 den Restmüll zu entsorgen“. Die Begründung der AWSH in Bezug auf die UVV-Müllbeseitigung könne man nicht akzeptieren. Laut Paragraph 16 BGV C 27, Müllbehälterstandplätze, sei ein „kurzes Zurückstoßen für den Ladevorgang“ möglich. Schipplick: „Da es sich bei der Stichstraße Händelstraße 13, 15, 17 + 19 um maximal 20 Meter handelt, ist dies zweifelsfrei ein kurzes Zurückstoßen, also gerade einmal zwei Müllfahrzeuglängen“. Entsprechend seien die Ausführungen der AWSH falsch. „Ein generelles Rückwärtsfahrverbot für Müllfahrzeuge ist hieraus nicht ableitbar, vielmehr das notwendige Verhalten beim Rückwärtsfahren!“

Immerhin würden ja auch Kehr- oder Schneeräumfahrzeuge, die nicht schmaler als Müllwagen seien, in die vier Meter breite Straße einfahren. „Auch die Feuerwehr muss, kann und darf hier herein“, erklärte ein Anwohner, der selbst bei der Feuerwehr ist.

Die Ansage der AWSH, die Anwohner mögen ihre Tonnen bis zur nächsten Durchfahrtstraße bringen, mögen die Barkenkamper nicht akzeptieren. „Wenn wir die Tonnen dorthin bringen, stehen sie in der Kurve. Laut Straßenverkehrsordnung ist es nicht erlaubt, Fahrzeuge oder Mülltonnen in fünf Metern Entfernung vom Scheitelpunkt einer Kurve abzustellen. Das ist öffentlicher Verkehrsraum.“

Dennis Kissel ist nicht angetan von der Diskussion: „Es ist leider so, dass die Müllwagen da nicht rückwärts rein fahren dürfen. Ich wünsche mir eine pragmatische Lösung: Entweder an die besagte Stelle an der Durchfahrtstraße – oder auf einen Sammelplatz, den der Kreis anordnen muss. In diesem Fall wohl an der Bachstraße“. Die ist allerdings noch weiter entfernt: schätzungsweise 400 Meter.

Am Mittwoch, 11. Mai, wurden die Biotonnen der Anwohner übrigens geleert, nachdem die Müllmänner sie selbst nach vorn an die Straße zu ihrem Fahrzeug gezogen hatten . . .

Offene Fragen

Wer ist zuständig bei Unstimmigkeiten zwischen Kunden und AWSH: die Stadt (hier Ratzeburg), der Kreis (Herzogtum Lauenburg) oder das Unternehmen (AWSH)?

Welche Pflichten hat das Müllabfuhrunternehmen grundsätzlich? Und welchen Teil müssen die Kunden beitragen? Vor allem: Welche Rechte haben Kunden bei aller Pflichtmäßigkeit, die sie bei ihrer Müllentsorgung beachten müssen?

Gibt es eine gesetzliche Vorschrift oder werden die Angelegenheiten auf „diplomatischer Ebene“ zwischen Entsorger und Kunden geregelt? Gilt dieses „Ratzeburger Modell“ auch für andere enge Straßen im Kreis?

Terminverschiebung

Wegen der Pfingstfeiertage verschieben sich die Abfuhrtermine für Restabfall, die Bio- und Papiertonne und den Gelben Sack. Darauf weist die Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) hin. Die Abfuhr von Pfingstmontag, 16. Mai, wird am Dienstag, 17. Mai, nachgeholt, die von Dienstag am Mittwoch und so fort bis zum Sonnabend, 21. Mai, an dem die übliche Freitagstour abgefahren wird.

Im individuellen Abfuhrkalender, den die AWSH mit den Rechnungen im Februar verschickt hat, sind die Verschiebungen schon integriert. Auch der individuelle Abfuhrkalender im Internetangebot der AWSH unter www.awsh.de und die Abfuhrtermin App „AWSH-Wertvolle Termine“ berücksichtigen die Verschiebungen. Bei weiteren Fragen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Servicecenter der AWSH unter der kostenlosen Hotline 0800/29 74 001 zur Verfügung.

 Joachim Strunk

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