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Lauenburg Ratzeburgs Politiker einig: Buslinie 8502 muss bleiben
Lokales Lauenburg Ratzeburgs Politiker einig: Buslinie 8502 muss bleiben
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20:18 29.08.2013

Weil die Buslinie 8502 vom Ratzeburger Seniorenwohnsitz (SWR) zur Innenstadt und zum Bahnhof kaum genutzt wird, soll sie bei der Fahrplanumstellung im Dezember gegen Null gefahren werden. Diese Absicht der RMVB (Ratzeburg-Möllner-Verkehrsbetriebe) hat zu parteiübergreifender Einigkeit geführt. Alle Kommunalpolitiker sind gegen die Streichung — trotz höherer Kosten.

In den Abendstunden werde die Linie kaum genutzt, so die Argumentation der RMVB. Sie soll daher bis auf zwei, drei Fahrten zwischen 4 und 7 Uhr morgens so gut wie ganz gestrichen werden.

Insbesondere die Menschen im SWR sind aber auf eine regelmäßige Anbindung an die Stadt und den Bahnhof als Knotenpunkt für weitere Fahrten nach Lübeck oder Hamburg angewiesen. Entsprechend groß ist die Empörung und der Widerstand — auch bei den politischen Parteien der Kreisstadt. Die allerdings stehen vor dem Dilemma, die Beibehaltung des allgemein als „nahezu optimal“ bezeichneten derzeitigen Busfahrplans statt mit bisher 45 000 Euro künftig mit 210 000 Euro bezahlen zu müssen. Angesichts der kommunalen Kassenlage eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Doch sowohl der öffentliche Druck als auch der eigene Anspruch an einen guten öffentlichen Personennahverkehr, der zum Ziel hat, den individuellen motorisierten Verkehr so gut wie überflüssig zu machen, lässt die Fraktionen im Rathaus eng zusammen rücken. So sprechen sich die Freien Wähler eindeutig für die Beibehaltung des Halbstundentaktes der Busse zum SWR und zum DRK-Krankenhaus aus. „Ein gut funktionierender ÖPNV gehört zu den wesentlichen Pflichtaufgaben einer Gemeinde und gerade die Bewohner und Besucher von SWR und Krankenhaus sind auf verlässliche Busse angewiesen“, betonte der Fraktionsvorsitzende Andreas Hagenkötter.

Klaus-Stefan Clasen, Fraktionschef der Grünen: „Von uns gibt es keine Zustimmung zu einer negativen Veränderung der relativ guten Busverhältnisse“. Die bisherige halbstündliche Taktung der Busse bezeichnete er als „ordentlich“. Oliver Hildebrand von der SPD schloss sich seinem Kollegen an: „Wir hatten von Anfang an signalisiert, dass wir da nicht mitmachen.“ Es ginge einfach nicht, dass der Röpersberg und das Krankenhaus abgeschnitten würden.

Wilhelm Thiele, Ortsvorsitzender der Ratzeburger CDU und Mitglied in einer interfraktionellen Arbeitsgemeinschaft, der auch Vertreter der Verwaltung, des Kreises und der RMVB angehören, kündigte „eine gemeinsame Resolution in der nächsten Stadtvertretersitzung an den Kreis“ an. Der nämlich sollte in die Pflicht genommen werden. Denn die Buslinie 8750 vom Ratzeburger Bahnhof über Insel, Vorstadt, SWR und Schmilau zum Möllner ZOB und zurück zahlt bisher Ratzeburg. Das aber sei eine weitgehend regionale und keine städtische Busverbindung, so die Auffassung der Ratzeburger. „Das muss fair auseinander gerechnet werden“, erklärt Thiele.

Mit einer Beteiligung des Kreises an den Kosten könnte so der Anteil Ratzeburgs gemildert werden. „Über die abgespeckte Version, die die RMVB mit der Einstellung der Linie 8502 vorgeschlagen hat, sprechen wir überhaupt nicht“, so Thiele weiter. Da sei man sich auch mit den Vertretern der anderen Parteien einig. Notfalls müsse man eben „in den sauren Apfel beißen“ (Clasen) und „das Geld muss an anderer Stelle eingespart werden“ (Hagenkötter). Sobald die leidigen Bauarbeiten an der Brücke am Königsdamm beendet sein werden, erhoffen sich die Politiker zudem wieder eine stärkere Nutzung der Buslinien. „Auf alle Fälle muss versucht werden, die Fahrgastzahlen zu erhöhen, damit eine Einnahmesteigerung erreicht werden kann“, heißt es in der Verwaltungsvorlage für den Hauptausschuss der Stadt Ratzeburg, der sich am kommenden Montag (ab 18.30 Uhr, Rathaus) mit dem Thema beschäftigt.

Joachim Strunk

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