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Lauenburg Ratzeburgs Wald kein Wirtschaftsfaktor
Lokales Lauenburg Ratzeburgs Wald kein Wirtschaftsfaktor
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21:12 25.09.2013
Bei einer Ortsbegehung erklärte Förster Norbert Oldenburg (2. v. l.) den Mitgliedern des Ratzeburger Finanzausschusses die Besonderheiten seiner Zuständigkeit, hier am Wasserturm an der Hindenburghöhe.

Er gehe in einen ständigen Spagat zwischen Holzvermarktung und Naturschutz, zwischen Hege und Gefahrenabwehr, erklärte Revierförster Norbert Oldenburg den Mitgliedern des Ratzeburger Finanzausschusses bei einer gemeinsamen Ortsbegehung am Dienstag im städtischen Wald. So sei gerade der Bereich am Wasserturm auf der Hindenburghöhe zum Ratzeburger Domsee hinunter sehr sensibel. Er muss gut mit (zumeist) Buchen besetzt sein, damit der Hang nicht abrutschen kann. Die Bäume selbst wiederum müssen stark beobachtet werden, damit sie bei Krankheitsbefall oder zu hohem Alter nicht um- und auf die naheliegenden Häuser fallen können. Rund 65 Hektar Wald besitzt die Kreisstadt, für die Oldenburg und Heinrich Meyer (Grünflächen/Bauamt) zuständig sind. Der Wald hat fast ausschließlich Erholungsfunktion für die Ratzeburger, somit ist auch das jährliche Minus von durchschnittlich 2000 Euro zu erklären.

Mehreinnahmen von rund 913 000 Euro erzielt die Stadt dagegen, falls das neue Finanzausgleichsgesetz kommt, so wie es Innenminister Andreas Breitner anstrebt. Doch das dürfte frühestens 2015 so weit sein, insofern hält sich die Freude bei den Politikern noch in Grenzen. Die Ausschussmitglieder nahmen den Entwurf des Landesgesetzes zur Kenntnis.

Konkretere Gewinne verspricht sich die Mehrheit des Ausschusses von einer Neuverpachtung des Jugend- und Sportheimes in der Riemannstraße. Hier stimmten sieben von acht anwesenden Ausschussmitgliedern für eine Ausschreibung der Pacht, der Abgeordnete der Grünen, Hagen Winkler, stimmte dagegen (seine Partei bevorzugt eine schulische Nutzung). Die Pacht soll am 1.1.2014 beginnen. Für die 105 Quadratmeter große Fläche mit Gemeinschaftsraum, Kegelbahn und Nebenräumen soll eine Monatsmiete von 800 Euro plus Nebenkosten verlangt werden. Die Kegelbahn soll im Eigentum der Stadt bleiben. Der Pächter hat die Kosten der Wartung und Unterhaltung zu tragen sowie für den Prädikatserhalt einer „Bundeskegelbahn“ zu sorgen. Der Pachtvertrag soll für fünf Jahre abgeschlossen werden mit einer Option für weitere fünf Jahre.

Vor allem Buchen
65 Hektar groß sind die Waldflächen der Stadt Ratzeburg. Zuständiger Förster ist Norbert Oldenburg, Leiter der Försterei Ravenskamp im Eigenbetrieb Kreisforsten.
300 Jahre alt können Buchen werden, die Hauptbaumart in unseren Wäldern. Die Hauptwachstumsphase liegt im Alter zwischen 30 und 70 Jahren.

Joachim Strunk

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