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Lauenburg Raubprozess: DNA-Probe soll dritten Täter belasten
Lokales Lauenburg Raubprozess: DNA-Probe soll dritten Täter belasten
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14:24 26.01.2017
Das Landgericht Lübeck. Quelle: LN

Nachdem der dritte, zunächst unbekannte mutmaßliche Täter nun doch im Gerichtssaal auftauchte, stellte die Verteidigung einen weiteren Antrag für die Beweisaufnahme. Die DNA-Spuren auf dem beim Überfall benutzten Messer sollen mit denen des neuen Zeugen abgeglichen werden.

„Die Ermittlung eines Mittäters könnte erheblich strafmildernd wirken“, erklärte der Verteidiger eines der Männer auf der Anklagebank. Laut Aussagen der 23- und 21-jährigen Geschädigten, die gestern ebenfalls aussagten, habe lediglich der dritte Täter beim Überfall mit einem Messer gedroht. Dieses lange Brotmesser, juristisch als gefährlicher Gegenstand bezeichnet, könnte im Urteil die besondere Schwere der Straftat nach sich ziehen. Richter Kai Schröder und Staatsanwalt Philipp Marioth betonten in ihrer Zeugenbefragung jedoch, dass die Männer auf der Anklagebank die Bedrohung mit einem Messer mitbekommen haben und so zumindest billigend in Kauf genommen haben. Der 24-Jährige, den die Verteidigung im Verlauf des Prozesses als dritten Täter belastete, ist ein Hüne von Mann, der mit seinem Hamburger Rechtsanwalt erschien. „Von Größe und Gesichtsausdruck könnte er es sein. Doch ich bin mir nicht sicher“, erklärte der 21-Jährige, der beim Überfall in Escheburg geschlagen und getreten wurde. Der Mann konnte den Saal schnell verlassen. Eine Aussage zum Fall verweigerte er – was rechtlich zulässig ist.

Die Mutter des 23-jährigen Geschädigten sagte ebenfalls aus. Ihr Sohn und dessen Freunde konsumierten „Gras“, verkauften es jedoch nicht. „Unangenehmen Besuch“ habe es öfter gegeben, als der Spross noch zu Hause gewohnt habe. Auch die Täter von Escheburg tauchten Tage nach dem Überfall in der Wohnung der Mutter auf, wo der Sohn aus Angst Unterschlupf suchte. Dort konnte die Polizei die Angeklagten festnehmen.

Die Verteidigung hatte gestern auch einen Schüler geladen, der bezeugen könne, dass die Angeklagten dem einen Geschädigten lediglich eine Abreibung verpassen wollten, weil dieser Drogen an Kinder verkaufe. Der Zeuge ist aber nicht auffindbar.

Das dritte Opfer erschien ebenfalls nicht zur Aussage. Per Whatsapp teilte der junge Mann mit, dass er den Termin „verplant habe“. Dafür muss er nun ein Ordnungsgeld von 150 Euro zahlen. Die drei jungen Opfer wollen im Mai 2015 von zwei Hamburgern wie in einem Gangsterfilm überfallen und beraubt worden sein. Sie berichteten im Prozess um besonders schweren Raub weitgehend übereinstimmend von Schlägen, Tritten und wollen gefesselt, bestohlen und mit einem Messer bedroht worden sein. Die Angeklagten schweigen.

Der Prozess wird am 3. Februar fortgesetzt. Ein Urteil wird am 16. Februar erwartet.

LN

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