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Lauenburg „Raus aus dem Nest“ – Schüler bewältigten Herausforderungen
Lokales Lauenburg „Raus aus dem Nest“ – Schüler bewältigten Herausforderungen
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00:00 26.10.2012
Herzogtum Lauenburg

„Vor allem in der Pubertät wird die Schule oft zur Qual“, stellte der Reformpädagoge Hartmut von Hentig 1994 fest. Schulisches Lernen würde in dieser Phase so gut wie nichts ausrichten. „Wichtiger ist etwas anderes: Selbsterprobung, die Beziehung zu anderen Personen, die Emanzipation von jenen, die bisher bestimmt, erzogen, bevormundet haben. Jetzt brauchen die jungen Menschen Erlebnis, Abenteuer, Aufgaben.“

Dies war der Ansatz für ein Pilotprojekt, das Rüdiger Respondek, Lehrer an der Gemeinschaftsschule Stecknitz im vergangenen Jahr mit seiner Kollegin Manuela Schmoller und 17 Schülern zu Fuß über die Alpen führte. Das Experiment, dessen Vorbild eine gleichnamige Veranstaltungsreihe an der Stadtteilschule Winterhude in Hamburg ist, war so erfolgreich, dass sich Schulleiterin Monika Schulze gemeinsam mit ihrem Kollegium in diesem Jahr erneut für das „Herausforderungs-Projekt“ entschied.

Insgesamt 104 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren stellten sich vielfältigen persönlichen Herausforderungen in neun Einzelprojekten (siehe Beistück). Exemplarisch und auch sinnbildhaft für die gänzlich neue Lebenssituation, der sich die Schülerinnen und Schüler stellen mussten, steht die Aufgabe „Raus aus dem Nest“. Hier sollten sich die Jugendlichen um einen 14-tägigen Aufenthalt in einer anderen, möglichst fremden familiären Umgebung bemühen. Insgesamt acht Stecknitz-Schüler, sechs Mädchen, zwei Jungen, bewarben sich für dieses Projekt und bemühten sich anschließend erfolgreich um einen entsprechenden Aufenthalt.

So suchte sich die 14-jährige Jessica eine Familie in Polen aus. Dass ein Elternteil von Jessica aus Polen kommt und sie selbst zweisprachig aufwuchs, war nur eine kleine Hilfe. Jessica suchte selbst den Kontakt und fuhr auch mutterseelenallein mit dem Zug nach Bydgoszcz und anschließend weiter ins Dörfchen Czarze. Hier integrierte sie sich problemlos in die zehnköpfige Gastfamilie, ging auch zwei Wochen lang in die dortige Schule – „wo viel mehr Wert auf strengere Erziehung und Ordnung gelegt wird“, wie sie erzählt.

Ihr gleichaltriger Schulkamerad Jonas machte sich ebenfalls auf, um sich fernab von zu Hause den Duft der weiten Welt um die Nase wehen zu lassen. Der begeisterte und talentierte Fußballer (Schleswig-Holstein-Liga) bemühte sich um eine zweiwöchige Aufnahme in einem Internat in Marburg/Hessen. Auch er hatte keine Schwierigkeiten in der neuen Umgebung. Von seinen dortigen Mitschülern und Lehrern wurde ihm Hochachtung gezollt für diese eigenständige, selbstbewusste Haltung. „Einzige Voraussetzung war, dass sich die Schüler spätestens nach drei Tagen bei mir per SMS, E-Mail oder über Facebook melden mussten“, berichtet die das Projekt betreuende Lehrerin Anette Kloerss. Auch wenn manche der Schüler „nur“ bei Verwandten in angrenzenden Bundesländern untergekommen waren, sei dies dennoch eine für sie bewundernswerte Leistung, zollte sie allen großen Respekt.

Für Schulleiterin Monika Schulze war das diesjährige Projekt ebenfalls ein voller Erfolg, das sie nach Möglichkeit dauerhaft an ihrer Schule etablieren möchte.

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