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Regionalleitstelle funkt jetzt digital

Bad Oldesloe Regionalleitstelle funkt jetzt digital

1,1 Millionen Euro in die Modernisierung investiert, doch die Mitarbeiter brauchen mehr Platz.

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Andreas Fichtner sitzt schon an einem der komplett umgerüsteten Arbeitsplätze in der IRLS Süd. Funk- und telefontechnisch sind die Mitarbeiter jetzt auf dem neuesten Stand. Da ihre Tische umgestellt wurden, können sie nun auch in einem geräuschärmeren Umfeld arbeiten – und dazu gab es auch moderne Stühle. Soweit ist also alles prima – wenn die Mitarbeiter nur über ein wenig mehr Platz verfügen würden, wäre es perfekt.

Quelle: Fotos: Jens Burmester

Bad Oldesloe. Alles neu in 2017 – endlich. Die Modernisierung und Digitalisierung hat nun auch in der Integrierten Regionalleitstelle (IRLS) Süd in Bad Oldesloe Einzug gehalten. Dafür wurden in den vergangenen Monaten etwa 1,1 Millionen Euro investiert.

LN-Bild

1,1 Millionen Euro in die Modernisierung investiert, doch die Mitarbeiter brauchen mehr Platz.

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Lange gab es in Sachen Digitalfunk nur böse Schlagzeilen. „Deutschland versagt beim Digitalfunk“ hieß es vor einigen Jahren, und „Deutschland im Funkloch“. 2003 war dann zu lesen, dass die Politiker den Digitalfunk in Deutschland spätestens zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 eingeführt haben wollten. Nun also, zehn Jahre nach eben dieser Fußball-Weltmeisterschaft 2006, sind die digitalen Endgeräte auch bei der Leitstelle in Bad Oldesloe eingebaut. Parallel dazu hat der Rettungsdienst in den drei von der IRLS Süd betreuten Kreisen Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein sämtliche Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge mit der modernen digitalen Funktechnik ausgerüstet. Und auch bei den Feuerwehren der drei Kreise läuft die Umrüstung vom analogen Funk auf den neuen Digitalfunk auf Hochtouren. Viele Feuerwehren führen ihre Funkgespräche bereits digital.

Doch nicht nur der Funkverkehr zwischen Leitstelle, Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutzeinrichtungen wird künftig digital abgewickelt. Auch die Internettelefonie „Voice over IP“ ist nun der Standard in den Räumen der Leitstelle. Dazu gehört auch der neue Norumat, das zentrale Notruf-Abfragesystem. Hier laufen nicht nur alle Notrufe und alle anderen Telefongespräche auf, sondern auch der neue Digitalfunk und das Alarmierungssystem sind mit eingebunden. Für die Mitarbeiter der Leitstelle soll das neue System eigentlich eine enorme Erleichterung darstellen, doch mit dem Umbau der Technik und einer neu eingepflegten Software für die Einsatzleitrechner sind noch längst nicht alle Probleme gelöst.

Auch die Mitarbeiter der Leitstelle sollen die besten Arbeitsbedingungen vorfinden. So wurden alle Funktische gedreht, um den Einsatzsachbearbeitern geräuschärmeres Arbeiten zu ermöglichen. Und es wurden neue Bürostühle beschafft, um den Mitarbeitern einen möglichst hohen Komfort zu bieten. Ein Problem ist allerdings die räumliche Enge. Zwar besetzt die IRLS für ihre Einsatzsachbearbeiter und die Technik eine ganze Etage im Kreishaus in Bad Oldesloe und eine weitere Etage für die Verwaltung der Leitstelle, doch der Platz reicht bei weitem nicht aus.

Vergleicht man die Räumlichkeiten mit denen anderer Leitstellen im Land, so stellt man sehr schnell fest, dass ähnliche Leitstellen wie die IRLS West in Elmshorn oder die IRLS Mitte in Kiel auf einer Fläche von mehr als 2000 Quadratmetern untergebracht sind. Von dieser Größenordnung hört man auch im Kreis Stormarn, wenn man vorsichtig nach den Planungen für die Zukunft fragt. Dafür, so erklärt Landrat Dr. Henning Goertz, sei extra eine Arbeitsgruppe mit jeweils zwei Vertretern der drei beteiligten Kreise sowie dem Leiter der Leitstelle, Carsten Horn, gebildet worden: Sie soll neue Standorte und alle damit verbundenen Dinge ausloten. Dabei geht es auch darum, ob man bei einem Neubau mit der Stadt Lübeck kooperieren könnte und ob vielleicht aus einer integrierten Leitstelle sogar eine kooperative Leitstelle gemeinsam mit der Polizei entstehen könnte. „Auch über diese Möglichkeiten sprechen wir mit den Kreisen – und was die Polizei angeht, auch mit dem Innenministerium“, erklärt der Landrat.

Als möglicher Standort für einen Neubau der Leitstelle wurde schon die neue Rettungswache „Am Rögen“ in Bad Oldesloe genannt. Auch eine Ansiedlung der Leitstelle am Autobahnkreuz Bargteheide in Hammoor scheint im Gespräch zu sein. Zwar gebe es in Hammoor keine direkte Nahverkehr-Anbindung. Aber das sei kein Ausschlusskriterium, sagt Landrat Dr. Goertz. Natürlich sei es von Vorteil, wenn die Mitarbeiter mit dem Zug zur Arbeit fahren könnten und dann nur noch vom Bahnhof über die Straße zur Dienststelle gehen müssen, wie es jetzt in Bad Oldesloe der Fall sei. Fest steht: Bis eine Entscheidung getroffen wird, wird noch eines an Wasser die Trave entlangfließen. Die neue Digitaltechnik jedoch zieht bei einem Umzug in neue Räume mit um.

125000 Einsätze, 24 Sachbearbeiter – und keine Neueinstellung in Sicht

Konkrete Forderungen der Integrierten Regionalleitstelle Süd nach neuen Mitarbeitern: Derzeit sind 24 Sachbearbeiter und sechs Schichtführer in der IRLS Süd tätig. Der Kreis Stormarn hat zur Zeit eine Ausschreibung auf seiner Internetseite veröffentlicht, in der „mehrere Leitstellendisponenten“ gesucht werden. Die Ausschreibung läuft noch bis zum 17. Januar. Leitstellenleiter Horn: „Wir suchen auf jeden Fall noch drei Einsatzsachbearbeiter und einen Lagedienstführer.“

125000 Einsätze arbeitet die Leitstelle in Bad Oldesloe pro Jahr ab. „Tendenz steigend", betont Horn. Noch nicht mit eingerechnet seien die vielen Telefonate, Funkgespräche und anderen Tätigkeiten, die von den Mitarbeitern erledigt werden müssen. Da ist dann die Personaldecke doch eher etwas dünn, wie so manch ein Mitarbeiter, allerdings nur hinter vorgehaltener Hand, zugibt. Zudem sei der Krankenstand auch relativ hoch, was jedoch bei der Belastung der Mitarbeiter kein Wunder sei. Doch der Spielraum für Neu-Einstellungen ist nicht groß.

Von Finanzen und Gutachten: Ein gewichtiges Wort in Sachen Einstellungen sprechen die Krankenkassen mit, denn über die wird die Leitstelle zu einem beträchtlichen Teil refinanziert. Und ein Gutachten gibt vor, wie viele Mitarbeiter in solch einer Einrichtung arbeiten dürfen, sowie wo und wie viele Rettungswagen im Kreis stationiert sind. jeb

Jens Burmester

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