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Lauenburg „Reiß aus“ statt „Abgefahren“ – Kinofilm über Afrika ist fertig
Lokales Lauenburg „Reiß aus“ statt „Abgefahren“ – Kinofilm über Afrika ist fertig
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21:43 31.07.2018
Erleichtert, dass der Film fertig ist, und begeistert darüber, wie er auf der großen Kinoleinwand mit dem 5.1-Sound wirkt: die Afrika-Bummler und Produzenten Ulrich Stirnat und Lena Wendt. Quelle: Holger Marohn
Schwarzenbek

„Ich bin gerade scherzhaft als Herr Produzent angesprochen worden. Das ist schon ein krasses Gefühl. Aber es zeigt auch, dass wir es wirklich geschafft haben“, sagt Ulrich „Ulli“ Stirnat vor dem Hamburger Abaton-Kino. Gerade haben Ulli und seine Freundin Lena ihren Film erstmals auf der Leinwand gesehen, eine Arbeitsvorführung für die Unterstützer und Helfer des Projektes in dem Hamburger Programmkino. Rund ein Dreivierteljahr hatten sie mit vielen Helfern an dem Werk gearbeitet. Reaktion des geladenen Publikums auf die gut zwei Stunden Afrika-Erlebnis: minutenlanger stehender Applaus.

22 Monate war der Schwarzenbeker Ulrich Stirnat mit seiner Freundin Lena Wendt in Westafrika unterwegs. Aus ihrem Videotagebuch haben sie einen Film gemacht. Der sollte demnächst auf Festivals gezeigt werden. Doch ein Problem hätte das Projekt fast scheitern lassen . . .

Crowdfunding

Das Geld für die Produktion ihres Films haben Lena Wendt und Ulrich Stirnat über ein Crowdfunding eingesammelt. Schon mit einem Betrag von fünf Euro konnte jeder das Projekt unterstützen.

Bei der Produktion halfen Freunde zum Freundschaftspreis.

Nächstes Ziel sind jetzt die Bewerbungen für verschiedene Festivals. Die Bewerbungsschreiben sind bereits fertig, der Film ist auf DVD und andere Medien kopiert, doch wenige Tage später taucht ein gravierendes Problem auf: Andere Weltenbummler haben Rechte auf den vorgesehenen Titel „Abgefahren“ angemeldet. Und die beiden machen nun, was ihnen bereits in den vergangenen Monaten und Jahren oft geholfen hat: Sie setzen auf das „Schwarmwissen“ ihrer Netzgemeinde.

„Wir brauchen eure Hilfe“ heißt es. „Abgefahren“ müsse weg – und zwar schnell. „Wir haben Ärger bekommen, weil wir bei der Namensgebung zu enthusiastisch waren und ein Buch übersehen haben, das 1999 rausgekommen ist. Jetzt wurden wir aufgefordert, schleunigst unseren Namen zu ändern. Das wollen wir tun, aber wir lieben unseren Titel sehr und stehen ziemlich auf dem Schlauch.“

Allerdings gibt es nicht nur das Buch unter dem Titel, sondern es sind bereits 1995 ein deutscher und 1998 ein amerikanischer Spielfilme sowie 2004 der Film „Abgefahren – Mit Vollgas in die Liebe“

über die Bildschirme geflimmert und 2010 sogar eine Fernsehserie „Abgefahren – Auf vier Rädern Richtung Wüste“ gezeigt worden. Doch trotz des möglicherweise durchaus strittigen Rechtsanspruchs der „anderen“ Weltenbummler wollen Lena und Ulli nun auf Nummer sicher gehen. Der neue Titel solle keinesfalls ein Wortspiel des alten Titel sein, habe man ihnen geraten. Vorschläge gibt es bereits zuhauf.

Nach zwei Wochen des Suchens und Diskutierens scheint es nun eine Lösung zu geben: Aus „Abgefahren – zwei Menschen, zwei Jahre, ein Traum“ wird „Reiß aus – zwei Menschen, zwei Jahre, ein Traum“.

Den Festivalbewerbungen dürfte nun nichts mehr im Weg stehen. Und vielleicht ist der Aussteigerfilm ja sogar bei den Nordischen Filmtagen zu sehen.

Holger Marohn

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