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Lauenburg Orgel Ausbau in Möllner St.-Nicolai-Kirche
Lokales Lauenburg Orgel Ausbau in Möllner St.-Nicolai-Kirche
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19:27 25.09.2018
Der Möllner Bürgermeister Jan Wiegels (links) und Orgelbauer Erik Winkel bauen die erste Orgelpfeife der Orgel in der Möllner St.-Nicolai-Kirche, das "C klein", aus. Quelle: Lennard Schröder
Mölln

Ein vorerst letztes Mal erklang gestern die Scherer-Bünting-Orgel, die in Kirchenarchiven erstmals 1436 erwähnt wird, in der St.-Nicolai-Kirche in Mölln. Jetzt wird sie für die nächsten zweieinhalb Jahre aufwendig renoviert. Mit dem Ausbau der ersten Orgelpfeifen beginnt eine Restauration, auf die alle Beteiligten schon jahrelang hinarbeiten. Der Klang der zuletzt 1975 überarbeiteten Orgel soll verbessert und näher an die historische Akustik gebracht werden.

Rund 50 Gäste kamen gestern in der -Kirche zusammen, um den Beginn der aufwendigen Renovierung der Orgel mitzuerleben. „Heute ist ein besonderer Tag auf den wir viele Jahre gewartet haben“, sagt Pastor Matthias Lage zu Beginn. Der Zustand der Orgel habe sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert, daher sei die Restauration nun notwendig. Zudem wollte man verschiedene Fördergelder nicht verstreichen lassen. „Es wurden viele Untersuchungen und Forschungen über die Geschichte der Orgel gemacht. Zum Schluss wurde international nach dem für dieses Vorhaben am besten geeigneten Orgelbauer gesucht“, erzählt der Vorsitzende des Möllner Orgelbauvereins Hartmut Ledeboer.

Gefunden hat man die Firma Flentrop aus Zaandam in den Niederlanden. Seit 1903 hat sich der Betrieb auf die Restauration und den Neubau von Orgeln spezialisiert und ist international sehr gefragt. Im norddeutschen Raum arbeitete die Firma zuletzt an der großen Orgel der Lübecker St. Jakobi Kirche und der „Orgel für Bach“ in der Hamburger Katharinenkirche. Alle 2731 Pfeifen der Scherer-Bünting-Orgel werden für die Überarbeitung nach Holland transportiert.

Dazu kommt die aufwendige Ventil- und Blasebalg-Technik und die Spielmechanik mit Registerzug. Bis 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. In der Orgel finden sich Pfeifen aus verschiedensten Epochen, die ältesten aus dem frühen 15. Jahrhundert. Die Pfeifen bestehen aus Blei, sind verzinnt und mit Blattgold geschmückt. Besonderes Augenmerk wird auf die aus dem Jahr 1975 stammenden Pfeifen gelegt. Sie sollen sich besser in die historischen Register einpassen. „Auch die Blasebalganlage wird komplett überarbeitet“, erzählt Direktor der Orgelbau-Firma Erik Winkel. „Der Wind wird lebendiger und näher am historischen Original sein.“

Die ersten Orgelpfeifen machen sich schon auf den Weg in die Niederlande. Die Möllner Orgel geht auf Reisen –Bilder und Stimmen zur bevorstehenden Restauration.

Die Kosten für das ambitionierte Projekt, insgesamt 1,7 Millionen Euro, wären für die Kirchengemeinde allein nie aufzubringen gewesen. Möglich gemacht haben die Renovierung neben Zuschüssen aus Fördertöpfen von Bund, Land Schleswig-Holstein und der Stadt Mölln vor allem auch zahlreiche Spenden von Privatpersonen und Unternehmen an den Möllner Orgelbauverein. „So konnten wir bis jetzt fast 300 000 Euro an Spenden für das Projekt sammeln“, so Ledeboer. Rund 250 000 Euro würden allerdings für die Finanzierung der renovierten Orgel noch fehlen. „Besonders ist das Orgelpfeifen-Patenschafts-Modell“, sagt Ledeboer.

In den nächsten zweieinhalb Jahren werden andere Instrumente und viel Gemeindegesang die Lücke der Orgel füllen müssen. „Wir können nur erahnen, was uns fehlen wird“, sagt Lage,“ doch dafür freuen wir uns umso mehr, wenn unsere historische Orgel in neuem Glanz erklingt.“

Lennard Schröder

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