Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Retter wollen bei Notfällen noch schneller sein
Lokales Lauenburg Retter wollen bei Notfällen noch schneller sein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:31 26.01.2016
Derzeit dient eine ehemalige Hausmeisterwohnung des Sportzentrums als provisorische Wache. Jetzt wird angebaut. Quelle: hm

Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes im Kreis Herzogtum Lauenburg hatten im abgelaufenen Jahr erneut mit steigenden Einsatzzahlen zu kämpfen. Mehr als 800 zusätzliche Notfalleinsätze mussten die Retter bewältigen. Die gesetzlich vorgeschrieben Hilfsfristen werden weiterhin bei etwa jeder zehnten Fahrt nicht eingehalten. Das geht aus der jetzt vom Kreis vorgelegten Rettungsdienststatistik hervor.

Die Zahl der Notfalleinsätze stieg danach um 6,4 Prozent auf 13577 Fahrten. Bei den Krankentransportfahrten verzeichnete der Rettungsdienst hingegen nur ein „überraschend niedriges Wachstum“ um 0,4 Prozent. „Sollte sich der Trend im Einsatzwachstum in der Notfallrettung auch in den kommenden Jahren auf dem Niveau fortsetzen, wird eine weitere Nachbemessung erforderlich“, heißt es in dem Bericht. Erst im abgelaufenen Jahr waren die Vorhaltezeiten der Rettungswagen deutlich erhöht worden.

Größere Sorgen bereitet den Planern des Rettungsdienstes die weiterhin ungenügende Einhaltung der Hilfsfristen. Nur in 89,04 Prozent der Notfalleinsätze kamen die Retter innerhalb der vorgeschriebenen Zwölf-Minuten-Frist am Einsatzort an. Maximal wird eine zehnprozentige Überschreitung dieser Frist im Kreisdurchschnitt geduldet. Besonders problematisch bleibt die Situation in den Bereichen Nusse, wo in 73 Prozent der Fälle die Hilfsfristen überschritten wurde, sowie in Klein Zecher (72 Prozent), Seedorf (68 Prozent) und Güster (67 Prozent).

Gerade aus dem Amt Büchen hatte es im vergangenen Jahr heftige Kritik an einer mangelhaften Versorgung des Region gegeben. Nun hat sich die Gemeinde Büchen entschieden, Fakten zu schaffen. Ohne auf eine Entscheidung über einer Kostenübernahme durch die Krankenkassen zu warten, lässt die Gemeinde auf eigene Rechnung für 1,6 Millionen Euro eine Rettungswache bauen. In einen Anbau an das Sportzentrum in der Möllner Straße soll eine Garage mit Platz für zwei Rettungswagen sowie Aufenthalts- und Ruheräume für die Rettungswagenbesatzungen entstehen. Baubeginn soll im Sommer sein.

Ursprünglich war geplant, die neue Wache noch in diesem Jahr fertigzustellen.

„Die Entscheidung ist unser Startbeitrag für eine dauerhafte Stationierung eines Rettungswagens mit ausgedehnten Besetzungszeiten“, sagt Büchens Bürgermeister Uwe Möller. „Wir wollen mit dieser Investition eine gesicherte rettungsdienstliche Versorgung für die Menschen in unserer Region erreichen.“ Seit der zunächst vorübergehenden und später ausgeweiteten Stationierung eines Rettungswagens tagsüber in Büchen vor gut eineinhalb Jahren wird eine ehemalige Hausmeisterwohnung des Sportzentrums als provisorische Wache genutzt. Der Rettungswagen muss allerdings bei Wind und Wetter im Freien stehen.

Im Kellergeschoss des in Hanglage zum Sportplatz gebauten Gebäudes sollen Umkleide- und Lagerräume für den Schul- und Vereinssport entstehen.

Der Innenausschuss der Kreises berät zur Rettungsdienststatistik am Montag, 8. Februar, ab 16 Uhr im Kreishaus

Die Versorgung
12 Minuten nach Alarmierung soll eine Rettungswagen-Besatzung jeden Ort im Kreis erreichen. Von dieser Hilfsfrist entfallen eine Minute auf die Bearbeitung des Notrufes in der Leitstelle, eine Minute auf das Ausrücken der Besatzung aus der Wache und zehn Minuten auf die Anfahrt.
1286 Fälle von Hilfsfristüberschreitungen gab es bei den 13577 Einsätzen im vergangenen Jahr. In 37 Prozent der Fälle überschritten die Retter diese Frist sogar um mehr als drei Minuten.
Die durchschnittliche Eintreffzeit ist in Krummesse mit 20:35 Minuten sowie Pogeez (17:51), Groß Grönau (17:20), Walksfelde (14:53), Besenthal (14:23) und Seedorf (13:19) am höchsten.
Krummesse und Groß Grönau werden dabei planmäßig vom Lübecker Rettungsdienst versorgt.

Holger Marohn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige