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Lauenburg Rettung kommt immer häufiger zu spät
Lokales Lauenburg Rettung kommt immer häufiger zu spät
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20:32 24.02.2018

Wenn in der Stormarner Leitstelle ein Notruf eingeht, werden die Retter in Ostholstein, Stormarn und dem Lauenburgischen losgeschickt, um schnellstmöglich am Einsatzort zu sein. Doch gerade im Lauenburgischen schaffen es die Notfallsanitäter bei 15 von 100 Einsätzen nicht, die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist einzuhalten. Abhilfe könnten mehr Rettungswagen, eine zeitlich längere Besetzung der einzelnen Wachen oder auch neue Rettungswachen schaffen. Geklärt werden soll das in einem neuen Gutachten. Sogar die sonst gerne intensiverer Überzeugungsarbeit bedürftigen Krankenkassen haben bereits zugestimmt.

12 Minuten beträgt die gesetzlich

zulässige Hilfsfrist. Eine

Unterschreitung von zehn Prozent kann geduldet werden. Der

Hilfsfristerreichungsgrad liegt im Kreisdurchschnitt mit bereinigten

Einsatzzahlen bei 85,98 Prozent.

31 832 Einsätze

Im Jahr 2017 sind im Kreis Herzogtum Lauenburg 15887 Krankentransporte und 15945 Notfalleinsätze durchgeführt worden. Die Hilfsfrist umfasst die Teilzeiten Dispositionszeit in der Leitstelle, die Ausrückezeit und die Anfahrtszeit.

Doch es gibt ein Problem, ein internes: Den vom Kreis angeforderten Gutachtern fehlt eine ausreichende Datengrundlage. Unter anderem können die Geodaten, also die genauen Positionen bei Einsätzen, nicht ausgelesen werden. „Es ist nach wie vor nicht möglich, ein erneutes Rettungsmittelvorhalte-Gutachten erstellen zu lassen, da der Kreis Stormarn mit der IRLS weiterhin nicht dazu in der Lage ist, die Einsatzdaten entsprechend den Anforderungen des Gutachters aus dem Einsatzleitrechner zu exportieren. Der Kreis Stormarn wurde hierzu bereits im April 2017 schriftlich durch den lauenburgischen Landrat Dr. Mager aufgefordert, diesen Umstand zu beenden und schnellstmöglich eine technische Lösung zu schaffen“, heißt es in einer Sitzungsvorlage für den Hauptausschuss im Lauenburgischen. Es ist nicht das erste Mal, dass dieser Missstand in den vergangenen Jahren öffentlich vom Kreis in den politischen Gremien angemahnt wurde, offenkundig aus „diplomatischen“ Gründen bislang nur als mündliche Berichte.

Der Missstand besteht dabei – wie von beiden Seiten bestätigt – in einem rund 7000 Euro teuren Softwaremodul. Dies hätten die Stormarner, wie aus dem Lauenburgischen zu hören ist, im Rahmen der Neuanschaffung der Leitstellensoftware zunächst bei der Neuanschaffung schlichtweg vergessen – und sich danach kategorisch geweigert nachzubestellen.

Doch während die Menschen im Lauenburgischen immer häufiger unnötig lange auf dringend benötigte Hilfe warten müssen, sieht man beim Kreis Stormarn, der für die drei Kreise betreuende Leitstelle verantwortlich ist, offenkundig auch weiterhin keinen Anlass. „Auch die Gutachter arbeiten mit verschiedenen Programmen. Wenn so ein Programm dann nicht in der Lage ist, die Daten auszulesen, ist das ein anderes Problem“, heißt es vom Kreis Stormarn. Immerhin würden die Gutachter in den anderen Kreisen wie Ostholstein mit den Daten klarkommen.

Ende vergangenen Jahres ist bei den Verantwortlichen im Kreis Herzogtum Lauenburg der Kooperations-Geduldsfaden gerissen. Man beschloss schließlich, das Modul selbst anzuschaffen und der Oldesloer Rettungswache zur Verfügung zu stellen. In der kommenden Woche soll es nun installiert werden. Ein Vorliegen der ersten gutachtertauglichen Daten wird dann zügig erwartet. „Anschließend muss schnellstmöglich ein neues Rettungsmittelvorhalte-Gutachten erstellt werden. Erfahrungsgemäß dauert es nach Auftrag bis zur Umsetzung neun bis zwölf Monate“, heißt es vom Kreis.

Holger Marohn

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