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Lauenburg Rettungsdienst: DRK kündigt Firma Wolf
Lokales Lauenburg Rettungsdienst: DRK kündigt Firma Wolf
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11:51 14.06.2016
DRK und Kreis haben den Rettungswagen der Firma Wolf stillgelegt. Er soll technische Mängel haben. Quelle: Fotos: Jens Burmester

Seit Donnerstag vergangener Woche ist die private Rettungswache Steinhorst der Firma Wolf geschlossen. Wie DRK- Kreisgeschäftsführer Peter Timmermanns den LN bestätigte, nimmt das DRK die Notfallrettung in der Region Steinhorst seither selbst wahr und stellt die Versorgung gemäß Vertrag mit dem Kreis Herzogtum Lauenburg sicher. Den Vertrag mit Wolf hat das DRK gestern gekündigt. Ein Rettungswagen des DRK wurde am Donnerstag erst am Steinhorster Schwimmbad, anschließend über das Wochenende an der Steinhorster Feuerwehrwache stationiert. Ab heute soll der Rettungswagen dann in Schip- horst im neuen Feuerwehrhaus untergestellt werden. Die Gemeinde Schiphorst stellt dafür einen Stellplatz und Räumlichkeiten für das Personal zur Verfügung.

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„Zu viele Mängel“ – Rotes Kreuz kündigt Vertrag mit privatem Rettungsdienstunternehmen Wolf aus Steinhorst – Firma plante, an „Promedica“ verkaufen.

Nach Aussage Timmermanns hat die Firma Wolf aus Wentorf AS, die bislang die Rettungswache als Subunternehmer des DRK unterhielt, die fristlose Kündigung des Vertrages erhalten. Zurückzuführen sei das auf schon seit längerer Zeit immer wieder auftretende Mängel. Bei einer Überprüfung im Mai wurden erneut Mängel festgestellt. Auch bei einer Nachprüfung in der vergangenen Woche seien die Missstände nicht behoben gewesen. Unter anderem soll der Rettungswagen technische Mängel aufweisen und es soll massive Probleme im Bereich des Arbeitsschutzes gegeben haben.

Auf die Frage, wie es nun mit der Firma Wolf und den Mitarbeitern weitergeht, sagte Timmermanns: „Es wird eine sozialverträgliche Lösung geben. Wir bieten den Mitarbeitern und auch dem Firmeninhaber an, sie einzustellen, wenn sie sich bei uns bewerben.“ Michael Weinhold ist Mitarbeiter und Betriebsrat bei Wolf. Er hatte gestern die Einsatzbereitschaft der Wache wiederhergestellt, doch das DRK ließ seinen eigenen RTW im Dienst. Und so soll es bleiben. „Wir wissen nicht, wie es weiter geht. Unser Chef ist zur Kur und hat uns nicht darüber informiert, was nun passiert“, sagte Weinhold. Sein Chef Jörg Wolf, der zur Zeit zur Kur in Niedersachsen ist, bestätigte den LN die Absicht, sein Unternehmen zu verkaufen. Darüber, so Wolf, habe er mit dem Rettungsdienstanbieter „Promedica“ bereits verhandelt.

Zu der derzeitigen Situation mit dem DRK-Kreisverband wollte sich Wolf, der die Firma in zweiter Generation führt, nicht äußern. „Das ist ein laufendes Verfahren und ich habe die Sache einem Anwalt übergeben“, so Wolf gegenüber unserer Zeitung. Für die Menschen in der Region um Steinhorst wird sich trotz dieser Geschichte nichts ändern. Die Notfallversorgung ist nach wie vor an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden lang sichergestellt.

Steinhorster RTW auch in Stormarn im Einsatz

Im Kreis Herzogtum Lauenburg gibt es Rettungswachen in Ratzeburg, Mölln, Steinhorst, Lanken, Schwarzenbek, Basedow, Geesthacht, Büchen, Lehmrade und Lauenburg. Die Rettungswache Steinhorst war bisher als Lehrrettungswache eingestuft. Hier ist ein Rettungswagen stationiert, der 24 Stunden am Tag einsatzbereit und primär nur für den Notfalleinsatz vorgesehen ist. Der Rettungswagen wird aus diesem Grund kaum für Einsätze zur Krankenbeförderung genutzt wurde. Der Steinhorster RTW wird nicht rund um die Gemeinde Steinhorst eingesetzt, sondern ist vielfach auch im Nachbarkreis Stormarn unterwegs.

Die Organisation der Notfallversorgung im Lauenburgischen hat der Kreis an den DRK-Kreisverband übertragen. Ein Großteil der Wachen und Fahrzeuge wird vom DRK selbst besetzt. jeb

 Jens Burmester

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