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Lauenburg Rettungsdienst immer öfter zu spät
Lokales Lauenburg Rettungsdienst immer öfter zu spät
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11:27 30.05.2018
81 Prozent beträgt die Überschreitung der Hilfsfrist in der Region Nusse. Bei 63 Einsätzen kam der Rettungswagen in 51 Fällen zu spät. Quelle: Symbolbild LN-Archiv
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Ratzeburg

Kurzfristig ändern wird sich daran nichts. Aber der Kreis erwartet immerhin noch im Sommer ein neues Gutachten für die Rettungswagen im Kreis. Ein Auftrag „für eine Überprüfung der Rettungsmittelvorhaltung sowie für die Standorte südlich der Linie Mölln-Breitenfelde-Köthel“ sei Ende April bei der Firma Forplan in Auftrag gegeben worden, teilte Landrat Dr. Christoph Mager am Montag im Hauptausschuss des Kreises mit.

81 Prozent beträgt die Überschreitung der Hilfsfrist in der Region Nusse. Bei 63 Einsätzen kam der Rettungswagen in 51 Fällen zu spät.

Die Ergebnisse des rund 22000 Euro teuren Gutachtens sollen Ende Juli vorliegen. Vereinbart sei, diese dann im Hauptausschuss vorzustellen.

Vorangegangen waren der Beauftragung des Gutachters lange Diskussionen mit den Krankenkassen. Denn nur wenn die Kassen als Kostenträger des Rettungsdienstes vorab einem Gutachter-Auftrag zustimmen, ist auch davon auszugehen, dass die Ergebnisse als akzeptierte Grundlage für weitere Gespräche mit den Krankenkassen herangezogen werden können.

Immerhin im Bereich Mölln rückt eine konkrete Verbesserung der Situation immer näher. Dort wird am Freitag Richtfest für die neue Rettungswache gefeiert. Mit der modernen Wache sollen sich nicht nur die Bedingungen für die Einsatzkräfte deutlich verbessern, sondern auch die Zeit zwischen Alarmierung und Abfahrt des Rettungswagens reduzieren.

Gleichzeitig liegt der neue Standort der Wache näher an der Auffahrt zur Bundesstraße 207, so dass sich die Hilfsfristen westlich von Mölln reduzieren. Dies wird vor allem in der Region Nusse allerdings als nicht ausreichen kritisiert. Bei 63 Einsätzen im Jahr 2016 kam der Rettungswagen in 51 Fällen nicht innerhalb der gesetzlich geforderten Hilfsfrist von zwölf Minuten. Das entspricht für die Region Nusse einer Hilfsfristüberschreitung von knapp 81 Prozent. In 31 Fällen davon wurde die Frist sogar deutlich überschritten. In neun Fällen benötigten die Retter mehr als 15 Minuten.

Was eine Verlegung der Möllner Wache für die Region Nusse bedeutet, soll ebenfalls im Gutachten geklärt werden.

Seit Jahren gibt es im Lauenburgischen Überschreitungen

Die Statistik des Rettungsdienstes für das abgelaufene Jahr zeigt, dass in 2017 fast 16000 Notfalleinsätze und rund 15900 Krankentransporte durchgeführt wurden.

Die Hilfsfrist konnte in 85,98 Prozent der Fälle eingehalten werden. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Einhaltung bei 100 Prozent. Eine Unterschreitung von zehn Prozent wird gesetzlich geduldet. Daher sind die Krankenkassen in der Regel auch erst bei einer weiteren Unterschreitung überhaupt dazu bereit, über Verbesserungen zu diskutieren.

Die Hilfsfristen werden seit Jahren im Lauenburgischen über das geduldete Maß hinaus überschritten.

 Holger Marohn

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