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Lauenburg Riesenandrang beim Kandidatenduell in Mölln
Lokales Lauenburg Riesenandrang beim Kandidatenduell in Mölln
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13:01 11.02.2016
Die Tribüne war voll bei der Diskussion mit den Bewerbern um den Möllner Bürgermeisterposten: Rund 500 Besucher waren gestern in die Stadtwerke-Arena gekommen, um Amtsinhaber Jan Wiegels (SPD, links) und Herausforderin Anja Reimann (CDU, rechts) zu erleben. Jochen von Allwörden, Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages, moderierte die Veranstaltung. Quelle: Fotos: Hanno Hannes

Im Foyer der Möllner Stadtwerke-Arena stauen sich die Besucher. Sowohl Herausforderin Anja Reimann als auch Jan Wiegels mit ihren Teams versuchen, möglichst jeden einzelnen Besucher persönlich zu begrüßen. Von ihr gibt es neben dem klassischen Infoflyer kleine Schokotäfelchen. Er hat als Schmankerl „I love Mölln“-Aufkleber mit seinem Namen drucken lassen und lässt sie verteilen. Der Kampf um jede Stimme tobt vor der offiziellen Kandidaten-Präsentation. Fast 500 Bürger aller Altersgruppen sind es am Ende, die sich in der Sporthalle drängen. Sowohl die Tribüne, als auch die beiden großen Stuhlblöcke sind vollständig besetzt. Wer auf die letzte Minute kommt, muss stehen.

Ein Andrang, der auch Moderator Jochen von Allwörden vom Städtebund und Gemeindetag — nicht verwandt oder verschwägert mit einer regionalen Bäckerfamilie — beeindruckt. „Ich bin bei vielen Kandidatenvorstellungen. Mal ist es ein Theatersaal, Schulmensen sind auch sehr beliebt. Aber ich habe noch nie so viele Besucher erlebt wie hier in Mölln“, sagt von Allwörden. Den Möllnern auf den Rängen scheint es zu schmeicheln. Dabei sei das, was folge, keine Castingshow nach dem Motto „Mölln sucht den Super-Bürgermeister“ oder seinen „Next Top-Bürgermeister“, warnt von Allwörden.

Zunächst zieht Wiegels Bilanz seiner Amtszeit, erwähnt die großen Projekte der Stadt. Nicht zuletzt weist er auf die Unterbringung der Flüchtlinge hin, bei der man anders als andere Städte ohne Notmaßnahmen ausgekommen sei. Reimann legt den Schwerpunkt auf ihre Mölln-Verbundenheit und das Wahlprogramm, wie sie ihre Ansatzpunkte nennt. Die Familienfreundlichkeit ihres Heimatortes sei ihr besonders wichtig, ist eines ihrer Themen. Dazu gehöre auch eine transparente Vergabe der Kitaplätze.

Bei der Fragerunde lässt von Allwörden nicht locker. „Mölln ist gut aufgestellt. Das habe ich nun breit mitbekommen. Aber gibt es aus ihrer Sicht denn noch Handlungsbedarf“, will der Moderator vom Amtsinhaber wissen, nachdem dem der aus seiner Sicht zu ausschweifend geantwortet hatte. Ausflüge in die Bundespolitik kommentiert von Allwörden mit einem „Das ist, was wir als Kommunen nicht mehr in der Hand haben ab.“ Aber auch Reimann muss sich Nachfragen gefallen lassen, als sie über mögliche Einsparpotenziale im städtischen Haushalt referiert. Doch Reimann bleibt hart und verweist bei zu genauen Details auf die bei Personalfragen geltende Verschwiegenheitspflicht. Ohnehin scheiden sich bei den Finanzen die Geister der beiden Kandidaten. Während Reimann fordert, die noch ausstehenden Abschlüsse der Jahre 2013 und 2014 fertig zustellen, um endlich zu wissen, was die Stadt tatsächlich in der Tasche habe, weist Wiegels die Vorwürfe einer zu langsamen Abrechnung zurück. Man wisse das sehr wohl — und andere Kommunen wie Lauenburg oder Geesthacht seien mit der Umstellung auf die Doppik noch langsamer, so der Amtsinhaber.

Holger Marohn

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