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Lauenburg Riesiges Aktenlager in Lanken
Lokales Lauenburg Riesiges Aktenlager in Lanken
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20:13 14.02.2018
1,3 Millionen Kartons mit jeweils etwa 2500 Aktenblättern finden in dem Hochregallager in Lanken Platz. Quelle: Fotos: Timo Jann
Lanken

„Datenschutz und Sicherheit haben bei uns oberste Priorität“, sagt Adrian Heinrich, Bereichsleiter bei der Reisswolf Archivservice GmbH. „Wir haben vier solcher Lager. Der Standort Lanken ist für uns perfekt gelegen und sehr gut“, sagt Heinrich. Deshalb werde ein anderer Standort aufgegeben – Lanken biete einfach mehr Perspektive. 40-Tonner transportieren Paletten voller Aktenkartons vom aufgelösten Lager nach Lanken. 500 Touren müssen sie fahren. Doch der riesige Hallenkomplex, der einige Jahre leer stand, bietet für die Zukunft noch viel mehr Platz.

1,3 Millionen Kartons mit jeweils fünf dicken Leitz-Ordnern, die etwa 500 Blätter Papier fassen: Im ehemals von Office Depot genutzten Versandgebäude in Lanken richtet die Firma Reisswolf zurzeit ein Hochsicherheitslager ein. Akten, die Unternehmen und Behörden entsprechend gesetzlicher Forderungen archivieren müssen, finden hier einen gut behüteten Platz.

Reisswolf hat ein modernes Hochregalsystem montiert. Dazu gehört auch eine sektorale Sprinkleranlage, um gegebenenfalls Entstehungsbrände sofort automatisch bekämpfen zu können. Heinrich sagt: „Wir haben eine so genannte ,chaotische Lagerhaltung‘. Das bedeutet, die Kunden haben keine reservierten Bereiche, in denen all ihre Akten gelagert sind, sondern alles wird dort eingelagert, wo gerade Platz ist. Die Unterlagen sind aber über ein Barcodesystem an Regalen, Kartons und Ordnern jederzeit auffindbar.“ Bei einem Feuer würden außerdem nicht gleich alle Aktenbestände von einer Firma betroffen sein.

Der Hof ist mit Video überwacht, der Zugang über ein Chipsystem gesteuert. Bewegungsmelder registrieren nicht nur, wo jemand unterwegs ist, sie steuern aus Energiespargründen in der XXL-Halle (16

000 Quadratmeter) auch die Beleuchtung.

Zurzeit wird der erste Bauabschnitt belegt, ab April kann Reisswolf die komplette Halle nutzen. Steuerberater, Krankenhäuser, Behörden, Banken, Pharma-Unternehmen und Versicherungen gehören zu den Kunden. Das Gesetz fordert je nach Branche und Inhalt unterschiedlich lange Aufbewahrungszeiten für Dokumente. „Die Erfahrung zeigt, dass auf etwa vier Prozent der Akten noch einmal zugegriffen wird.

Alles andere wartet hier auf den Schredder“, erklärt Heinrich. Sollte beispielsweise ein Steuerberater noch einmal Akten benötigen, kann er den Ordner oder den Karton gezielt anfordern. Innerhalb von 24 Stunden wird er dann zum Kunden geliefert. Der eingelagerte Aktenberg muss entsprechend der gültigen Fristen jährlich durchgearbeitet werden, um neuen Lagerplatz zu schaffen. „Wir haben ein starkes Wachstum“, sagt Heinrich.

Was Reisswolf perspektivisch in Lanken noch unterbringen wird, ist aktuell offen. Es gibt noch Büroflächen in dem Objekt, die leer stehen und auf eine Nutzung warten.

1000 Mitarbeiter

Die Firma Reisswolf wurde vor 33 Jahren in Hamburg gegründet. Damals wurde Firmen angeboten, deren Akten und Daten zu vernichten. 2000 kam dann der Archivservice dazu. Hintergrund: Mieten steigen, viele Firmen trennen sich deshalb von ihrem Archiv und lagern es aus. Über ein Onlinesystem können sie sogar den angebotenen Digitalisierungsservice ihrer Unterlagen nutzen. Das Unternehmen ist mittlerweile weltweit mit 1000 Mitarbeitern aktiv.

Timo Jann

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