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Lauenburg Riftec erweitert: Erfolg mit Spitzen-Technologie aus Geesthacht
Lokales Lauenburg Riftec erweitert: Erfolg mit Spitzen-Technologie aus Geesthacht
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17:16 17.04.2019
Alexander Freiherr von Strombeck, Rob C. van Gils und Dr. Axel Meyer (von rechts) während der Riftec-Einweihung. Quelle: Timo Jann
Geesthacht

In einem Zimmer mit 32,75 Quadratmetern waren sie einst im Geesthachter Innovations- und Technologie-Zentrum (GITZ) gestartet – jetzt haben sie ihren Neubau mit 700 Quadratmetern Büro- und 2500 Quadratmetern Produktionsfläche an der Mercatorstraße eingeweiht: Die Gründer der Riftec GmbH, Alexander Freiherr von Strombeck und Dr. Axel Meyer. 2003 hatten sie den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt, 2012 folgte eine Insolvenz, aus der das Unternehmen nach dem Einstieg der österreichischen HAI-Gruppe gestärkt hervor ging.

Technologiepreis des Landes gewonnen

Die Macher der Firma Riftec gewannen den Technologiepreis des Landes, waren Mutmacher der Nation und Bundessieger im Wettbewerb „Gründerchampion“. Riftec war die letzte Ausgründung aus einem Forschungsprojekt des GKSS, heute Helmholtz-Zentrum. Auch von einer zwischenzeitlichen Insolvenz ließen sich die Unternehmer nicht entmutigen.

„Wir sind in den letzten Jahren zusammen einen schönen Weg gegangen“, freute sich Rob C. van Gils, Geschäftsführer der Hammerer Aluminium Industries Holding GmbH (HAI), während der Einweihung. Für die HAI-Gruppe war der Einstieg bei Riftec ein Glücksgriff. „Dank der für uns verfügbaren Technologie haben wir einen Auftrag über 170 Millionen von Daimler bekommen“, berichtete van Gils. Das Reibrührschweißen, das Meyer und Strombeck einst als Wissenschaftler im GKSS-Forschungszentrum entwickelt hatten, verbindet unterschiedliche Metalle miteinander. „Friction Stir Weldung“ ist dafür der Fachbegriff. Diese Spezialtechnik wird genutzt, um unter anderem Aluminium-Teile zu verbinden, die dabei unter hohen Druck gesetzt werden. Das Werkzeug, das die Schweißnaht zieht, wird während des Vorgangs kreisförmig bewegt – die Werkstoffe werden dabei miteinander „verrührt“. „Wir sehen vor allem in der Automobiltechnologie große Perspektiven“, sagt Strombeck. Aber auch im Bereich Medizintechnik gibt es viele Anwendungen.

Und so sagte van Gils zu, dass man auch für weitere Investitionen bereit stehe. Das freute Bürgermeister Olaf Schulze, der unter den Gästen der Einweihung war. Er sagte seine Unterstützung zu, um mögliche Erweiterungen umsetzen zu können. das Grundstück an der Mercatorstraße bietet für eine weitere Produktionshalle Platz. „Es ist toll, was hier entstanden ist und wie schnell das umgesetzt wurde“, so Schulze. „Wir sind von der Stadt auch großartig unterstützt worden“, ließ Strombeck Schulze ein Lob an dessen Mitarbeiter in der Verwaltung ausrichten. „Alle Genehmigungen waren deutlich schneller da als es die Fristen erlaubt hätten“, so Strombeck. Der Zeitplan war aber auch ehrgeizig: Nur sechs Monate Zeit gab es für den sechs Millionen Euro teuren Neubau.

Beispiel für Transfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft

Riftec ist ein wunderbares Beispiel für den erfolgreichen Transfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft“, berichtete Dr. Rainer Döhl-Oelze, der Geschäftsführer des GITZ. Er überreichte Meyer und Strombeck deren Businessplan von 2003, den er noch immer im Tresor verwahrt hatte. Das Duo beschäftigt heute 40 Mitarbeiter und will weiter wachsen. „Das GITZ hat auch an diesem Beispiel gezeigt, dass es in guten wie in schlechten Zeiten für die Gründer da ist“, sagte Döhl-Oelze. Er hofft, dass weitere Forscher solche Ausgründungen wagen.

Viele große Automobilunternehmen wie Audi, BMW und Mercedes setzen auf reibrührgeschweißte Leichtmetallbauteile. „In der Elektromobilität werden solche Bauteile noch verstärkt benötigt“, ist Strombeck überzeugt. Dafür stehe man bereit.

Timo Jann

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