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Lauenburg Riftec investiert sechs Millionen Euro in ein neues Gebäude
Lokales Lauenburg Riftec investiert sechs Millionen Euro in ein neues Gebäude
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22:31 12.01.2018
An der Mercatorstraße investiert die Firma Riftec sechs Millionen Euro in einen neuen Firmensitz mit Produktion und Verwaltung. Im August soll der Neubau bezogen werden.
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Geesthacht

Bereits im August sollen an der Mercatorstraße direkt neben den Stadtwerken die 700 Quadratmeter Büro- und 2500 Quadratmeter Produktionsfläche bezogen werden. Der Neubau bietet ausreichend Platz, die Mitarbeiterzahl von 28 auf 50 fast zu verdoppeln.

Es ist eine Erfolgsstory, die ihresgleichen sucht: Im Jahr 2003 von drei Wissenschaftlern gegründet und zehn Jahre später 2013 insolvent, baut die wiedererstarkte Firma Riftec, eine Ausgründung aus dem Helmholtz-Forschungszentrum, jetzt für sechs Millionen Euro neu.

Fast ausgebucht

Das Gewerbegebiet an der Mercatorstraße ist laut Ulf Hahn von der WFL fast ausgebucht. Für nahezu alle freien Flächen gibt es demnach Verhandlungen.

Die Stadt plant zusammen mit der WFL gerade die Erweiterung zwischen Mercatorstraße und Gutenbergstraße. tja

„Riftec ist ein Paradebeispiel für ein Start up, bei dem die Gründer erlebten, dass es auch Tiefen geben kann, aus denen man mit guten Produkten und Mitarbeitern und neuen Partnern wieder herausfinden kann“, sagte Ulf Hahn, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft des Kreises (WFL) jetzt beim symbolischen ersten Spatenstich.

2003 hatten Alexander von Strombeck und Axel Meyer als ehemalige Mitarbeiter des Forschungszentrums mit Riftec und der Technologie des Rührreibschweißens den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

„Unser erstes Büro war 32 Quadratmeter groß“, erinnerte Meyer. Aktuell werden im Geesthachter Innovations- und Technologie-Zentrum (GITZ) 800 Quadratmeter genutzt. „Hier zeigt sich eindrucksvoll, wie das GITZ funktioniert“, sagte dessen Geschäftsführer Rainer Döhl-Oelze.

Nach der Insolvenz stieg die österreichische Hammerer Aluminium Industries Holding GmbH (HAI) bei Riftec ein. Plötzlich boten sich dem Geesthachter Unternehmen neue Perspektiven. „Wir haben uns vor fünf Jahren unter schwierigsten Bedingungen zusammengefunden und feiern jetzt gemeinsam diesen schönen Moment des Spatenstichs“, sagte HAI-Geschäftsführer Rob C. van Gils. Die HAI-Gruppe hat ihre Prototypen-Produktion nach Geesthacht verlegt und dem Rührreibschweißen zu einem weiteren Durchbruch verschafft. Viele große Automobilunternehmen wie Audi, BMW und Mercedes setzen auf rührreibgeschweißte Leichtmetallbauteile und auch in anderen Branchen findet die Technologie Anwendung. „Riftec ist für die Gruppe von großem Wert“, sagte van Gils.

„Als klar war, dass wir neue Räume brauchen, wollten wir unbedingt in Geesthacht bleiben. Hier sind unsere Mitarbeiter, auf deren Knowhow wir angewiesen sind, um erfolgreich bleiben zu können“, berichtete von Strombeck. Die WFL verkaufte schließlich die Brache im Gewerbegebiet, auf der ursprünglich einmal die Akku-Fabrik erweitert werden sollte. „Ein Glücksfall für uns, dass das hier so passte“, sagte Bürgermeister Olaf Schulze. Er konnte noch ein Lob für die Bauaufsicht einheimsen: So schnell wie in Geesthacht hatte die Bau- und Planungsfirma noch nie eine Baugenehmigung vorliegen.

„Wir hatten eine Vision, aus der Wissenschaft in die Wirtschaft zu gehen. Jetzt wollen wir unsere Position als Marktführer weiter ausbauen“, blickte Meyer in die Zukunft.

 Timo Jann

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