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Lauenburg Rindergilde Geesthacht feiert
Lokales Lauenburg Rindergilde Geesthacht feiert
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22:08 06.06.2018
Uwe Kiesewein hatte 1987 die Idee zur Gründung der Rindergilde Geesthacht, die 1988 verwirklicht wurde. 28 Mutterkühe, 28 Kälber und ein Bulle gehören zur Herde, die auf den Steinrader Wiesen lebt. Quelle: Foto: Timo Jann
Geesthacht/Kollow

1987 entwickelte er seine Vision einer eigenen Rinderherde. „Jetzt nimmt bald unser Ableger seinen Betrieb auf und wir haben in den vergangenen fünf Jahren unsere Mitgliederzahl gut verdoppelt“, berichtet Kiesewein, von Anfang an Vorsitzender des Vereins. Mit einem Weidefest an der Linau bei Kollow wurde gerade das 30-jährige Bestehen der Gilde gefeiert.

14 Mitglieder legten einst den Grundstein, aktuell sind es 212. „Einige Mitglieder aus dem Nordkreis haben wir schon an die zweite Rindergilde abgegeben, die gerade nach unserem Vorbild in Hornbek aufgebaut wird“, erklärt Kiesewein. Vor allem junge Familien träten der Gilde bei. „Alle eint das Interesse an vernünftig produziertem Fleisch“, sagt der Vorsitzende. Die Deutsch-Angus-Rinder leben das ganze Jahr auf den 54 Hektar großen Weiden bei Kollow, die aus der intensiven Landwirtschaft genommen wurden. Die Linau wurde renaturiert, 3500 Meter neue Knicks angelegt. Mehrfach wurde die Rindergilde für ihr ökologisches Engagement ausgezeichnet. Gerade spendierte wieder die Bingo-Umweltlotterie Geld für einen neuen Transportanhänger.

„Naturschutz, gute Ernährung und funktionierende Landwirtschaft passen zusammen. Das zeigt unsere Gilde ganz deutlich“, erklärt Andreas Koop, der zweite Vorsitzende. „Die extensive Grünlandnutzung, die wir betreiben, sorgt für eine Artenvielfalt“, so Koop. Für den 1. Juli, 11 Uhr, lädt die neue „Rindergilde Stecknitz“ auf den Moorweidenhof (Güsterer Straße 5) zum ersten Hoffest nach Hornbek. Der Hof ist Kooperationspartner, wie es der Erdmannshof in Krukow bei der Geesthachter Gilde ist.

Limitiert ist die Zahl der Mitglieder durch die Fleischmenge. Es sollen nicht zu viele Tiere die Weiden bevölkern. Wer dabei ist, bekommt regelmäßig ein Fleischpaket. „Man bekommt nicht nur Rinderfilet, man lernt auch, dass so ein Tier aus viel mehr besteht. Ich habe gelernt, auch Ochsenbein zu nutzen“, berichtet Justus Brüggmann, dessen Familie eingetreten ist. „Es gibt kaum etwas Besseres als regionales Fleisch aus der Nachbarschaft“, ist er überzeugt. Die aktiven Gilde-Mitglieder, die ihre Fleischpakete vergünstigt bekommen, übernehmen auch Weidedienste wie Zaun- und Tränkenkontrolle oder Knickpflege. Letzteres versorgt sie mit Brennholz.

Angus-Rinder wachsen langsam und haben feinmaseriges Muskelfleisch. „Diese Marmorierung gibt dem Fleisch Zartheit und den würzigen Eigengeschmack“, erklärt Kiesewein. Sogar Vegetarier machen in der Gilde mit – die den Fleischessern ihren Appetit wegen der Naturschutz-Aspekte gönnen.

Rindergilde Stecknitz

Der Verein wurde im Dezember 2015 in Mölln gegründet und hat seinen Sitz in Ratzeburg. Das Hauptziel des Vereins ist die Erhaltung und Gestaltung von Weideflächen und Grünland, insbesondere im nördlichen Teil des Kreises Herzogtum Lauenburg. „Aktuell haben wir 30 Familien-Mitgliedschaften, von ihnen sind 25 aktiv im Verein tätig“, sagt Rolf Demme von der Rindergilde Stecknitz. Mitstreiter, die zum Hoffest am 1. Juli kommen wollen, sind willkommen.

Mehr Informationen im Internet

unter www.rindergilde-stecknitz.de

 Timo Jann

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