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Lauenburg Robert-Koch-Park: 95 Prozent vermietet
Lokales Lauenburg Robert-Koch-Park: 95 Prozent vermietet
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22:32 04.07.2017
Von links: Durch die Kulturwerkstatt des Lebenshilfewerkes (LHW) im Hauptgebäude des Robert-Koch-Parks laufen Ines Senfleben (Geschäftsführerin des LHW Mölln Hagenow), Hans-Joachim Grätsch (LHW), Manfred Pöhls (Rundum Verlag), Manfred Kohlrus (Städtische Baugesellschaft IWO) und Klaus Schlie (Geschäftsführer der LTG). Quelle: Fotos: Florian Grombein

 Bereits jetzt ist ein Prospekt in Hochglanz über die neuen Mieter und Angebote sowie über die am Projekt beteiligten Bauunternehmen herausgegeben worden. Auf dem 12 000 Quadratmeter großem Gelände der ehemaligen Bundeswehrverwaltungsschule soll in Mölln ein Stadtteil mit inklusivem und ökologischem Modellcharakter wachsen. Senioren, Menschen mit Behinderungen sowie etwa 200 in verschiedenen Firmen beschäftigte Angestellte sollen dort zusammen leben und arbeiten.

Ein neuer Stadtteil nimmt Gestalt an – Lauenburgische Treuhand ist stolz auf die Zwischenbilanz.

„Wir haben es gemeinsam mit unseren Partnern und mit großer Unterstützung geschafft, ein dem Verfall preisgegebenes Baudenkmal zu sanieren und zum Leben zu erwecken“, sagt Klaus Schlie, Geschäftsführer der LTG. Manchmal glaubten die Gesellschafter der LTG es selbst nicht. Jetzt gibt eine neue Broschüre Auskunft darüber, was bereits geschafft ist und was in Zukunft noch in Aussicht steht. Insgesamt 500 Menschen sollen einmal auf dem Gelände wohnen.

Im Jahr 2017 stehen in Mölln deshalb so viele Baumaßnahmen an, wie lange nicht mehr. Schlie, die Gesellschafter Thomas Klahn, Martin Röhrs und Uwe Grothkopp haben die Fortschritte akribisch dokumentiert. Allein im Robert-Koch-Park (RKP) investiert die Gesellschaft grob geschätzt zehn Millionen Euro und schiebt insgesamt durch die Akquise von Mietern Investitionen von geschätzt bis zu 45 Millionen Euro an. 95 Prozent der Fläche seien bereits vermietet. „Und wir sind besonders stolz darauf, dass 95 Prozent der Firmen, die wir beschäftigen, aus der Region kommen“, erklärt Klahn.

Hauptmieter wird das Möllner Unternehmen „Leben und Pflegen Gahl“, das dort ein Seniorenzentrum mit 100 Zimmern errichtet. Außerdem wird es eine Tagespflege geben. Die Awo Lübeck wird im Dachgeschoss des Hauptgebäudes unterstütztes Familienwohnen für junge Mütter mit Kindern anbieten in fünf Wohnungen mit 1,5 bis drei Zimmern. Die Freie Schule Mölln hat den Betrieb bereits mit 32 Schülern in zwei Klassen aufgenommen, die von vier Pädagogen unterrichtet werden.

Allein 70 Arbeitsplätze wird die Norddeutsche Catering und Service GmbH in Mölln schaffen. Die neuen Mieter im inklusiven Stadtteil können im Bistro mit 130 Sitzplätzen speisen. Im völlig neu gestalteten Küchenbereich in Tiefparterre werden die Speisen für die Versorgung des Seniorenzentrums gekocht. „Hier können auch Menschen von außerhalb speisen. Die Gastronomie ist öffentlich“, erklärt Schlie. Das Lebenshilfewerk (LHW) hat den Rohbau der Werkstatt (Gartenbau, Fahrrad, Café) an der Lange Straße errichtet. Außerdem wird das Lebenshilfewerk im Haupthaus seine Kulturwerkstatt eröffnen und auch die Saalnutzung organisieren. 200 Menschen können im ersten Obergeschoss im Saal bei Veranstaltungen sitzen. Kurz vor Fertigstellung ist die Kindertageseinrichtung des LHW, die neben der Villa auf der rechten Seite in einem großen Neubau untergebracht sein wird. Die inklusive Einrichtung wird zwei Krippen-, vier integrative Gruppen und eine Hortgruppe bieten.

Zwei Gebäude mit 28 seniorengerechten Wohnungen – elf davon rollstuhlgerecht – sollen im Oktober fertig werden, Einweihung ist im Frühjahr 2018 geplant. Laut Schlie sei das ein Vorzeigeprojekt im Land. Die Entkernung des ehemaligen sechsstöckigen Schwesternwohnheims ist abgeschlossen. Im ersten Quartal 2018 soll das Gebäude bezugsfertig sein.

Unmittelbar vor der Fertigstellung sind die beiden Villen, die sich im vorderen Bereich des Hautgebäudes befinden. Im Haus an der Hindenburgstraße werden die „Ambulante Pflege GmbH Mare Cura“ sowie im hinteren Gebäude das Achitekturunternehmen „NP Homehunting GmbH“ einziehen. Letzteres plant auch die 56 Eigentumswohnungen nach dem Standard des betreuten Wohnens. Zwischen den beiden Villen soll in einem Neubau ein „Medizentrum“ mit Arztpraxen und eine Physiotherapiepraxis entstehen.

Die Reinigungsfirma Hertzberg-Füllner sowie Büros und Wohnungen füllen restliche Flächen. Auch auf dem Parkgelände geht es voran.

Die Broschüre Robert-Koch-Park ist bei der LTG in der Brauertsraße 7 in Mölln erhältlich. Weitere Auskünfte zum Robert-Koch-Park gibt es unter Telefon 04542/8227784

Tiefgarage und ÖPNV

Die weitere Wohnbebauung im RKP wird in den nächsten zwei bis drei Jahren entstehen. Auch die Tiefgarage mit 80 Stellplätzen soll dann gebaut werden. Sie ist dringend nötig. Die LTG schätzt nämlich, dass später täglich 700 Personen im Stadtteil wohnen und arbeiten werden. Dabei könnte es zu einem Problem mit den Parkplätzen kommen. Geplant ist zumindest, dass in Absprache mit den Verkehrsplanern eine eigene Bushaltestelle im RKP errichtet wird. So ist die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr gewährleistet.

 Florian Grombein

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