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Lauenburg Römnitzer Bürgerinitiative befürchtet Bauruinen am Seeufer
Lokales Lauenburg Römnitzer Bürgerinitiative befürchtet Bauruinen am Seeufer
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23:19 29.10.2013
Blick vom gegenüberliegenden Ufer in Ratzeburg auf das Ensemble des Hotel- und Restaurantbetriebs Römnitzer Mühle. Links von dem rot verklinkerten Hauptgebäude plant der Investor, mehrere Ferienhäuser zu bauen. Quelle: Fotos: Joachim Strunk
Römnitz

Längere Zeit schon hatte man nichts mehr von dem Ferienhäuser-Projekt an der Römnitzer Mühle gehört, das der Investor Lake Shore GmbH mit dessen Geschäftsführer Hans-Jürgen Pees bereits im November 2012 auf den Weg bringen wollte. In der damaligen Gemeindeversammlung kam es zu keiner Entscheidung aufgrund fehlerhafter Regularien.

Im Frühjahr 2013 war es zur erneuten Versammlung gekommen, die nicht minder turbulent ablief und im Zuge dessen sich eine Bürgerinitiative „Natürlich Dorf-Demokratie! Lauenburgische Seen“ gründete.

Diese zeigt sich nun „sehr beunruhigt über die aktuell ausliegenden Pläne zur Bauleitplanung der Gemeinde Römnitz“.

Da werde so getan, „als sei es ein Anliegen der Gemeinde, am Seeufer nördlich des Hotels ,Römnitzer Mühle‘ Ferienwohnungen zu bauen. Schon einen solchen Bedarf gibt es nicht, denn bestehende Ferienwohnungen werden in Römnitz zum Dauerwohnen genutzt — obgleich damit geltendes Recht gebrochen wird“, erklärt Reinald Büchner-Jahrens von der Initiative und fragt: „Warum trägt der Bürgermeister das mit?“

Hier werde ein nach Naturschutz- und Umweltaspekten besonders wertvolles Gebiet privaten Bauinteressen geopfert, in direkter Nachbarschaft zum FFH-Gebiet „Wälder und Seeufer östlich des Ratzeburger Sees“ und zum Vogelschutzgebiet am Schaalsee. „Ist das ein Präzedenzfall, ist irgendwann das ganze Seeufer bebaut?“

Die Vertreter der Bürgerinitiative kritisieren auch, dass „verspätete Zahlungen der Unternehmer gegenüber den Gemeindevertretern verschleiert und der Eindruck erweckt wurde, alles laufe ordnungsgemäß und wie beschlossen — das war nicht der Fall.“ Was passiere, wenn die Bauunternehmung im Quellbereich scheitere, wie schon ähnliche Projekte? Gäbe es dann Bauruinen am Seeufer?

Als besonders empörend empfinden die Kritiker, dass den entscheidenden Gemeindemitgliedern Informationen unvollständig, einseitig oder verspätet zugänglich gemacht worden seien. In „auffälliger Weise“ wurden laut Büchner-Jahrens zur Durchsetzung der Bauplanung „Mehrheiten in Gemeindeabstimmungen missachtet, Kritiker ausgeschlossen, die Gemeindemitglieder mit namentlicher Abstimmung unter Druck gesetzt und unter Vorwand Abstimmungen wiederholt, bis das Ergebnis ,passte‘.“

Die BI hofft, dass sich Beteiligte und Interessierte die Pläne, die noch bis zum 1. November öffentlich im Amt Lauenburgische Seen, Fünfhausen 1 in Ratzeburg, ausliegen, ansähen und ihre Sorgen und Einwände schriftlich bei der Amtsverwaltung abgäben. unk Für weitere Infos steht Reinald Büchner-Jahrens unter Tel. 0176/ 96 25 47 02 zur Verfügung.

Hintergrund
Äußerst eng verliefen die bisherigen Abstimmungen zu dem umstrittenen Projekt in den Gemeindeversammlungen von Römnitz. Mit knapper Mehrheit hatten sich zuletzt die Befürworter des Ferienhausprojektes durchgesetzt.

Die Argumente der Kritiker beziehen sich zum einen auf Natur- und Umweltschutzbelange. Sie sehen den sensiblen Ufer- und Hangbereich bei einer Bebauung stark gefährdet.

Weiterhin befürchten die Gegner eine dauerhafte Vermietung oder gar den lukrativen Verkauf der Objekte.

LN

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