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Lauenburg Roseburg hat den "Wald des Jahres“
Lokales Lauenburg Roseburg hat den "Wald des Jahres“
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14:45 21.03.2017
Auf 2,6 Hektar ist zu sehen, wie richtig Aufforsten geht: Kiefern mit unterpflanzten Douglasien und Buchen. Quelle: Joachim Strunk

Seit fast 40 Jahren, genau seit 1978, ist Lübcke erster Bürgermeister seines Ortes. In seiner Amtszeit hat er nicht nur die gemeindliche Waldfläche durch kontinuierliche Ankäufe von elf (1989) auf jetzt 22 Hektar anwachsen lassen. Er hat auch diese Flächen regelmäßig durch Durchforstungen gepflegt und durch Sturm oder Trockenheit gelichtete Bereiche mit Buchen, Eichen und Douglasien unterpflanzt. So hat er beispielsweise 2016 auch einen sogenannten „fehlbestockten“ Fichtenbestand durch standortgerechtes Laubholz ersetzt.

Otto Lübcke zeigte sich einerseits erfreut über die absolut unverhoffte Ehrung, andererseits betrübt über das missliche Wind- und Regenwetter. Das dürfte nämlich der Grund dafür gewesen sein, dass einige Ehrengäste am Sonntagvormittag nicht den Weg ins beschauliche Roseburg fanden. Immerhin war aber ein Kamerateam des Norddeutschen Rundfunks anwesend. Lübcke: „Da können die ja mal einen kleinen Bericht über Roseburg machen.“ Mancher sehe vor lauter Bäumen den Wald nicht, stellte Lübcke fest. Das treffe aber überhaupt nicht auf die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zu. „Insofern freut mich die Ehrung außerordentlich.“

Nur elf Prozent der Landesfläche seien mit Wäldern bedeckt, berichtete Christel Happach-Kasan in ihrer Festrede an der 2,6 Hektar großen Waldfläche am Güsterer Weg. Damit sei Schleswig-Holstein das waldärmste Bundesland in Deutschland. „Ziel ist es aber mittelfristig, die Fläche auf zwölf Prozent zu erweitern.“ Insofern seien Anstrengungen von privaten Waldbesitzern wie der Kommune Roseburg unerlässlich und nicht hoch genug zu bewerten – „vor allem angesichts der Kombination ökologischer, ökonomischer und nachhaltiger Waldbewirtschaftung“.

Wie ökonomisch und nachhaltig die lauenburgischen Wälder bewirtschaftet werden, zeigen allein schon die Ergebnisse des Landesrechnungshofes, der die Wirtschaftsergebnisse der Stadtforsten Lübeck mit denen der Kreisforsten verglich. So sanken die Erträge pro Hektar in Lübeck (4600 ha) von minus 37 Euro in 2011 auf minus 152 Euro in 2012 und minus 177 Euro in 2013. Dem gegenüber stiegen sie in den Kreisforsten (9910 ha) von plus 42 über 58 auf 61 Euro im selben Zeitraum an. Happach-Kasan: „Der Einschlag beträgt im Schnitt 50000 Festmeter.“

Auch Klaus Schlie, Landtagspräsident (CDU) und in seiner Eigenschaft als Präsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg vor Ort, wies in seinem Grußwort darauf hin, wie wichtig das Thema Ökologie und Nachhaltigkeit in der Waldbewirtschaftung sei: „Es ist ein vernünftiger und sinnvoller Wirtschaftsfaktor.“ Dr. Christiane Holländer aus Kiel überbrachte die Grüße ihres Dienstvorgesetzten Robert Habeck, Umweltminister des Landes. Dabei wies sie darauf hin, dass mit der Änderung des Landeswaldgesetzes 2016 eine Naturnähe für die Bevölkerung auch als Erholungsfaktor garantiert sei: „Jetzt gilt das Vorkaufsrecht des Landes für ökologisch besonders wertvolle Naturflächen, der Anteil der miteinander zu verbindenden Vorrangflächen für die Natur beträgt nun 15 Prozent und es gilt ein erweiterter Schutz der Biotope.“

 Joachim Strunk

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