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Lauenburg Rübenernte: Überraschend gute Zuckererträge im Norden
Lokales Lauenburg Rübenernte: Überraschend gute Zuckererträge im Norden
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11:30 04.02.2016
Die Ernte im Lauenburgischen ist bereits eingebracht und die Zuckerrüben sind abtransportiert. Aus ihnen wird nicht nur Zucker gewonnen. Sie gelten als alternative Energiepflanze zu Mais in Biogasanlagen. Hier liegen sie an der L 203 bei Sterley. Im Hintergrund die Kogler Mühle. Quelle: Fotos: Grombein
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Breitenfelde

Erst dachten die Rübenbauern im Norden, die Erträge könnten aufgrund der Witterung eher schlecht ausfallen. Ende März erschwerte Starkregen die Feldarbeit. Viel Sonne über das Jahr und eine gute Niederschlagsverteilung im Herbst ermöglichten aber unerwartete Zuckererträge. Deshalb zogen die Nordzucker AG, der Zuckerrübenanbauerverband Schleswig-Holstein und der Rübenanbauer- und Aktionärsverband Nord gestern auf der Winterversammlung in Breitenfelde eine positive Bilanz.

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Die Ernte im Lauenburgischen ist bereits eingebracht und die Zuckerrüben sind abtransportiert. Aus ihnen wird nicht nur Zucker gewonnen. Sie gelten als alternative Energiepflanze zu Mais in Biogasanlagen. Hier liegen sie an der L 203 bei Sterley. Im Hintergrund die Kogler Mühle.

Ein Wert von 13 Tonnen Zucker je Hektar sei in der Verbandsregion im Norden erzielt worden. Dieser Wert konnte das Rekordergebnis von 15,5 Tonnen pro Hektar im Erntejahr 2013/2014 zwar nicht toppen.

Er liegt jedoch über dem Wert von 2012/2013 (12,9 Tonnen Zucker je Hektar). Das Anbaugebiet Lauenburg/Stormarn liegt im Hinblick auf die Ertragsmenge auf Rang vier unter den acht sogenannten Naturräumen, in die Nordzucker Schleswig-Holstein einteilt. In der Region Lauenburg/Stormarn wurden rund sechs Prozent mehr Zucker je Hektar geerntet als im Schnitt der vergangenen Jahre.

„Das sind Superzahlen. Ein Lob für diese Region. Sie haben richtig gute Arbeit geleistet“, erklärte Stefan Büsching, Geschäftsführer des Zuckerrübenanbauerverbandes Schleswig Holstein in Richtung der etwa 100 Landwirte im Landhaus Siemers. Zusammen mit Georg Sander, Leiter des Agri-Centers der Zuckerfabrik Uelzen für Nordzucker, referierte er über Erträge, Verarbeitung und Qualitätsbewertung der jetzt geernteten Zuckerrüben. Auf etwa 800 Hektar werden in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg Rüben angebaut. In diesem Anbaugebiet werden im Schnitt 64000 Tonnen reine Rüben pro Jahr geerntet. Die Gesamtmenge in Schleswig-Holstein beläuft sich auf etwa 350000 Tonnen reine Rüben. Etwa 30 bis 40 Prozent davon landeten in Biogasanlagen. Im Jahr 2011 sei man im Norden mit ein paar tausend Tonnen Energierüben gestartet, berichtete Büsching. „Mittlerweile reden wir über 130000 Tonnen Zuckerrüben, die in Biogasanlagen verarbeitet werden.“

Besonders interessieren dürfte die Rübenbauern, wie es 2017 für sie weitergeht. Denn die Ernte 2016 unterliegt zum letzten Mal den Bedingungen der bestehenden Marktordnung. Die EU hat im Juni 2013 zwar beschlossen, die Zuckermarktordnung bis zum 30. September 2017 zu verlängern. Doch danach werden Quoten und Rübenmindestpreise abgeschafft. Damit müssen Nordzucker und der Verband Bedingungen und Rübenpreise allein aushandeln. Wegen des weniger regulierten Marktes sei künftig mit stärkeren Preis- und Mengenschwankungen zu rechnen.

Die Zuckerpreise seien derzeit wenig erfreulich, hieß es. Doch die Talsohle sei überschritten. „Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass so hohe Erträge möglich sind“, so Sander. Deutschland sei ein Hochertragsstandort. Nach 2017 werde sich die Zuckerproduktion möglicherweise weltweit auf die erfolgreichsten Standorte konzentrieren. Es besteht Hoffnung, dass die Zuckerpreise dann ansteigen. Büsching animierte die Bauern, weiter effizient anzubauen. „Das können wir nur gemeinsam schaffen.“

Neuerungen und Firmendaten

Ab Mitte April sollen die Rübenlandwirte die geernteten Rüben selbst in einer elektronischen Landkarte erfassen, um die Ertragsplanung und die Logistikkette für Nordzucker zu verbessern.

Die gelieferten Werte sollen die Grundlage für die Rübenkampagnen liefern. Im April soll es losgehen, die Landwirte werden gesondert informiert.

Die Nordzucker AG ist einer der größten Zuckerproduzenten in ganz Europa mit rund 3300 Mitarbeitern an 18 europäischen Standorten.

Die Zuckerfabrik Uelzen ist eine der größten Rohzuckerfabriken Deutschlands und das größte Werk der Nordzucker AG. Rund 50 Prozent des Zuckers für den Einzelhandel werden dort hergestellt.

Florian Grombein

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