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Lauenburg Rückzug der SPD in Mustin
Lokales Lauenburg Rückzug der SPD in Mustin
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20:40 12.04.2018
Die Gemeinde Bäk, die beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2017 den ersten Platz errang, bekommt einen neuen Bürgermeister. FOTOS (2): UNK
Mustin/Ratzeburg

Bernhard Reis, seit 2013 für die SPD als Bürgermeister im Amt, wandte sich anlässlich der jüngsten Gemeindevertretersitzung an die Einwohner: „Trotz aller gelungenen Dinge mussten wir im Ortsverein feststellen, dass sozialdemokratische Werte und Anliegen nur schwer zu vermitteln sind. So sieht sich der Ortsverein personell nicht mehr in der Lage, für die nächste Kommunalwahl eine Liste aufzustellen.“ Da sich die Einwohnerzahl erhöht hat, wird die Zahl der Gemeindevertreter von neun auf elf steigen. In seinem letzten Bericht beklagte Reis vor allem ein „Misstrauen in der Gemeinde“.

. Die demographische und wohl auch gesellschaftliche Entwicklung macht der SPD im Amt Lauenburgische Seen zu schaffen. Kaum Nachwuchs, schrumpfender Altersaufbau aufgrund „wegsterbender“ Mitglieder und immer geringeres Interesse an sozialdemokratischen Inhalten bewirken, dass die SPD im nordöstlichsten Dorf des Amtes Lauenburgische Seen, in Mustin, nicht mehr antritt und das Feld anderen überlassen muss.

Wie sieht’s sonst aus im Flächenamt Lauenburgische Seen? Es zeichnet sich ein kleiner Generationswechsel ab. Denn von den 25 Gemeinden werden ab dem kommenden Juni definitiv sieben neu „regiert“, da sich die etablierten Bürgermeister (BM) mehr oder weniger freiwillig aus ihren Ämtern zurückziehen. Im Einzelnen:

In Albsfelde kandidiert erneut BM Karl-Heinz Groschke für die einzige Wählergemeinschaft FWGA.

In der Gemeinde Bäk heißt es Abschied nehmen von einer Institution: Bürgermeister Martin Fischer (77), seit 1978 für die CDU 40 Jahre im Amt und als Amtsvorsteher von 1994 bis 2013 tätig, will Platz machen für Jüngere. Auf der Bäk treten stattdessen Thomas Teut (Listenplatz 1 der CDU) und André Stark (Bäker Wählergemeinschaft, BWG) an.

In Brunsmark wird möglicherweise der Brexit über die Zukunft des Bürgermeisters entscheiden. Denn hier regiert der Schotte Iain Macnab seit 2008. Er tritt für die Allgemeine Brunsmarker Freie Wählergemeinschaft ABFW an. Sollte er sich durchsetzen, will er weitermachen. Aber nur solange Großbritannien in der EU weilt. Sobald der Austritt vollzogen ist, ist er kein EU-Bürger mehr und will dann zurücktreten. Nachfolger dürfte Holger Heitmann, Zweiter der ABFW- Liste, sein.

Wolfgang Pagel ist seit 1990 in Buchholz im Amt, zeigt aber keine Ermüdungserscheinungen. Seine Allgemeine Wählergemeinschaft Buchholz von 1852 (AWGB) hat im Ort zwei Mitbewerber: die Demokratische Wählergemeinschaft (DWB), angeführt von Stephanie Menke, sowie die Wählergemeinschaft Buchholz 701 (WGB-701) mit Markus Rohweder an der Spitze.

Definitiv Schluss macht in Einhaus Bürgermeister Joachim Meinke (76). In seiner ÜbW, der Überparteilichen bürgernahen Wählergemeinschaft, steht Birgit Rütz an nächster Position.

Falls sich die Aktive Allgemeine Einhäuser Wählergemeinschaft AAEW durchsetzt, käme Benjamin Möller zum Zuge, für die Allgemeine Freie Wählergruppe Einhaus AFWE kandidiert Robert Betzinger an erster Stelle.

 Fredeburg ist nach wie vor so klein, dass hier keine Fraktionen oder Parteien um die „Macht“ buhlen, sondern es gibt – wie auch in Römnitz mit dem dort erneut kandidierenden Karl Guse – eine Einwohnerversammlung. Lothar de Vries hatte in Fredeburg zuletzt das Amt inne. Ihm werden wieder gute Chancen eingeräumt.

Hans-Michael Hansberg war seit 2013 Bürgermeister in Giesensdorf, tritt aber nicht mehr für die Wählergemeinschaft Giesensdorf WGG an.

Nachrückerin ist laut Liste Anja Pranke.

In Groß Disnack hat sich Jana Wulff-Thaysen zum Weitermachen entschieden. In der einzigen Wählergemeinschaft Groß Disnack ist sie konkurrenzlos.

Wesentlich komplexer ist die Situation in Groß Grönau. Der amtierende Bürgermeister Eckhard Graf (SPD) würde gern weiter machen. Seine Konkurrenten heißen Ulrich Klees von der CDU und Rainer Schulz-Taurnier von der FDP.

 Groß Sarau wird einheitlich von der Aktion Bürgergemeinschaft Groß Sarau (A.B.G.) betreut. Spitzenkandidat ist nach wie vor der aktuelle Bürgermeister Hartmut-Erwin Schwarz.

Nur eine Wählergemeinschaft, die WG I, gibt es in Harmsdorf. Hier hat Hans-Heinrich Mahnke seine Bereitschaft für ein Weitermachen signalisiert.

Auch in Hollenbek ist man sich einig in der Wählergemeinschaft WGH. Hier tritt Astrid Ulrich für das Bürgermeisteramt an, das der langjährige Dorfchef Detlef Hagemann (68, seit 1998) abgeben wird.

Jörg-Reinhard Bormann von der CDU kandidiert erneut in der Gemeinde Horst. Er hat Jürgen Langhof von der Allgemeinen Wählergemeinschaft AWH als Konkurrenten.

Die Wählergemeinschaft Kittlitz WGK hat erneut Bürgermeisterin Barbara Eggert für das Amt nominiert. Konkurrenz ist für sie in Kittlitz nicht absehbar.

Auch in Klein Zecher tritt nur die Wählergemeinschaft Klein Zecher (WGZ) an. Auf Platz 1: Conrad Torkler, bisheriger Bürgermeister.

Amtsvorsteher Heinz Dohrendorff (Allgemeine Wählergemeinschaft Kulpin AWK) muss sich als Inhaber von Platz 1 der einzigen Dorfliste in Kulpin auch keine Sorgen um „Weiterbeschäftigung“ machen.

Ähnlich ist es in der Gemeinde Mechow, deren alleinige Wählergemeinschaft WGM wieder von Bürgermeister Uwe Janssen angeführt wird.

In Mustin könnte Bernhard Reis (SPD, tritt nicht mehr an) von Vorgänger Holger Schulz, Allgemeine Wählergemeinschaft Mustin AWM, abgelöst werden. Neben diesem treten Carsten Holst (CDU) und Gesine Biller (Bürger für Mustin) an.

In Pogeez steht zwar Jan-Peter Dohrendorf auf Platz 1 der einzigen Wählergemeinschaft Pogeez WGP. Doch der frisch gewählte Wehrführer der Gemeinschaftswehr Buchholz/Groß

Disnack/Pogeez dürfte genug mit diesem Amt zu tun haben und den Bürgermeister-Job weiterhin Christiane Füllner überlassen, die seit 1990 diesen Posten innehat.

Bündnis 90/Die Grünen mit Detlef M. Arnold, die Allgemeine Freie Wählergemeinschaft AFWS mit Gerd Maas-Oldörp und die Bürgerpartei/Wählergemeinschaft BPS mit Herbert Schmidt treten in Salem gegeneinander an. „Heimvorteil“ dürfte „Altbürgermeister“ Schmidt (63, seit 2000) haben.

Eckhard Rollinger (seit 1998 Bürgermeister) hat für sich entschieden, die Geschicke der Heimatgemeinde Schmilau künftig in andere Hände zu legen. Hier konkurrieren Jörn Siemers von den Aktiven Bürgern ABS und Stefan Bandholdt- Rohweder von der Wählergemeinschaft WGS auf den ersten Listenplätzen gegeneinander.

Für Detlef Rodust, seit 1994 Seedorfs Bürgermeister für und von der Wählergemeinschaft Seedorf, tritt nun Ex-Kreisbauernpräsident Reinhard Jahnke an. Konkurrenz hat er nur in der eigenen WGS.

In Sterley konkurrieren immerhin noch drei Parteien: die CDU mit Spitzenkandidat Hans-Peter Arndt, die SPD mit Gerhard Schmidt und die Aktive Freie Wählergemeinschaft mit Bürgermeister-Amtsinhaberin Ariane Redepenning (seit 2013).

Zu guter Letzt geht es in Ziethen um die Nachfolge im Bürgermeisteramt. Karl Horst Salzsäuler hat sich diesbezüglich seit 1982 – seit 36 Jahren – im Amt bewährt und kandidiert erneut. Konkurrenz erhält er durch seinen „Vize“, Peter Radons von der CDU.

 Von Thomas Biller und Joachim Strunk

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