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SEK stürmt zum zweiten Mal Haus von Waffennarr

Dassendorf SEK stürmt zum zweiten Mal Haus von Waffennarr

Die Polizei hat zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen das Haus eines 49-jährigen Dassendorfers nach Waffen durchsucht. Anwohner hatten zuvor gemeldet, dass sie Schüsse von dem Grundstück des Mannes gehört hatten. Die Polizei stürmte das Haus, fand aber nichts.

Während die Beamten vor vier Wochen noch kistenweise Waffen aus dem Haus des 49-Jährigen brachten, gingen sie diesmal mit leeren Händen.

Quelle: Timo Jann

Dassendorf. Großeinsatz der Polizei in Dassendorf: Nach einem Notruf von Nachbarn, es seien Schüsse gefallen, hat ein Spezialeinsatzkommando (SEK) aus Kiel in der Nacht zu Sonntag ein Haus im Stemmenkamp gestürmt.

Gegen Mitternacht musste außerdem noch eine angebliche Messerstecherei auf einem Betriebshof am Steinberg im Dassendorfer Gewerbegebiet abgearbeitet werden. Wie sich herausstellte, war es aber wohl lediglich eine Schlägerei, ein Mann wurde leicht verletzt. tja

Das war bereits der zweite Einsatz in diesem Haus. Denn bei dem Notruf von Anwohnern des Stemmenkamps in Dassendorf läuteten in der Nacht zum Sonntag bei der Polizeiführung sofort die Alarmglocken: Vom Grundstück des 49 Jahre alten Carsten V. wollten Nachbarn gegen 22.30 Uhr Schüsse gehört haben. V. ist als Waffennarr bekannt. Erst vor einem Monat hatte es einen Großeinsatz bei ihm gegeben. Ein riesiges illegales Waffenarsenal wurde sichergestellt, V. ließ sich damals fünf Tage lang in der Psychiatrie behandeln, kommt noch heute regelmäßig ambulant in die Klinik. Vor diesem Hintergrund habe man das „volle Programm fahren müssen“, erklärte der Einsatzleiter der Polizei.

Kurzerhand wurde die Ortsdurchfahrt im Zuge der Landesstraße 314 zwischen Bornweg und Hasenwinkel gesperrt. Mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten sicherten die Straße. Aus Kiel rückten Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) an. Während sich einige der schwer bewaffneten SEK-Polizisten anschlichen und lautlos die Lage sicherten, öffneten andere die Füllung der Haustür — mit lautem Poltern standen sie innerhalb von Sekunden im Hausflur. Sie überraschten den 49-Jährigen und eine Freundin im Haus. Widerstand gab es nicht.

„Wir haben das Haus durchsucht, aber keine Waffen entdeckt“, sagte der Einsatzleiter. Was die Nachbarn alarmiert hat, bleibt unklar. Das war vor vier Wochen noch anders, damals transportierte die Polizei kistenweise Waffen, Waffenteile und Munition ab. Auf dem Nachttisch lag damals griffbereit ein geladener Revolver. „Wir mussten deshalb auch diesmal von einer Gefahr für die Einsatzkräfte ausgehen. Und für solche Fälle haben wie das SEK“, erklärte der Einsatzleiter. Die Spezialkräfte zeigten sich wenig zögerlich und schlugen überraschend für den 49-Jährigen zu. „Wer mir den Mist hier wohl wieder eingebrockt hat“, ärgerte sich V. lautstark. Der 49-Jährige hat ein Alkoholproblem und war deshalb ins Visier der Behörden geraten, weil er auch über legale Waffen verfügt und Drohungen ausgesprochen hatte.

Im April war die Polizei überzeugt, alle seine Waffen sichergestellt zu haben. Doch da er sich neue Waffen hätte besorgen können, ging die Polizei auf Nummer sicher. „Wir ermitteln gegen den Mann wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz“, erklärte gestern Holger Meier, der Sprecher der Polizeidirektion Ratzeburg, auf Anfrage. Wie lange sich das Verfahren hinzieht, könne man nicht abschätzen, so Meier. Gegenüber der Polizei gab V. während des Einsatzes Sonntagnacht an, nichts Illegales mehr zu tun. Brisant: „Wir konnten die Waffenbesitzkarte des Mannes bisher trotz der Durchsuchungen nicht sicherstellen. Dadurch wäre es möglich, dass er sich neue Waffen oder Munition zulegen könnte“, sagte gestern Karsten Steffen, der Sprecher der Kreisverwaltung, die als Waffenbehörde zuständig ist.

Gegen 2.30 Uhr wurde die Straßensperrung am Sonntag wieder aufgehoben, das SEK rückte wieder ab. Zurück blieb Carsten V. mit seiner zertrümmerten Haustür und jeder Menge Ärger in sich. Die Polizei musste dafür sorgen, dass die Tür noch notdürftig repariert wurde. „Damit können sie mich hier nicht alleine lassen, das lädt ja zum Einbruch ein“, ereiferte sich der 49-Jährige.

Insgesamt waren 30 Polizisten und zehn Einsatzkräfte des Rettungsdienstes im Einsatz.

Von Timo Jann

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